«Ghostbusters»: Viel Frauenpower, wenig Überzeugungskraft

Die Geisterjäger sind wieder los. Nach mehr als 30 Jahren kommt das Remake des Kultfilms «Ghostbusters» ins Kino. Jetzt sind es allerdings vier Frauen, die New York vor Geistern retten müssen. Das hat vorab vielen Frauenfeinden nicht gefallen. Die Folge: dumme Hass-Mails im Netz.

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Im Kino: «Ghostbusters»

Die Neuauflage des Filmklassikers will die alten Fans neu begeistern und eine neue Generation von Geisterjäger-Freunden dazugewinnen. Leider glückt dieser Version von «Ghostbusters» beides nicht. Die Rollen sind zwar im Jahr 2016 neu verteilt. Vier Frauen (Melissa McCarthy, Kristen Wigg, Kate McKinnon, Leslie Jones) jagen die Geister, ihr Assistent (Chris Hemsworth) ist ein blonder, extrem dümmlicher Schönling. Doch das reicht nicht aus, um aus einer banalen Geschichte mit viel Klamauk eine lustige Komödie zu machen.

Es sind zum Glück nicht die vier Frauen, die den Film fad und die Geisterjagd oberflächlich belanglos machen. Die vier Schauspielerinnen und ihre Sprüche können vor allem zu Beginn des Films immer wieder überzeugen. Der Film als Ganzes vermag es leider nicht.

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      Das Zitat für die Schweiz
      Man erkennt auf dem Bild das Labor von den Geistesjägerinnen. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: So sieht das Labor der Geisterjägerinnen aus. Sony Pictures

      «Dies ist ein Schweizer Taschenmesser – keine Frau sollte unbewaffnet sein.» Dass ein Schweizer Sackmesser im Notfall die Welt retten kann, weiss sogar die freakige, brillante Ingenieurin Holtzmann (Kate McKinnon). Sie setzt sonst eigentlich eher auf ausgeklügelte, moderne Protonenstrahler. Doch der Film wird es ein für alle Mal klarstellen, wozu das gute alte Schweizer Sackmesser wirklich fähig ist.

    • 2.
      Der Regisseur
      Melissa McCarthy und Paul Feig stehen vor einem Ghost Busters Schild. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Regisseur Paul Feig mit Muse Melissa McCarthy. Sony Pictures

      Regisseur Paul Feig ist der Mann, der sich für Frauenfilme stark macht. Gerade Komikerinnen haben es ansonsten in Hollywood schwer. Feig schaffte überzeugende Rollen für lustige Frauen in erfolgreichen Komödien wie «Bridesmaids», «Spy» oder «The Heat». Melissa McCarthy spielt in allen diesen drei Filmen mit. Kein Wunder, dass die Muse des Regisseurs auch bei den «Ghostbusters» dabei ist.

    • 3.
      Fakten, die man wissen sollte
      Auf dem Bild ist ein grosser Geist zu erkennen. Es ist eine Frau mit einem rot-weiss gestreiften Kleid. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Ein Geist aus dem neuen «Ghostbusters»-Film. Sony Pictures

      46 Millionen Dollar hat «Ghostbusters» am ersten Wochenende in den USA eingespielt. Gekostet hat er knapp 145 Millionen. Der Start scheint also geglückt. Diese Zahlen täuschen jedoch: Im zweitgrössten Markt, China, wird der Film nicht gezeigt. Übernatürliches kriegt dort keine Plattform. Und da es US-Komödien eh schwer haben im Ausland, steht der Erfolg des Films auf der Kippe.

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      Das Urteil
      Die vier Geisterjägerinnen benutzen ihre Waffen gegen die Geister. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: «Ghostbusters»: Mit Frauenpower, ohne Überzeugungskraft Sony Pictures

      Im Internet wurde das Remake – wegen der neuen Rollenverteilung – auf bösartige Weise attackiert. «Ghostbusters» mit Frauen? Unmöglich für chauvinistische Fans des Originals. In den sozialen Netzwerken gab es fiese Angriffe unter der Gürtellinie. In einem erschreckenden Ausmass. Die Komikerinnen sind das Beste an der Komödie, sie sind richtig lustig. Aber eineinhalb Stunden sind zu lang für ein paar perfekt getimte Witze. Schade, dass der Film als Ganzes nicht überzeugen kann. Die Geisterjägerinnen hätten den Erfolg verdient.

Kinostart: 04.08.2016