Schweizer Heimatidylle, Mundarthits, eine romantische Liebesgeschichte: Der Film «Ewigi Liebi», koproduziert von SRF / SRG, ist ein kitschiger Kracher fürs Herz. Gespickt mit vielen Ohrwürmern der grossen helvetischen Sängerinnen und Bands der letzten 30 Jahre. «Ewigi Liebi», «Scharlachrot», «Alperose» – Schweizer Feelgood in Liedform.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen erfolgreichsten Schweizer Musical aller Zeiten, das, 2007 uraufgeführt, über 1000 Mal gespielt wurde. Das Markenzeichen: Es ist ein Compilation- oder Jukebox-Musical. Das Rezept: Man nehme schon bestehende Lieder, hier populäre Schweizer Popsongs, und entwickle daraus eine neue Geschichte.
Roman Riklin hatte die Idee, schrieb das Buch und war für die musikalische Leitung des Kult-Bühnenstücks verantwortlich. Die Zeit sei damals reif gewesen für ein grosses Schweizer Mundartmusical, sagt der Autor, Songwriter und Musiker.
«Es gab den internationalen Trend von erfolgreichen Juke-Box-Musicals wie ‹Mamma Mia› oder ‹We Will Rock You›. Und wir haben populäre Schweizer Songs mit einer funktionierenden Geschichte verbunden – das war neu und erfolgreich.» Compilation-Musicals seien, so Riklin, heute immer noch ein Trend.
Vergnügliche Zeitreise in die 90er-Jahre
Diese Popularität nutzt auch der Film und verwebt sie mit der ursprünglichen Musical-Geschichte: Sie erzählt von Daneli und Heidi, die sich einst liebten und es wegen Missverständnissen vergeigten. Die Dialoge sind gepfeffert: Wer hät wänn betroge? – Du mich mit em Ferdi. – Häsch du es Wahrnehmigsproblem? Du häsch mit de Sabe. Du!
30 Jahre nach ihrer Trennung erhalten Heidi und Daneli die Chance, in die Vergangenheit zu reisen, ihre Gegenwart zu verändern und vielleicht doch noch ihr gemeinsames Glück zu finden.
Nostalgie in Bild und Ton
Eine vergnügliche Zeitreise in die 90er-Jahre beginnt. Der Film spielt mit der Nostalgie im Bild und in den Songs. Das faszinierte Schauspielerin Susanne Kunz, die in ihrer ersten Filmhauptrolle als erwachsene Heidi glänzt: «Das ist sehr fest angeknüpft an meinem Sein als Schweizerin. Und mit sehr vielen Erinnerungen verknüpft aus Teenagerzeiten und anfangs meiner 20er-Jahre.»
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Bild 1 von 3. Regisseur Pierre Monnard (Mitte) gibt Elena Flury und Luca Hänni Anweisungen. Monnard landete mit «Platzspitzbaby» (2020) und mit «Hallo Betty» (2025) zwei Kinohits, die Schweizer Phänomene beleuchten. Nun wagt er sich an die Kinoadaption des erfolgreichsten Musicals der Schweiz. Bildquelle: DCM Film Distribution.
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Bild 2 von 3. Die erwachsenen Versionen der Hauptfiguren Heidi und Dänu übernehmen Susanne Kunz und Pasquale Aleardi. Er ist erst seit ein paar Jahren wieder in der Schweiz und hatte den Hype ums erfolgreiche Musical und den Song «Ewigi Liebi» verpasst. Als er seiner Frau sagte, er gehe zum Casting des Films «Ewigi Liebi», habe sie sofort angefangen zu singen. Bildquelle: DCM Film Distribution.
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Bild 3 von 3. Die romantische Komödie ist eine vergnügliche Zeitreise in die 90er-Jahre: Pasquale Aleardi (links) als erwachsener Daneli, daneben Luca Hänni als dessen junge Version und Regisseur Pierre Monnard. Bildquelle: DCM Film Distribution.
Auch Sänger und Songwriter Luca Hänni gibt als junger Daneli sein Kinodebüt. Die Mischung von Schauspiel und Mundart-Gesang kriegt der Popstar charmant hin. «Die Musik hat mich natürlich schon gestärkt», gibt er verschmitzt zu: «Da konnte ich Mut tanken. Wenn wieder eine Song-Passage kam, hat es sich für mich angefühlt wie ein Videodreh. Da habe ich gedacht: Das kenne ich, das kann ich.»
Romantische Komödie ruft nach ewigem Kitsch
Regie führte Pierre Monnard («Hallo Betty»). Er wollte den emotionalen Kern des Musicals bewahren, aber mit modernen Twists überraschen. Dabei fehlt dem Film das Trashige und die Ironie des Original-Musicals. Das sei Absicht, der Film habe den Kitsch gesucht und forciert. «Ich denke, Kitsch steckt schon in der DNA vom Musical und im Genre dieser romantischen Komödie, wo es um grosse Emotionen geht, um die Liebe. Und diese Zeitreise ruft nach einem ewigen Kitsch, den ich persönlich extrem charmant finde.»
Im Film «Ewigi Liebi» ist drin, was draufsteht. Er ist kitschig, brav und bunt. Mitreissend gesungen, pfiffig gespielt und sehr unterhaltsam.
Kinostart Deutschschweiz: 12. Februar 2026