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Legende: Video Kursk: Tödlicher Stolz abspielen. Laufzeit 01:24 Minuten.
Aus SRF Kultur vom 02.07.2019.
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Neu im Kino «Kursk»: Tödlicher Stolz

Die grösste russische U-Boot-Katastrophe kommt mit internationalem Cast ins Kino. Auch der Zürcher Joel Basman ist mit an Bord.

Vor 19 Jahren ereignete sich eine der grössten U-Boot-Katastrophen der Geschichte. Nun arbeitet ein Spielfilm die menschliche Tragödie auf.

Am 12. August 2000 nimmt das Atom-U-Boot Kursk an einem Manöver der russischen Nordflotte teil. Es gibt zwei Explosionen. Das U-Boot sinkt auf den Meeresgrund. Von 118 Besatzungsmitglieder leben jetzt noch etwa 23.

Russisches Roulette

Trauernde und Sarg
Legende: Grosse Trauer: Alle 118 Matrosen starben beim U-Boot-Unglück im August 2000. Keystone

Die Zeit drängt. Die russische Marine besitzt aber keine speziellen Rettungs-U-Boote. Trotzdem lehnt die Regierung internationale Hilfe ab. Die Russen wollen die Besatzung selber retten. Mit Tauchkapseln versuchen sie, am U-Boot anzudocken. Ohne Erfolg.

Erst nach einigen Tagen bittet Russland das Ausland um Hilfe. Eine Woche nach dem Unglück erreichen norwegische und englische Retter den Unfallort – zu spät. Die gesamte Besatzung ist bereits tot.

Falscher Stolz hat 118 Menschen umgebracht und 71 Kinder zu Halbwaisen gemacht.

Wo bleibt Putin?

Putin schüttelt Mann die Hand.
Legende: Präsident Putin wurde nach der Katastrophe kritisiert. Seine Leute hatten die Öffentlichkeit schlecht informiert und zu spät internationale Hilfe angenommen. Keystone

Dogma-Filmemacher Thomas Vinterberg führte bei «Kursk» Regie. Produziert hat das Unterwasser-Drama der französische Blockbuster-Spezialist Luc Besson. «Kursk» basiert auf der realen Katastrophe, erlaubt sich aber auch künstlerische Freiheiten.

Die Hauptfigur Mikhail Averin hatte in Wirklichkeit zum Beispiel keine Kinder. Und Präsident Wladimir Putin wird im Film ganz weggelassen. An seiner Stelle treten ranghohe Militärs auf, die den Angehörigen und der Presse immer wieder versichern, dass Russland alles unter Kontrolle habe.

Schweizer Schauspieler sitzt im gleichen Boot

Mann
Legende: Der Schweizer Joel Basman, hier mit kahlgeschorenem Kopf, spielt einen russischen Matrosen. Praesens-Film AG

Die von Russen dominierte Handlung wird von einem internationalen Cast gespielt. Der belgische Schauspieler Matthias Schoenaerts verkörpert den Kapitänleutnant Mikhail Averin. Seine Frau wird von der Französin Léa Seydoux gespielt. Auch der britische Publikumsliebling Colin Firth ist als Commodore David Russel auf Hoher See.

Und sogar ein Schweizer ist mit an Bord. Der Zürcher Joel Basman hat eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle als junger Matrose Leo.

Familien im Zentrum

Mann
Legende: Der Belgier Matthias Schoenaerts verkörpert den russischen Kapitänleutnant Mikhail Averin. Praesens-Film AG

Auch wenn es in «Kursk» um die russische U-Boot-Katastrophe geht, bilden zwei Familiengeschichten den roten Faden. Einerseits skizziert der Film exemplarisch das Leben einer Kleinfamilie. Die immer wieder auseinandergerissen wird, wenn der Familienvater für ein paar Monate in See sticht.

Andererseits leben die Seemänner in eine Art Grossfamilie. Als Matrosen sind sie eine starke Gemeinschaft, die immer zusammenhält. Bis zum bitteren Ende. Hier spürt man, was für Regisseur Vinterberg wirklich zählt. So erzählte der Däne in einem Interview: «Solidarität ist ein wiederkehrendes Thema in meinen Filmen. Ich war schon auf der Filmschule fasziniert vom Familienleben, dem Zusammenhalt.»

Vinterberg gelingt es, die Verbundenheit unter den Männern spürbar zu machen. Genauso wie diejenige der Ehefrauen, die gemeinsam dafür kämpfen, die Wahrheit zu erfahren. Wie Léa Seydoux ranghohen Militärs ins Wort fällt, ist grosses Kino.

Kinostart: 04.07.2019

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