Und wieder Ausserirdische. Die kleinen grünen Männchen lassen Steven Spielberg einfach nicht los. «Unheimliche Begegnung der dritten Art» war 1977 einer von Spielbergs ersten Filmen, mit «E.T.» von 1982 gelang ihm einer seiner grössten Erfolge und 2005 schickte er Tom Cruise in den «Krieg der Welten». Selbst Indiana Jones liess er 2008 Ausserirdischen begegnen.
Verheimlichte Begegnungen der dritten Art
Nun also «Disclosure Day»: Im neuen Spielberg-Film haben die Aliens schon vor Jahrzehnten Kontakt aufgenommen mit der Erde. Nur weiss die Mehrheit der Menschen nichts davon, weil eine dubiose halbstaatliche Firma den Deckel darauf hält. Unter Verschluss gehalten werden nicht nur der Raumschiffabsturz von Roswell und andere Alien-Sichtungen, sondern auch, dass die Behörden Ausserirdische verhört und gefoltert haben.
Eine Gruppe abtrünniger Mitarbeiter dieser Firma will die Daten nun öffentlich machen. Auf diese macht die Firma, die über ein unendlich scheinendes Heer bis an die Zähne bewaffneter Mitarbeiter verfügt, nun mit Vehemenz Jagd.
«Es ist alles wahr»
Mit diesem Film schliesst Spielberg an sein Frühwerk «Unheimliche Begegnung der dritten Art» an. Bei beiden Filmen hat Spielberg selbst das Drehbuch verfasst, und bei beiden geht es weniger um Ausserirdische als viel mehr um die Menschen und um die Frage, was das Wissen über ausserirdisches Leben mit uns macht.
Steven Spielbergs Alien-Filme
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Bild 1 von 4. «Unheimliche Begegnung der dritten Art» war 1977 einer von Spielbergs ersten Kinofilmen. Das Drehbuch verfasste Spielberg selbst. Es handelt von friedlichen Ausserirdischen, die Kontakt mit den Menschen aufnehmen. Bildquelle: IMAGO / Capital Pictures.
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Bild 2 von 4. 1982 entzückte dieser putzige Ausserirdische nicht nur die junge Drew Barrymore, sondern fast die ganze Welt. «E.T. – Der Ausserirdische» war lange Zeit der erfolgreichste Film überhaupt. Bildquelle: IMAGO / EntertainmentPictures.
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Bild 3 von 4. Für einmal sind auch bei Spielberg die Ausserirdischen nicht friedlich: In «War of the Worlds» hetzt er 2005 eine Horde von mörderischen Aliens auf Tom Cruise. Der Film ist eine Adaption von H.G. Wells SciFi-Roman von 1898. Bildquelle: IMAGO / ZUMA Press Wire.
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Bild 4 von 4. Auch Indy glaubt an Aliens: In Spielbergs Film «Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels» von 2008 entdeckt der abenteuerlustige Archäologe ausserirdische Artefakte. Bildquelle: IMAGO / Album.
Steven Spielberg selbst ist überzeugt davon, dass es Ausserirdische gibt – und dass die Regierung davon weiss: «Es gibt Menschen in hohen Positionen in der Regierung und im Militär, die sagen: ‹Es ist alles wahr, und die Menschen sollten das wissen›. Darum habe ich dieses Drehbuch geschrieben», sagt er im Interview mit SRF.
Ferngesteuert aus dem All
Die Handlung von «Disclosure Day» darf man deshalb für bare Münze nehmen. Alien-Enthusiast Spielberg fordert, dass Informationen über ausserirdisches Leben öffentlich gemacht werden.
Wie alle von Spielbergs Alien-Filmen spielt auch dieser auf der Erde – und wie bei fast all diesen Filmen sind die Ausserirdischen der Menschheit so überlegen wie wohlgesinnt. Der grosse Unterschied zwischen «Disclosure Day» und «Unheimliche Begegnung» liegt in der erzählerischen Unruhe.
Wo Spielberg 1977 es in erster Linie dabei beliess, mit seinen Protagonistinnen und Protagonisten über die Ausserirdischen zu staunen, verwebt er den ehrfürchtigen Blick in den Sternenhimmel nun mit einer actiongeladenen Verfolgungsjagd.
Die Hauptfiguren werden von den Ausserirdischen telepathisch gesteuert – und wissen deshalb nie so Recht, warum sie wohin unterwegs sind. Das Publikum bleibt genauso im Dunkeln darüber, wo die Reise hinführt, und man wird den Verdacht nicht los, dass es der Film selbst auch nicht immer ganz sicher weiss.
Der staunende Blick in die Sterne
Wegen der atemlosen Hetzjagd kann Spielberg den Fragen, die ihn eigentlich interessieren, nur wenig Raum lassen: Würde die Welt vollends aus den Fugen geraten, wenn wir wüssten, dass es Ausserirdische gibt? Können wir noch an einen Gott glauben, wenn überlegene Wesen vor unseren Nasen stehen?
«Disclosure Day» ist ein rasanter, spannender Film. Die Handlung schlägt den einen oder anderen unerwarteten Haken, dennoch lässt einen dieser etwas überladene und überlange Film vermuten: Steven Spielberg hat das Staunen über seine Aliens ein Stück weit verlernt.
Kinostart: 10.6.2026