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Kinostart: «Menashe»
Aus Kultur Extras vom 20.10.2017.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 1 Sekunde.
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Neu im Kino «Menashe»: Ein orthodoxer Jude zwischen Vorschrift und Vaterliebe

Ein Witwer kämpft um das Sorgerecht seines Sohnes – obwohl sein Rabbi dies verbietet. Eine leise Tragikomödie über Familie und Religion.

Menashe darf seinen Sohn nicht grossziehen. Sein Rabbi verbietet es. Menashe wohnt in New York, ist orthodoxer Jude und verwitwet. Bis er wieder heiratet, lebt sein etwa 11-jähriger Sohn Rieven bei Verwandten.

Doch Menashe, obwohl gläubig, hält nicht viel von den strengen Regeln des Judentums. Er versteckt seine Schläfenlocken hinter den Ohren, trägt lieber Kippa als den schwarzen Hut und möchte selber für sein Kind sorgen.

Chaotisch, überfordert, vom Pech verfolgt

Das Problem: Menashe ist heillos chaotisch, mit seinem Leben oft überfordert und offenbar vom Pech verfolgt. Trotzdem erlaubt ihm der Rabbi, Rieven eine Woche bei sich zu behalten.

Ein Mann und ein Junge gehen nebeneinander eine Strasse entlang. Der Mann geht links, er trägt ein helles Hemd, eine dunkle Weste und eine Kippa. Er scheint dem Jungen etwas zu erklären und macht eine Geste mit der Hand. Der Junge geht rechts, trägt ein weisses Hemd, eine Kippa und Schläfenlocken.
Legende: Leben eine Woche zusammen: Menashe und sein Sohn Rieven. Look Now!

Während dieser einen Woche begleitet der Film Vater und Sohn. Er zeigt Menashes Kampf um Rieven und um die Anerkennung seiner Glaubensgenossen – mal tragisch, mal komisch, aber nie schnulzig.

Oft möchte man den tollpatschigen Teddybären Menashe in die Arme schliessen. Doch obwohl man sich wünscht, dass seine Bemühungen endlich Früchte tragen, so versteht man doch auch die Gegenseite. Es leuchtet ein, dass einem grossen Kind nicht noch ein kleines anvertraut werden sollte.

Einblicke in eine geschlossene Gesellschaft

Die ruhige Tragikomödie fesselt aber nicht nur mit seiner ehrlichen Vater-und-Sohn-Geschichte.

Der Film bietet auch spannende Einblicke in das Leben, die Bräuche und die Regeln der ultraorthodoxen jüdischen Gesellschaft New Yorks. Rund 1,5 Millionen Juden leben in der Stadt und ihrem Einzugsgebiet. Damit hat New York eine der grössten jüdischen Gemeinden der Welt.

Auch Regisseur Joshua Z Weinstein ist jüdisch aufgewachsen, im Gegensatz zu den Charakteren im Film aber liberal. «Menashe» ist Weinsteins Spielfilmdebüt. Bisher hat er Dokumentationen gedreht. Das merkt man.

Schauspieler haben noch nie einen Film gesehen

Fast schon dokumentarisch skizziert er seine beiden Protagonisten und ihr Umfeld. «Menashe» wurde grösstenteils auf Jiddisch gedreht – obwohl Weinstein selbst die Sprache nicht versteht. Übersetzer gaben den Schauspielern ungefähre Vorgaben, den Rest haben sie improvisiert.

Die Darsteller sind allesamt gläubige Juden. Da moderne technische Geräte wie Fernseher, Smartphones oder Computer in den ultraorthodoxen Gemeinden verboten sind, haben viele von ihnen bis heute noch nie einen Film gesehen. Nicht einmal den eigenen.

Kinostart: 19.10.2017

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Die Welt ist voller Konflikte und...Dingen, die nicht wieder ins Lot gebracht werden können, aber es gibt Augenblicke, in denen wir das dualistische System durchdringen und das Ganze Durcheinander miteinder aussöhnen und umarmen können...Egal, wie unmöglich die Situation sein mag, Es gibt Augenblicke, in denen man den Mund öffnet und die Arme in die Höhe reisst...und einfach ruft: Halleluja! Gesegnet sei der Name! Das ist wahre Religion...von Leonard Cohen, ein Cohen durchdringt die Schrift...
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  • Kommentar von Ruth Wohnheim  (RuWo)
    SRF, weshalb schreiben Sie denn, dass die Religion dies verbietet?!?! Dies ist nur im Fall von Menasche so, aber keineswegs bei anderen orthodoxen jüdischen Witwern! Ich persönlich kenne einige orthodoxe Witwer die ihre Kinder alleine großgezogen haben... Bitte ändern Sie diese irreführende Aussage. Besten Dank
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Die Juden sind eine so unhomogene Gruppe wie die Christen mit all ihren Freikirchen und Absplitterungen. Christ oder Jude zu sein ist eben alles andere als Homogen. Das bekannteste Beispiel ist vielleicht die Geschichte von Schabbtai Zvi der auch als falscher Messias in die Geschichte einging. Es gibt rote Fäden im Judentum wie die Geschichte der Kabbala aber kein wirkliche Weiterntwicklung, eher eine Art Selbstschutz. Es fehlt einmal mehr die religiöse Allgemeinbildung.
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