Lange galt das Animationsstudio Pixar als geniale Kreativfabrik: Es produzierte Filme voller unglaublicher Ideen und guter Gags, die Erwachsene und Kinder gleichermassen gerne schauten. Aber dies schien seit längerem vorbei. Sicher, die meisten Animationsspektakel spielen ihr Geld ein und tauchen regelmässig bei den Oscars auf, aber es sind mittlerweile oft Fortsetzungen. Der erfolgreichste Pixar-Film ist «Inside Out 2», der weltweit über 1.6 Milliarden US-Dollar einspielte.
Fortsetzungen über Fortsetzungen
Sequels sind reizvoll für das Studio, weil die Entwicklungskosten geringer sind. Die Figuren sind schon entwickelt, genauso wie die Welt, in der sie existieren. Ausserdem gehen die Macher davon aus, dass Zuschauende sich Dinge, die sie schon kennen, eher anschauen. Deshalb ist es kaum überraschend, dass Neues von «Coco» und «The Incredibles» angekündigt ist.
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Bild 1 von 3. Pixar-Hit «Inside Out» (2015): Die Heldinnen und Helden des Animationsfilms sind Kummer, Freude, Angst, Ekel und Wut – die personifizierten Gefühle einer Teenagerin. Auch «Inside Out 2» (2024) war ein Kassenschlager. Bildquelle: Disney.
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Bild 2 von 3. «Spiderman: Into the Spider-Verse» (2018) von Pixars Konkurrenz Sony Studios und die Fortsetzung «Across the Spider-Verse» (2023) gelten als zwei der innovativsten Animationsfilme der letzten Zeit. Teil 3 kommt 2027. Bildquelle: Sony.
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Bild 3 von 3. Die Erfolgsgeschichte von Pixar begann 1995 mit «Toy Story». Es war der erste komplett computeranimierte Film. Bisher gibt es vier Teile. Teil fünf kommt in diesem Sommer. Bildquelle: Disney.
Bei den Animationen sind es oft andere Studios, die zeigen, was Innovation bedeutet. Allein Sony Studios mit seinem oscarprämierten «Spiderman: Into the Spider-Verse» (2018) oder dem gerade in den Kinos gestarteten «GOAT», die jeweils ein Feuerwerk für die Augen sind.
Mit neuen Stoffen hat Pixar zuletzt eher zwiespältige Erfahrungen gemacht. «Elemental» ging am Startwochenende im Juni 2023 unter und entwickelte sich erst im Verlauf des Sommers zu einem Hit. Vergangenes Jahr floppte «Elio», eine Geschichte über einen Jungen, der seine Eltern verloren hat und davon träumt, auf Ausserirdische zu treffen, was dann auch passiert.
Die Abenteuer des Titelhelden wurden so uninspiriert und unkomisch erzählt, dass es nicht wundert, dass Menschen, die einen Familienfilm sehen wollten, Realverfilmungen von «How to train your Dragon» oder «Lilo & Stitch» bevorzugten. Eine Oscar-Nomination hat «Elio» übrigens trotzdem bekommen. Doch dieses Jahr fährt Pixar zweispurig.
Mit Einfallsreichtum vergangener Tage
Einerseits wird im Juni die Erfolgsreihe «Toy Story» mit einem fünften Teil fortgesetzt. Bisher haben die Filme rund ums lebende Spielzeug über drei Milliarden US-Dollar eingespielt. Eine sichere Sache also. Davor und andererseits gibt es aber diese Woche was Neues aus dem Animationsstudio: «Hoppers». Der zeigt Pixars Einfallsreichtum vergangener Tage.
Die Heldin ist die 19-jährige Tierfreundin Mabel, die einen Teich mit seinen Tieren vor dem Bürgermeister und seinen Brückenbauprojekt retten will. Das klappt eher mässig, bis sie auf Wissenschaftlerinnen trifft, die Tierroboter entwickelt haben, in die das menschliche Gehirn transferiert werden kann. Es ist also ein bisschen wie in James Camerons «Avatar».
Mabel verwandelt sich in einen Biber und kann dadurch mit anderen Tieren sprechen, die glauben, sie wäre ein echter Säuger. Ihr Abenteuer beginnt.
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Bild 1 von 3. Das ist «Hoppers»: Tierliebhaberin Mabel, deren Bewusstsein in einen lebensechten Roboter-Biber übertragen wird. Bildquelle: Disney.
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Bild 2 von 3. König George trifft auf Mabel als Biber. Die Tierwelt ist in Königreiche eingeteilt, die an die Kultserie «Game of Thrones» erinnern. Der Berater heisst hier allerdings nicht Hand, sondern Pfote des Königs. Bildquelle: Disney.
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Bild 3 von 3. Neben Bibern und anderen Säugetieren spielen in «Hoppers» auch Reptilien, Insekten und Vögel mit. Fauna-Filmspass für die ganze Familie! Bildquelle: Disney.
Das Gute ist, dass es keine unrealistische Tierwelt ist. Dass die Tiere sich untereinander verspeisen, ist normal und Teil der von den Tieren entwickelten Teichregeln.
«Hoppers» ist lustig, schnell, aber auch manchmal traurig. Die Botschaft ist klar: Menschen und Tiere bewohnen dieselbe Welt und müssen in friedlicher Koexistenz miteinander leben. «Hoppers» hat die Qualität alter Pixar-Filme. Also: Anschauen und dabei davon träumen, ein Biber zu sein.
Kinostart: 5. März