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Kinostart diese Woche: «Colette»
Aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 03.01.2019.
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Neu im Kino «Colette»: Diese Schriftstellerin hat die Hosen an

Das britische Biopic schildert die Emanzipationsgeschichte der französischen Bestseller-Autorin Colette (1873 – 1954).

Mit 16 Jahren lernt Colette (Keira Knightley) den fast doppelt so alten Henry Gauthier-Villars (Dominic West) in Paris kennen. Der Lebemann hat sich unter dem Pseudonym Willy einen Namen als Journalist und Schriftsteller gemacht.

Vier Jahre später heiraten die beiden. Colette findet bald heraus, dass ihr Mann sie betrügt. Trotzdem willigt sie ein, ihre Jugenderinnerungen unter seinem bereits bekannten Künstlernamen Willy zu veröffentlichen.

Das ehrlichste Zitat

Colette und ihr Mann Willy sitzen in einem Park in Paris.
Legende: Colette (Keira Knightley) und ihr Mann Willy (Dominic West) sind in Paris Berühmtheiten. DCM

«Das ist nicht wahr», wehrt sich Colette, als Willy ihr vorwirft, sie habe ihn verraten. Indem sie seinem Verleger gegenüber Andeutungen gemacht habe, der Roman «Claudine à lécole» (1900) sei nicht von ihm.

Das Spiel mit Lüge, Dichtung und Wahrheit beschert dem Ehepaar zwar Ruhm, wird letztlich aber auch zu seinem Stolperstein. Willy weigert sich, unter dem Namen von beiden zu publizieren. Darum lässt sich Colette 1905 schliesslich von ihm scheiden.

Die Hauptdarstellerin

Colette in Männerkleidern.
Legende: Colettes Selbstbewusstsein wächst stetig. Schliesslich wagt sie es sogar, Männerkleider zu tragen. DCM

Die Engländerin Keira Knightley hat schon mehrfach bewiesen, dass ihr Kostümfilme ganz besonders liegen. Am bekanntesten sind sicher die Jane-Austen-Adaption «Pride and Prejudice» (2005), sowie die ersten drei Filmabenteuer der «Pirates of the Caribbean» (2003-07).

Auch in «Colette» vermag die 33-Jährige zu überzeugen. Dank ihres alterslosen Gesichts gelingt es ihr, die Heldin in jeder Lebenslage glaubhaft zu verkörpern. Immerhin muss sie die Titelrolle vom Teenager-Mädchen mit Zöpfen bis zur erwachsenen Frau in Männerkleidern spielen.

Fakten, die man wissen sollte

Die echte Autorin Colette.
Legende: Die Französin Colette galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Skandalautorin. imago/Leemage

Colette hiess mit vollem Namen Sidonie-Gabrielle Claudine Colette und kam im ländlichen Burgund zur Welt. Ihre «Claudine»-Romane wirkten Anfang des 20. Jahrhunderts auf junge Frauen ähnlich stark wie über 100 Jahre zuvor Goethes «Die Leiden des jungen Werthers» auf Männer.

Nach der Scheidung von Willy schrieb Colette noch viele Romane unter eigenem Namen. «Chéri» (1920) und «Gigi» (1944, Verfilmung 1958) gehörten zu den populärsten. Sie trat auch auf Variété-Bühnen auf und leitete das Feuilleton von «Le Matin».

Das Urteil

Willy wird von Freunden hochgehoben.
Legende: Henry Gauthier-Villars alias Willy (Dominic West) lässt sich feiern. DCM

«Colette» kommt formal zwar wie ein konventioneller Kostümfilm daher, überzeugt aber inhaltlich als temporeiche Emanzipationsgeschichte. Regisseur Wash Westmoreland hat mit seinem inzwischen verstorbenen Lebenspartner Richard Glatzer ein ebenso unterhaltendes wie kenntnisreiches Drehbuch geschrieben.

Die Besetzung ist geradezu ideal – bis in die Nebenrollen. Schon allein Keira Knightleys Mimenspiel ist das Eintrittsgeld wert. Und Dominic West überzeugt als Colettes machtgieriger Gegenspieler.

Kinostart: 3.1.2019

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Keith Kneghtley war schon magisch in Stolz und Vorurteile und selbstverständlich ist ihr so ein Film wie auf das Gesicht geschnitten, niemand könnte das besser spielen. Aber leider haben die Hetromänner sowas von recht. Der Böse Mann wird von Schwulen und Lespen einmal mehr medial missbraucht währeddem alle Sündenböcke aus andern geschlechtlichen Richtungen versteckt werden. Das geht in einem Me too Zeitalter je länger und lauter desto weniger. Gutmütigkeit sollte nicht ausgenützt werden.
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  • Kommentar von Pino Buoro  (PiBu)
    Das ist ihr gutes Recht den Film nicht zu schauen - ich bin auch hetero, zwar etwas älter aber nicht hässlich
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  • Kommentar von markus kohler  (nonickname)
    Ein schwuler Regisseur verfilmt die Geschichte einer Lesbe und lässt die heterosexuellen Männer alt und hässlich aussehen. Im Zeitalter des LGBTQ Kults kommt das gut an, aber ich werde mir diesen "Queer-Schinken" nicht anscahuen.
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    1. Antwort von Pascal Vonlanthen  (Pascal V)
      Sie haben den Film nicht gesehen aber wissen, dass die heterosexuellen Männer darin alt und hässlich aussehen?
      Für das Gerät mit welchem Sie Ihren Kommentar geschrieben haben hat übrigens der schwule Alan Turing die Grundsteine gelegt.
      Konsequenterweise sollten Sie keinen Computer mehr benutzen.
      Leonardo da Vinci war auch schwul, ich hoffe Sie sind noch nie in einem Heli geflogen... Ich merk grad ein homophobes Leben ist anstrengend, kümmern Sie sich doch um anderes als sexuelle Orientierung.
    2. Antwort von Julian Haas  (ProNatur)
      Man wird Sie im Kinosaal auch nicht sonderlich vermissen.