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Kinostart «The Mauritanian»
Aus Kultur Webvideos vom 23.06.2021.
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Neu im Kino «The Mauritanian»: Der meistgefolterte Gefangene in Guantanamo

Der Film erzählt die wahre Geschichte von Mohamedou Ould Slahi. Er sass 14 Jahre lang im US-Gefangenenlager – ohne Anklage.

2001 wird der damals 31-jährige Mohamedou Ould Slahi verhaftet. Von seinem Heimatland Mauretanien über Jordanien und Afghanistan nach Kuba gebracht und dort ins US-Gefängnis Guantanamo gesteckt.

Die US-Behörden werfen ihm vor, Al-Kaida zu unterstützen und ein Drahtzieher der Anschläge von 9/11 zu sein. Er streitet die Vorwürfe ab.

Anwältin vs. Militär

Jahre später nimmt sich die Strafverteidigerin Nancy Hollander des Falles an. Slahi sitzt noch immer ohne Anklage in Einzelhaft.

Während ihrer Recherche legt das Militär der Anwältin immer wieder Steine in den Weg. Berichte bekommt sie nur zensiert. Ihre Besuche im Gefangenenlager werden überwacht.

Legende: Anwältin Nancy Hollander (Jodie Foster) ist sich einiges gewohnt. Doch dieser Fall geht auch ihr nahe. Impuls

Und auch Mohamedou Ould Slahi scheint ihr nicht die ganze Wahrheit zu sagen.

Erst nach und nach findet die Anwältin heraus: Monatelang wurde der Gefangene gefoltert. Durch Schlafentzug, physische Gewalt, Vergewaltigung, Erniedrigung, Drohungen.

Staatlich bewilligte Folter

Die Methoden verstossen gegen die Menschenrechte, wurden von hohen US-Militärs und Politikern unter George W. Bush aber bewilligt. Mit der Begründung, dass die US-Gesetze gegen Folter in Übersee nicht gelten.

Die Anwältin will, dass diese menschenverachtenden Zustände ans Licht kommen.

14 Jahre im Gefängnis

In «The Mauritanian» wird Nancy Hollander von Jodie Foster gespielt, Mohamedou Ould Slahi von Tahar Rahim.

«The Mauritanian»

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Der Film wurde für zwei Golden Globes nominiert und gewann einen davon. Er verwebt drei Storylines: Die des Gefangenen Mohamedou Ould Slahi (Tahar Rahim). Die der Anwältin Nancy Hollander (Jodie Foster). Und die des Militär-Anwalts Stuart Couch (Benedict Cumberbatch), der sich ebenfalls mit dem Fall beschäftigte.

Stark ist «The Mauritanian» vor allem dann, wenn er sich auf Slahi konzentriert. Auch wenn dessen Vielschichtigkeit, sowie seine umstrittene Vergangenheit nur angekratzt werden. Nichtsdestotrotz gibt der Film Folter-Opfern ein Gesicht.

Der Spielfilm beruht auf dem Tagebuch des echten Mohamedou Ould Slahi. Es wurde 2015 unter dem Titel «Guantánamo Diary» veröffentlicht. Diese Version wurde vom US-Geheimdienst stark zensiert. Erst 2017 erschien eine unzensierte Version.

Legende: Unfrei in Freiheit: Mohamedou Ould Slahi kann Mauretanien nicht verlassen. Keystone/Lando Hass

Bis 2016 sass Mohamedou Ould Slahi in Guantanamo. 14 Jahre lang. Obwohl ein Richter bereits 2010 seine Entlassung angeordnet hatte. Slahi gilt als meistgefolterter Mann Guantanamos.

Brief an Joe Biden

Heute sitzt er zwar nicht mehr in Haft. Er kann sein Heimatland Mauretanien aber nicht verlassen, da er seinen Pass bis jetzt nicht zurückbekommen hat. Angeklagt wurde er nie. Auch Beweise für eine Mitschuld an 9/11 wurden keine gefunden.

Im Januar 2021 schrieb er gemeinsam mit sechs anderen ehemaligen Guantanamo-Häftlingen einen offenen Brief an Joe Biden. Sie baten den US-Präsidenten darum, das Gefangenenlager zu schliessen.

Kinostart: 24. Juni 2021

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur Aktualität, 25.6.2021, 8:06 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Fetzer  ((:-))
    @Herr Alex Volkart, was ist daran so kompliziert, wenn man einen, ohne jede Anklage, Menschen 14 Jahre entführt, einsperrt und foltert, und ihn nicht mal freilässt, obwohl ein Richter seine Freilassung anordnet, weitere 6 Jahre weiter foltert und gefangen hält? Wenn man dies alles verurteilt? Was ist daran so kompliziert? Erklären Sie es mir?
  • Kommentar von Willi Fetzer  ((:-))
    SORRY, ich weiss nicht was das soll, diese Kritik! DAS gehört zu der D N A der USA !
  • Kommentar von Hans Klein  (HansKlein)
    @Volkart: Ach sooo, dann ist ja zum Glück alles gut! Die USA, die völkerrechtswidrig Kuba seit 60 Jahren blockieren (und alle Nichtamerikaner, die es wagen, sich nicht daran zu halten, ebenfalls zu bestrafen) zahlen also für das besetzte … pardon: gepachtete Territorium? Na, dann ist ja alles gut. Was interessieren dann noch Folter und Gesetzwidrigkeit, die auf dem Territorium der USA selbst NICHT MÖGLICH wären? Und welches vergleichbare Beispiel eines anderen Landes können Sie anführen?