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Neu im Kino «Johnny English 3»: So doof, dass es schon fast wieder lustig ist

Rowan Atkinson, bekannt als Mr. Bean, macht erneut auf 007. Franzosen, Smartphones und Frauen kommen dabei schlecht weg.

Legende: Video Kinostart diese Woche: «Johnny English Strikes Again» abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 19.10.2018.

Johnny English, der schusseligste Spion Englands, schlägt wieder zu. Weil alle anderen Agenten enttarnt wurden, kommt der Tollpatsch erneut zum Zuge. Um eine Cyber-Attacke abzuwenden, kehrt er mit grosser Freude aus dem Ruhestand zurück.

Seine Arbeitsweise ist auf dem Stand vor seiner Pension. Jegliche moderne Technik verteufelt er. In diesem Abenteuer kommt ihm die Liebe für alles Analoge jedoch zu Gute. Dank seiner digitalen Abstinenz können ihn Hacker weder orten, noch manipulieren.

Das abfälligste Zitat

Auf dem Foto ist die russische Spionin Ophelia (Olga Kurylenko) mit einer Pistole zu sehen.
Legende: Diese russiche Spionin (Olga Kurylenko) entwischt English in einem Elektroauto. Sie war bereits 2008 als Bond-Girl in «Quantum of Solace» zu sehen. Universal Pictures, Giles Keyte

Johnny English und sein Assistent Bough (Ben Miller) beobachten, wie die schöne russische Spionin Ophelia (Olga Kurylenko) mit einem modernen Auto davondüst. Sie nehmen die Verfolgung auf.

«Sieht aus wie ein Elektroauto», meint Bough zu English. Der elektronikfeindliche English entgegnet ihm: «Ja und es hört sich an wie ein Nasenhaartrimmer».

Der vermeintliche «Nasenhaartrimmer» stellt sich als dynamischer und ausdauernder Sportwagen heraus. Übrigens: Rowan Atkinsons Einstellung gegenüber Technik ist nicht ganz so altmodisch, wie die seiner Figur. Er hat Elektrotechnik studiert.

Der Schauspieler

Auf dem Bild ist Mr. Bean zu sehen, wie er listig eine Karte von der Seite beäugt.
Legende: Seltsame Grimassen sind Rowan Atkinsons Kapital – wie hier in «Mr. Bean's Holiday». Imago

Atkinson wird Mr. Bean nicht mehr los. Im ersten Johnny-English-Film trägt er zunächst sogar noch das klassische Mister-Bean-Outfit.

«Im echten Leben nennt man mich öfter Mr. Bean als Mr. Atkinson», sagte der Schauspieler 2011 im Interview mit 20 Minuten. Er pflege zu Mr. Bean eine Hassliebe. Er liebe es, die Kultfigur zu spielen. Aber manchmal möge er ihn als Person einfach nicht, da Mr. Bean ein kindischer Anarchist sei.

Fakten, die man wissen sollte

Rowan Atkinson posiert vor dem Rolls Royce.
Legende: Mit diesem Rolls Royce Phantom Coupe erschien Rowan Atkinson 2011 zur Premiere des zweiten Teils der Johnny-English-Filmreihe. Imago

Nicht nur in seiner Rolle als unfähiger Geheimagent fährt der Brite gerne schnelle Autos. Er ist vernarrt in Sportwagen.

Der 63-Jährige besitzt eine Sammlung, die unter anderem folgende Modelle umfasst: ein Martin Vantages, ein Audi A8 und ein Mercedes-Benz 500E. Mit seinem Sportwagen der Marke McLaren Formula 1 hatte er schon zwei Unfälle, von denen er leichte Verletzungen davontrug.

In «Johnny English Strikes Again» lenkt er einen Aston Martin V8 Vantage Classic, der ebenfalls ihm gehört. In einem Interview sagte Atkinson, dass er den Wagen sechs Monate vor dem Dreh gekauft habe. Zu diesem Zeitpunkt habe er schon damit gerechnet, das Auto im neuen Johnny-English-Abenteuer zu fahren.

Das Urteil

Auf dem Bild ist Johnny English zu sehen wie er ein erstauntes Gesicht zieht.
Legende: Atkinsons ausgeprägte Mimik und Gestik macht ihm so schnell keiner nach. Universal Pictures, Giles Keyte

Im Laufe des Films kristallisiert sich langsam heraus, wie konservativ English im Grunde ist. Für ihn stellt es keine Selbstverständlichkeit dar, dass auch Frauen Spionagearbeit leisten oder ein U-Boot kommandieren können.

«Fünf gute Witze und viele langweilige Stellen.» So selbstkritisch beschrieb Rowan Atkinson einst den ersten Teil der 007-Parodie-Reihe.

Viel mehr als ein paar gute Gags hat auch der dritte Teil nicht zu bieten. Die Story ist einfach gestrickt und vorhersehbar. Das Thema Cyber-Sicherheit, das viel Raum für Gesellschaftskritik geboten hätte, wird nur leicht angekratzt.

Nur etwas stimmt uns milde: Atkinsons urkomische Mimik und Gestik bleibt einzigartig.

Kinostart: 18.10.2018

1 Kommentar

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Bleibt anzumerken, dass der Rolls-Royce mit dem 9L-V16 Motor in "Johnny English Reborn" ebenfalls von Atkinson vorgeschlagen wurde (und heute in seinem Besitze ist). Der Motor stammt aus dem 100EX, der zum 100sten Jahrestag des Meetings zwischen Charles Rolls und Frederick Henry Royce 2004 vorgestellt wurde. Auf Vorschlag von Atkinson baute Rolls-Royce den Motor in ein Coupé ein und stellte dieses unter der Bezeichnung 101EX 2008 am Genfer Automobilsalon aus. 574kW/781 PS, 1491Nm. Brachial.
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