Türen schlagen wie von Geisterhand zu, Gegenstände fliegen durch die Luft, Menschen verenden auf schreckliche Weise. «Host» hat die typischen Zutaten eines Spuk-Films.
Doch etwas ist anders: Es gab keine Film-Crew. Die Darstellerinnen waren auf sich allein gestellt. Sie konnten nicht raus aus der Wohnung und der Regisseur nicht zu ihnen. Denn die Dreharbeiten fanden während des Lockdowns statt.
Live-Morde am Bildschirm
Den Lockdown nahm Regisseur Rob Savage gleich in die Story auf. «Host» spielt während der Corona-Pandemie. Sechs Freundinnen verabreden sich zu einem Video-Call.
Doch diesmal geht’s nicht nur um Tratsch. Sie wollen Geister beschwören. Dafür haben sie ein Medium eingeladen, dass sich in den Call einschaltet.
Doch natürlich geht alles schief. Statt einer netten Seele haben die Freundinnen bald einen bösen Dämon am Hals. Über ihre Webcams müssen sie mit ansehen, wie er eine nach der anderen umbringt.
In diesem Video-Call-Look ist der gesamte Film gehalten. Schaut man «Host» auf dem Laptop, so hat man das Gefühl, Teil des Video-Anrufs zu sein. Das sorgt für Spannung und einige Schreck-Momente.
Darstellerinnen werden zu Stunt-Frauen
Die Dreharbeiten zum Horror-Film waren ungewöhnlich. Der Regisseur gab den Darstellerinnen aus der Ferne Anweisungen.
Umsetzen mussten sie diese für sich allein. Sie waren zuständig für Kamera, Licht, Make-Up und sogar Stunts. In virtuellen Workshops lernten sie vor Drehbeginn, wie man Dinge herumfliegen oder Türen zuknallen lässt.
Ein Streich als Inspiration
Die Idee für den Film hatte der junge Regisseur nach einem Streich, den er seinen eigenen Freundinnen im April 2020 gespielt hatte.
Während eines Video-Calls simulierte er Geräusche im Estrich. Er stieg hoch. Und setzte dann einen Film-Clip mit einem Monster ein. Ein Schock-Moment für die ahnungslosen Freunde.
Rob Savage stellte das Video online. Es ging viral. Die Idee für einen Langfilm (oder mit 55 Minuten Laufzeit eher einen langen Kurzfilm) war geboren. Von der Konzeption bis zur Veröffentlichung von «Host» dauerte es lediglich 12 Wochen.
Filme und Serien im Video-Call-Stil lassen sich relativ schnell umsetzen. So können die Macherinnen spontan auf aktuelle Ereignisse reagieren.
Aus einer schwierigen Lage das Beste machen – das haben diese Kreativen definitiv geschafft. Denn «Host» ist nicht gut, obwohl er remote gedreht wurde. Sondern gerade deshalb.