Film-Tipp des Tages: «Rio Bravo»

Ein pflichtbewusster Sheriff buchtet einen brutalen Mörder ein. Der Bruder des Mörders aber ist ein lokaler Viehbaron. Und dieser setzt alles daran, dass sein Bruder nicht vor den Richter kommt. Auf diese simplen Gegebenheiten basiert «Rio Bravo», einer der legendärsten Western der Filmgeschichte.

Zwei Männer mit Cowboyhut stehen in einem Saloon. Der Mann rechts trägt einen Sheriffstern an der Brust. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: John Wayne (r.) sorgt als Sheriff Chance für Recht und Ordnung. SRF/Warner Intl. Television

Schwere Tage für John T. Chance (John Wayne), den Sheriff von Rio Bravo. Er hat Joe Burdette (Claude Akins) verhaftet, der ohne Grund einen unbewaffneten Mann erschossen hat. Joes Bruder aber ist Nathan (John Russell), der grösste Viehbaron der Gegend. Nathan schickt seine Leute aus und lässt Rio Bravo abriegeln. Damit will er verhindern, dass man seinen Bruder an den zuständigen Richter ausliefern kann. Ausserdem organisiert er bezahlte Gangster, die das Städtchen infiltrieren und Joe befreien sollen.

Zusatzinhalt überspringen

Sendeplatz

Donnerstagnacht um 01:10 auf SRF 1

Aussenseiter spannen zusammen

Chance hat an seiner Seite nur den verkrüppelten Helfer Stumpy (Walter Brennan) und den ehemaligen Deputy Dude (Dean Martin), der allerdings völlig dem Alkohol verfallen ist. Zufällig im Ort befinden sich ausserdem Chances alter Freund Pat Wheeler (Ward Bond) zusammen mit seinem jungen, wendigen Assistenten Colorado Ryan (Ricky Nelson) und Feathers (Angie Dickinson), einer schönen Frau mit nicht gerade lupenreiner Vergangenheit. Das Schicksal schweisst das Grüppchen zusammen. Dude bekommt eine letzte Chance - und nutzt sie.

Duell der Westernklassiker

«Rio Bravo» war 1959 eine Art Antwort auf einen anderen grossen Westernklassiker, auf «High Noon». Weil dem erzkonservativen Howard Hawks die Geschichte, die der Immigrant Fred Zinnemann in «High Noon» so virtuos erzählte, «zu europäisch» geprägt war, sagte er sich: «Drehen wir das Ganze einfach um und betrachten wir es unter einer wirklich professionellen Perspektive.» Während Gary Cooper aus Edelsinn und Ideologie handelt, ist John Wayne in «Rio Bravo» der handfeste Praktiker. Wo Cooper erfolglos nach Helfern sucht, akzeptiert Wayne jeden, der sich anbietet, zielen und treffen kann. Zum grossen Showdown kommen beide. Dass aber Wayne, wie Cooper als Will Kane in «High Noon», am Schluss seinen Sheriffstern angewidert in den Dreck wirft, wäre für ihn wie für Hawks undenkbar gewesen.

Wayne, der seine bisweilen reaktionäre Gesinnung nicht verhehlte, hat wie kaum ein Zweiter die Figur des raubeinigen Westerners geprägt. 1907 in einem Nest im US-Bundesstaat Iowa geboren spielte der baumlange Kerl bereits in Stummfilmzeiten seine ersten Rollen. Später erwarb er sich als Schauspieler mit Filmen wie «Der schwarze Falke» oder «Rio Bravo» bleibenden Ruhm.