Film-Tipp des Tages: Spiel auf Sieg

Das Sportdrama mit Josh Lucas und Jon Voight unterhält als schwungvoller Basketballfilm und zeigt das schwierige Umfeld der schwarzen Sportler in der konservativen Gesellschaft der damaligen Epoche.

Ein hellhäutiger Mann im Anzu spricht mit einem dunkelhäutigen Mann im Basketball-Outfit. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verfechter unkonventioneller Methoden. SRF/Disney Enterprises, Inc/Bruckheimer Films

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Sendeplatz

Dienstagabend um 00:20 Uhr auf SRF zwei.

Der junge Trainer Don Haskins (Josh Lucas) übernimmt Mitte der 1960er-Jahr die Basketball-Mannschaft des Texas Western College. Bald schon dämmert ihm, dass mit seinen Athleten - allesamt weisse Studenten - kein Blumentopf zu gewinnen ist. Er wagt deshalb einen Schritt, der im Texas jener Tage einen Affront sondergleichen bedeutete: Haskins stellt eine Mannschaft aus unentdeckten Talenten der ganzen Nation zusammen, die allesamt afroamerikanischer Herkunft sind.

Schwierige Aufgabe

Der Trainer handelt sich dabei eine mehrfach knifflige Aufgabe ein. Er muss aus dem wilden Haufen junger Männer (darunter Derek Luke und Mehcad Brooks) eine eingespielte, disziplinierte Gruppe bilden. Dazu tritt Haskins mit lauter unbekannten Gesichtern als Underdog gegen erfolgreiche Mannschaften an. Und nicht zuletzt fordert der Coach das Publikum und die Liga heraus, bei denen schwarze Spieler damals nur vereinzelt geduldet waren.

Rassismus

Die Spieler sehen sich bei Auswärtsspielen konfrontiert mit Beschimpfungen und Wurfgeschossen, ihre Hotelzimmer werden mit Verunglimpfungen beschmiert, und in Restaurants bleibt ihnen die Bedienung verweigert. Mit einer beispiellosen Siegesserie kämpft Texas Western sich aber in der Tabelle nach oben und erzwingt den Showdown gegen die ausnahmslos aus weissen Spielern bestehende Mannschaft der Trainerlegende Adolph Rupp (Jon Voight) aus Kentucky.

Nach einer wahren Geschichte

Dieses Sportdrama nach Tatsachen beantwortet bildstark die populäre Quizfrage nach einer kleinen Collegemannschaft, die als erste vollständig mit schwarzen Spielern auflief und ein Jahrzehnt dauernde Dominanz von UCLA zu brechen vermochte. Mit seiner aufwendigen Produktion, der sympathischen jungen Besetzung und dem Soundtrack voller Motown-Hits zeichnet «Glory Road» ein mitreissendes Bild des Nachwuchssportes in der konservativen Gesellschaft der USA in den Sechzigern.
Bei Angelina Jolies Vater John Voight bedurfte es mehrerer Prothesen für Ohren, Backen und Nase, damit er dem echten Adolph Rupp ähnlich sah. Josh Lucas («Poseidon»), der vom ursprünglich dafür vorgesehenen Ben Affleck die Rolle des Trainers übernahm, durfte sich dagegen als Vorbereitung 20 Kilogramm Körpergewicht anfuttern. Der echte Don Haskins ist in «Glory Road» kurz zu sehen, er absolviert einen Kurzauftritt als Tankwart. Aus der Vampirserie «True Blood» bekannt ist der Darsteller von Harry Flournoy, Mehcad Brooks.