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Legende: Video 5 Fragen an Heidi Maria Glössner abspielen. Laufzeit 02:48 Minuten.
Aus SRF Kultur vom 25.07.2019.
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Förderung für Drehbuchautoren «Ich warte gespannt auf die Texte»

SRF und das Zurich Film Festival fördern Autorinnen und Autoren. Bereits zum siebten Mal vergeben sie am 5. Oktober den Treatment Award. Dieses Jahr ist «Die Herbstzeitlosen»-Star Heidi Maria Glössner die Jurypräsidentin.

Heidi Maria Glössner

Heidi Maria Glössner

Schauspielerin

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Heidi Maria Glössner spielte schon als Kind Theater, seit 1968 tut sie es professionell. Von 1987 bis 2008 trat sie ununterbrochen am Stadttheater Bern und am Luzerner Theater auf. Noch heute steht sie dort immer wieder mal auf der Bühne. Ab dem 26. Oktober wieder in Luzern, in der Operette «Märchen im Grand Hotel». 2006 wurde Glössner durch den SRF-Film «Die Herbstzeitlosen» einem breiten Publikum bekannt. Auch in «Tatort»-Folgen wirkte sie mit sowie 2018 in «Der Bestatter».

SRF: Das Thema des Treatment Award ist «Sprungbrett - Zeit für Veränderung». Was hat Ihr Leben verändert?

Heidi Maria Glössner: Ich wollte schon immer Schauspielerin werden. Mit viereinhalb spielte ich im Kindergarten mein erstes Theaterstück. Seither wusste ich, dass ich Schauspielerin werden will. Andere Biografien hautnah zu erleben, sich in sie hineinzudenken, sich zu verändern, das war von Anfang mein oberstes Ziel, meine grösste Freude. Das mache ich nun seit über 50 Jahren professionell.

Für welche Rolle mussten Sie sich am meisten verändern?

Das war vor allem im Theater. Im Film wird man als Typ besetzt. Ich glaube, nur Meryl Streep darf völlig unterschiedliche Frauenfiguren spielen. Im Theater erkennt man die Schauspielerin oder den Schauspieler von einer Rolle zur nächsten teils nicht wieder.

Wenn ich eine schwarze Perücke aufsetze, erkennen mich die besten Freunde nicht mehr. Im Theater darf man sich viel mehr verändern. Das war für mich das Faszinosum von klein auf: mich zu verändern.

Heidi Maria Glössner in der Schweizer «Tatort»-Folge «Die Musik stirbt zuletzt» von 2018.
Legende: Heidi Maria Glössner in der Schweizer «Tatort»-Folge «Die Musik stirbt zuletzt» von 2018. SRF Pascal Mora

Sie sind 75. Hat das Alter etwas für Sie verändert?

Natürlich. Man verändert sich körperlich und muss lernen, das zu akzeptieren. Dass man Falten hat, dass man wabbelige Arme bekommt. Ich habe das Glück, gesund zu sein. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber man muss akzeptieren, dass alles endlich ist. Freunde und Freundinnen sterben, die zum Teil jünger sind. Plötzlich ist man zuvorderst in der Reihe. Das gibt einem zu denken. Früher überlegte ich mir das weniger.

Sie stehen mit 75 immer noch auf der Bühne. Aufhören ist keine Option?

Ich glaube, dann wäre mir langweilig. Dieses Jahr bin ich total ausgebucht mit Engagements. Ich sage zwar immer: «Ich mache nun etwas weniger.» Aber wenn ich halt schöne Angebote bekomme, überwiegt die Lust, sich noch mehr zu verändern.

Was zeichnet in Ihren Augen ein gutes Drehbuch aus?

Es muss uns von Anfang hineinziehen. Wie bei «Die Herbstzeitlosen». Mir sagte mal ein Regisseur, wenn ihn ein Film in den ersten 20 Minuten nicht packe, verlasse er das Kino. So etwas merkt man schon beim Lesen eines Drehbuchs. Mein Interesse wird geweckt, wenn ein Stoff leidenschaftlich erzählt ist.

Drei alte Damen im SRF-Film «Die Herbstzeitlosen».
Legende: Heidi Maria Glössner (Mitte) 2006 im SRF-Film «Die Herbstzeitlosen». SRF Lukas Unseld

«Die Herbstzeitlosen» kam spät in Ihrem Leben. Hat das nochmal etwas verändert?

Weil ihn 638’000 Kinobesucher und nachher noch 1,4 Millionen TV-Zuschauer gesehen haben, wurde ich nachher auf der Strasse erkannt. Bis heute werde ich auf diesen Film angesprochen. Insofern hat das viel in meinem Leben verändert.

Der Treatment Award

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SRF und das Zurich Film Festival vergeben den Treatment Award. Das Treatment ist die Vorstufe zum Drehbuch. Es erzählt schon die ganze Geschichte eines Films, enthält aber noch keine detaillierten Dialoge oder Regie-Anweisungen.

Was nehmen Sie sich als Jurypräsidentin beim Treatment Award vor?

Ich weiss nicht, was auf mich zukommt. Deshalb kann ich mir gar nichts vornehmen. Ich warte gespannt auf die Texte und freue mich darauf, sie zu lesen. Ich mache mich ganz leer und lasse mich überraschen.

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