10 Perlen aus dem Locarno-Programm

10 Tipps für eine «buona visione»: Diese Highlights aus dem Festivalprogramm versprechen von 5 bis 216 bewegende Minuten in Locarno.

Wenn vom 5. bis zum 15. August das Filmfestival stattfindet, werden in Locarno 179 Lang- und 87 Kurzfilme gezeigt. Bei dieser Menge an Filmen fällt die Auswahl nicht leicht. Wir haben uns durch das Festivalprogramm geackert und zeigen hier unsere 10 Favoriten, für die es sich lohnt, bei schönem Wetter in den Kinosaal zu gehen oder sich in den Kampf um einen guten Sitzplatz auf der Piazza zu begeben.

    • 1.
      «Heimatland»
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      Ausschnitt aus «Heimatland»

      2:38 min, vom 31.7.2015

      Der einzige Schweizer Film im internationalen Wettbewerb: In «Heimatland» machen 10 Regisseurinnen und Regisseure ein Gedankenexperiment. Der Film zeigt, wie verschiedene Personen mit einem Jahrhundertsturm umgehen, der die Schweiz bedroht.

    • 2.
      «Jack»
      Ein Mann geht durch das leicht geöffnete Tor eines Gefängnisses. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: «Jack» von Elisabeth Scharang. Festival del Film Locarno

      Der österreichische Film erzählt die wahre Geschichte des Schriftstellers und Mörders Jack Unterweger. Dieser wurde nach dem Mord an einer jungen Frau zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis begann er zu schreiben und wurde nach 16 Jahren vorzeitig entlassen. Zwei Jahre später wurde er erneut festgenommen: Er wurde verdächtigt, Morde an neun Prostituierten verübt zu haben.

    • 3.
      «Bring Me the Head of Alfredo Garcia»
      Ein Mann in blutverschmiertem Anzug hält eine Pistole und eine Tasche. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: «Bring Me the Head of Alfredo Garcia» von Sam Peckinpah. Festival del Film Locarno

      Seine diesjährige Retrospektive widmet das Filmfestival Locarno dem US-amerikanischen Regisseur Sam Peckinpah. Berühmtheit erlangte Peckinpah unter anderem mit dem Western «The Wild Bunch» oder dem Actionfilm «Getaway» mit Steve McQueen. «Bring Me the Head of Alfredo Garcia» von 1974 ist ein böser, grotesker Film über einen abgehalfterten Barpianisten, der sich mit dem abgetrennten Kopf einer Leiche auf dem Beifahrersitz auf einen Roadtrip der Gewalt begibt – das ist bizarr, unvergesslich und als Film seiner Zeit vierzig Jahre voraus.

    • 4.
      «Erlkönig»
      Gemaltes Bild: Ein Skelet in Köniskleidung in einem Park. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: «Erlkönig» von Georges Schwizgebel. Festival del film Locarno

      Allabendlich stellt sich auf der Piazza nach dem ersten Film die Frage: Soll man so spät, bei Nacht und Wind, noch sitzenbleiben, oder soll man sich den zweiten Film auch noch anschauen? Am 9. August ist diese Frage leicht zu beantworten: Denn dann zeigt der Animationsfilmer Georges Schwizgebel sein neustes Werk «Erlkönig», basierend auf Goethes gleichnamiger Ballade. Nach dem fünfminütigen Film kann man für den kanadischen Film «Guibord s'en va-t-en guerre» auf jeden Fall auch noch sitzenbleiben.

    • 5.
      «Als die Sonne vom Himmel fiel»
      Eine alte Frau sitzt an einem Tisch vor einem Fotoalbum. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: «Als die Sonne vom Himmel fiel» von Aya Domenig. Festival del Film Locarno

      Mit dem Dokumentarfilm «Als die Sonne vom Himmel fiel» ist ein weiterer Schweizer Beitrag in Locarno zu sehen, in diesem Fall im Rahmen der «Semaine de la critique». In der schweizerisch-finnische Koproduktion begibt sich die Regisseurin Aya Domenig auf die Spuren ihres Grossvaters, der 1945 beim Abwurf der Atombombe im Spital von Hiroshima arbeitete.

    • 6.
      «Me and Earl and the Dying Girl»
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      Ausschnitt aus «Me and Earl and the Dying Girl»

      0:47 min, vom 31.7.2015

      Ein Schüler wird von seinen Eltern dazu gezwungen, Zeit mit einer an Leukämie erkrankten Mitschülerin zu verbringen. Bei seiner Premiere am Sundance Festival begeisterte der tragikomische Film Publikum, Jury und Kritiker. Das verspricht Gefühlskino mit Hirn und Herz – und einen prächtigen Abend auf der Piazza.

    • 7.
      «Heaven's Gate»
      Video «Trailer zu «Heaven's Gate»» abspielen

      Trailer zu «Heaven's Gate»

      2:21 min, vom 31.7.2015

      Am 9. August erhält Michel Cimino den Ehrenleoparden. Der oscarprämierte Regisseur landete mit «The Deer Hunter» mit Robert de Niro 1978 einen Hit: Fünf Oscars gewann das Kriegsdrama. Neben diesem Film wird in Locarno ein weiteres Schlüsselwerk in Ciminos Karriere gezeigt: Der epochale Nachkriegswestern «Heaven's Gate» von 1980 erntete vernichtende Kritiken und war ein finanzieller Flop. In restaurierten Neuaufführungen hat der Film 2005 an der Berlinale und 2012 in Venedig eine späte Würdigung erhalten. In Locarno wird die 216 Minuten lange Version des Films gezeigt.

    • 8.
      «Trainwreck»
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      Trailer zu «Trainwreck»

      2:19 min, vom 31.7.2015

      Keiner bringt pubertäre Spässe mit so viel Charme auf die Leinwand wie Judd Apatow. Als Regisseur von Filmen wie «Knocked Up» oder «Funny People» sowie als Produzent unzähliger weiterer Film- und TV-Komödien wurde er zu einem der umtriebigsten Spassmacher in Hollywood. Auch sein neuster Streifen «Trainwreck» mit der quirligen Amy Schumer verspricht beste Unterhaltung mit viel Herz und noch mehr Sexwitzen.

    • 9.
      «La Salamandre»
      Schwarzweissaufnahme von Bulle Ogier Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Bulle Ogier in «La Salamandre» von Alain Tanner. Festival del Film Locarno

      Die französische Schauspielerin Bulle Ogier erhält den «Pardo alla carriera». Das Filmfestival zeigt sechs Filme mit Ogier, unter anderem den Schweizer Film «La Salamandre» von Alain Tanner. Der Film von 1971 zeigt Ogier als junge Frau, die bezichtigt wird, ihren Onkel erschossen zu haben. Ein Journalist soll nun einen Film über dieses Ereignis drehen.

    • 10.
      «Fight Club»
      Zwei Männer stehen vor einer Bar und sprechen miteinander. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Edward Norton (rechts) in «Fight Club» (1999) von David Fincher. Festival del film Locarno

      Am Eröffnungsabend in Locarno wird Edward Norton mit dem «Excellence Award» ausgezeichnet. Kurz davor bietet sich die Gelegenheit, den vielleicht wichtigsten Film in Nortons Karriere wieder mal auf Grossleinwand zu sehen: Der rasante Prügelfilm von David Fincher mixt Konsumkritik mit blutigen Kämpfen, elektronischer Musik und Flashback-Humor.