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Neu im Kino «Supergirl»: Diese Heldin ist wild, wütend und wunderbar anders

Das Actionspektakel «Supergirl» setzt auf eine eigenständige Frauenfigur, eine untypische Heldin mit Ecken und Kanten. Produzent James Gunn bringt damit frischen Wind ins Superheldenkino.

Sie ist nicht die typische, perfekte Superheldin, wie man sie seit Jahrzehnten kennt. Dieses Supergirl trinkt, ist wütend und einsam. Sie reist durch die Galaxie und besucht gerne Planeten, auf denen ihre Superkräfte nicht funktionieren. Denn nur dann wirkt der Alkohol und sie kann sich betrinken. Doch insgeheim leidet sie unter einem Trauma: Sie musste mit ansehen, wie ihr Planet Krypton unterging und ihre Eltern starben.

Person mit grosser Brille und Kopfhörern hält einen kleinen Hund in einem Raum mit technischen Geräten.
Legende: Supergirl und ihr geliebter Hund Krypto düsen in einem Raumschiff durch die Galaxie. Krypto ist das einzige Wesen, das sie von ihrem zerstörten Heimatplaneten Krypton retten konnte. Warner Bros.

Supermans Cousine – aber ganz anders

James Gunn hat den Film für sein neues DC-Universum produziert. Der Regisseur und Drehbuchschreiber hat letztes Jahr einen politischen «Superman»-Film präsentiert, jetzt setzt er mit «Supergirl» einen feministischen Akzent. Supergirl ist eine gebrochene Heldin und funktioniert ganz anders als ihr Cousin Superman. «Er sieht in jedem das Gute, ich seh’ die Realität», sagt Supergirl im Film.

Inspiriert ist «Supergirl» von der Comicserie «Supergirl – Woman of Tomorrow». Spezielle Comicverfilmungen sind James Gunns Markenzeichen.

Vier Personen posieren vor einem bunten Hintergrund.
Legende: 170 Millionen US-Dollar hat «Supergirl» gekostet. In Milly Alcock haben die Macher hinter dem zweiten Film im DC-Universum eine mitreissende Hauptdarstellerin gefunden. Von links nach rechts: : Regisseur Craig Gillespie und die Produzenten Peter Safran und James Gunn. 2026 Warner Bros.

«James Gunn nimmt das Ursprungsmaterial, das Comic, immer ernst. Gleichzeitig hat er einen sehr satirischen Blick», sagt Comic-Kenner und SRF-Filmkritiker Enno Reins: «Er macht es immer sehr zeitgeistig, baut ganz unterschwellig immer Themen ein, die gerade diskutiert werden. Die Politik von Trump etwa oder wie hier Feminismus.»

Jagd durch die Männerwelt

«Supergirl» zeigt Heldinnen wider Willen: Das Alien-Mädchen Ruthye sucht die Hilfe der Superheldin, weil sie den Tod ihrer Eltern rächen will. Diese hilft ihr aber erst, als der Mörder auch ihren geliebten Hund Krypto bedroht. Eine intergalaktische Jagd durch eine Männerwelt beginnt. Mit ironischem Unterton.

«In diesem Film sind die Männer eigentlich nur die Schurken und sind irgendwie wilde, tumbe Schläger – egal, ob sie zu den Guten oder zu den Schlechten gehören», so Reins: «Sie pflegen Martialisches miteinander, saufen und raufen. Und in diese Idioten-Manosphere dringt Supergirl ein.»

Zwei Frauen in einer staubigen, post-apokalyptischen Umgebung.
Legende: Milly Alcock (links) spielt die Doppelrolle Kara Zor El und Supergirl. Sie steht dem Alien-Mädchen Ruthye (Eve Ridley) bei. Fun fact: Kara trägt ein T-Shirt von Blondie, einer US-amerikanischen Band aus den 1970er-Jahren. Zu sehen ist Sängerin Debbie Harry. Warner Bros.

Starke Frauen bevölkern das Universum

Supergirl ist nur eine von vielen starken Frauenfiguren in James Gunns DC-Universum. Ob in «Guardians of the Galaxy», in der Superheldenpersiflage «The Suicide Squad» oder der animierten Fernsehserie «Creature Commandos» – Gunn stellt eigenständige, clevere Frauen in den Fokus, die für sich einstehen und den Männern ihre Grenzen aufzeigen. Starke Frauen im Superhelden-Comic bedeuteten auch einen ironischen Blick auf das Genre, sagt Filmkritiker Reins: «Denn das war ja über Jahrzehnte von den männlichen Superhelden geprägt.»

Das Kick-Ass-Supergirl

Und jetzt kommt «Supergirl». Ein Buddy-Movie über zwei resiliente Frauen. «Supergirl ist voller Schmerz», sagt Hauptdarstellerin Milly Alcock («House of the Dragon») über ihre Figur: «Ich denke, die Leute erwarten eine Nebengeschichte zu Superman. In der Peripherie seiner Welt. Aber was sie bekommen, ist ein wirkliches Kick-Ass-Supergirl.»

Action, Frauenpower und eine grosse Portion ironischen Humors. Dieser James-Gunn-Mix macht Spass.

SRF 1, 10vor10, 25.6.2026, 21:50 Uhr

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