Film-Tipp des Tages: «Wild Things»

Ein Lehrer gerät unter Verdacht, eine Schülerin sexuell missbraucht zu haben. Vor Gericht sieht aber plötzlich alles ganz anders aus. So wie die Alligatoren in den Sümpfen ruhig auf ihre Beute warten, so schlummern auch unter der glanzvollen Oberfläche Floridas Sex, Gier und Gewalt.

Ein Mann in Anzug kniet neben einer leblosen Frau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Tatort: Kevin Bacon als Detektiv Ray Duquette, Denise Richards als Kelly Copyright SRF/Kineos

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Sendeplatz

Dienstagnacht um 23:40 Uhr auf SRF zwei.

Die kesse Kelly van Ryan (Denise Richards) lässt keine Gelegenheit aus, mit dem gut aussehenden Lehrer Sam Lombardo (Matt Dillon) zu flirten. Die Tochter der wohlhabenden Sandra van Ryan (Theresa Russell) kann es nicht fassen, dass er sie keines Blickes würdigt. Direkt beleidigend empfindet Kelly, dass er sich stattdessen für die Aussenseiterin Suzie Toller (Neve Campbell) engagiert.

Nachdem Kelly dem beliebten Lehrer den Wagen gewaschen hat, setzt sie alles auf eine Karte. Mit durchnässtem weissem T-Shirt stattet sie Lombardo einen Besuch ab, um wenig später ihrer Mutter tränenüberströmt zu berichten, sie sei von ihm vergewaltigt worden. Detektiv Ray Duquette (Kevin Bacon) und seine Partnerin Perez (Daphne Rubin-Vega) haben aber Zweifel an Kellys Anschuldigungen. Trotzdem sieht sich der Angezeigte gezwungen, einen Anwalt für seine Verteidigung zu finden. Dabei stösst er auf den abgebrannten Rechtsverdreher Ken Bowden (Bill Murray). Doch Lombardos Albtraum will kein Ende nehmen: Auch Suzie bezichtigt ihn plötzlich der Vergewaltigung.

Es kommt zum Prozess, in dessen Verlauf Bowden über sich selbst hinauswächst und die beiden Mädchen in Widersprüche verstricken kann. Die Anklage platzt, und Sam Lombardo erhält 8,5 Millionen Dollar als Schadenersatz zugesprochen. Die Sache scheint gelaufen, doch für Duquette ging alles plötzlich gar glatt. Bei seinen Nachforschungen dringt er in ein verwirrendes Netz aus Gier, Neid, sexueller Macht und Hörigkeit und stösst schon bald auf die erste Leiche.

Nach kultigen Low-Budget-Produktionen wie «Henry - Portrait of a Serial Killer», «The Borrower», «Normal Life» und dem gegen den Typ besetzten «Mad Dog and Glory» mit Robert De Niro und Bill Murray legte Regisseur John McNaughton «Wild Things» vor, den er selber als «völlig pervers mit aalglattem Look» bezeichnet. Für den «Berner Bund» ist «'Wild Things' (...) ein unterhaltsames Spiel, in dem Regisseur McNaughton dauernd die Regeln des guten cineastischen Geschmacks verletzt.» Im feucht-heissen Klima Floridas legen sich die Schönen und Reichen mit atemlosem Tempo übers Kreuz. Die beiden weiblichen Hauptrollen sind mit dem späteren Bond-Girl Denise Richards und «Scream»-Star Neve Campbell besetzt. Beide sind mittlerweile mit ihren Karrieren vom Weg abgekommen und ergattern sich nur noch vereinzelt Rollen.