Film-Tipp des Tages: Watchmen - Die Wächter

In den 1980er-Jahren entstanden, gilt «Watchmen» heute als Meilenstein der Sprechblasenkultur. Regisseur Zack Snyder («300») 2009 adaptierte diese kongenial für die Kinoleinwand. In Hauptrollen zu sehen sind Malin Akerman, Billy Crudup und Patrick Wilson.

Eine Frau und ein Mann küssen sich. Der Mann leichtet hell. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aussichtslose Liebe: Malin Akerman als Silk Spectre, Billy Crudup als Dr. Manhattan. SRF/Paramount Pictures

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Sendeplatz

Samstag um 23:45 Uhr auf SRF zwei

1985 wird in seinem Appartement Edward Blake (Jeffrey Dean Morgan), besser bekannt als der Comedian, ermordet. Weil Blake, ein berüchtigter Veteran der Watchmen war – einer Bewegung maskierter Helden – schiessen die Theorien über die Täterschaft schnell ins Kraut.

Zuletzt diente er Präsident Nixon als Ein-Mann-Mordkommando, bis dieser 1977 die maskierten Vigilanten verbot. In Pension gingen damals neben dem Comedian auch Laurie Jupiter (Malin Akerman), besser bekannt als Silk Spectre II, Dan Dreiberg (Patrick Wilson) alias Nite Owl und Ozymandias (Matthew Goode), der später unter seinem richtigen Namen Adrian Veidt ein gigantisches Wirtschaftsimperium aufbaute.

Gott-ähnlicher Übermensch

Offiziell im Einsatz blieb einzig Laurie Jupiters Freund Jon Osterman (Billy Crudup), der einst bei einem Experiment verstrahlt wurde und damit zum Übermenschen Doktor Manhattan mutierte. Mit ihm verfügten die US-Amerikaner seitdem über eine unbezwingbare Waffe, die es ihnen erlaubte, den Vietnamkrieg zu gewinnen und die Russen - trotz Atompatt - zu dominieren. Ebenfalls maskiert blieb Walter Kovacs alias Rorschach (Jackie Earle Haley), der seit dem Vermummungsverbot illegal Jagd auf Missetäter macht. Weil er sich im Untergrund befindet, kann er mit seiner Vermutung, dass hinter dem Mord an Blake eine mächtige Verschwörung steckt, nicht an die Öffentlichkeit gehen. Immer tiefer führen ihn seine Privatermittlungen in einen mysteriösen Sumpf. Gleichzeitig versucht er, seine ehemaligen Kollegen zu reaktivieren.

Apokalyptische Ängste aus dem kalten Krieg

Als Alan Moore in den 1980er-Jahren die zwölfbändige Graphic Novel «Watchmen» konzipierte, bestand die Welt noch aus zwei Blöcken, die sich in einem Kalten Krieg gegenüberstanden. Die beiden Supermächte verfügten über das Potenzial, die Erde mittels Atomraketen mehrmals komplett zu zerstören. Diese Untergangsvision befeuerte damals die apokalyptischen Ängste der Menschen und liess Verschwörungstheorien und «Was wäre wenn?»-Szenarien blühen. «Watchmen» passte bestens in dieses Klima.

Hervorragende Verfilmung eines Kult-Comic

20 Jahre später ist es nicht ganz einfach, diese Paranoia-Stimmung nachzuerzählen, sie aus dieser monströsen Antiutopie herauszudestillieren. Zack Snyder («300») hat den Versuch unternommen, und der Spagat ist ihm hervorragend gelungen: Auf der einen Seite bleibt er der Comic-Vorlage erstaunlich treu. Auf der anderen Seite wurde «Watchmen» mit Action, atemberaubenden Settings, gelungenem Soundtrack und unverbrauchten Schauspielern so aufgepeppt, dass das Comic-Monument nun auch von einer jüngeren Generation mit Gewinn betrachtet werden kann.