«Scrubs» – das war und ist eine der beliebtesten Comedyserien der Nullerjahre. 182 Episoden wurden zwischen 2001 und 2010 abgedreht. Noch Jahre später waren sie in Dauerschleife im Vorabendprogramm unzähliger deutschsprachiger TV-Sender zu sehen.
Das Rezept war simpel: J.D., ein junger Arzt, beginnt seine Ausbildung im «Sacred Heart»-Spital, wo er auf die unsichere Elliot Reid trifft. Er freundet sich mit Chirurg Turk an und gerät regelmässig mit seinem Mentor Dr. Cox aneinander.
Dazwischen: Tagträume, Fantasie-Sequenzen und immer wieder überraschend ernste Momente. Es war genau diese Mischung aus Klamauk und Tiefgang, die «Scrubs» so erfolgreich machte.
15 Jahre später geht es nun weiter – und zwar so, als wäre kaum Zeit vergangen. Schon vor der Intro-Sequenz verschlägt es den mittlerweile als Privatarzt arbeitenden J.D. wieder ins «Sacred Heart», wo vieles gleich geblieben ist.
Turk, Elliot, Dr. Cox, Oberschwester Carla: alle sind sie noch da. Nur der Hausmeister lässt in den ersten Episoden auf sich warten. Er soll aber im Verlauf der Staffel ebenfalls wieder auftauchen, verspricht Serienautor Bill Lawrence.
Damit fehlen eigentlich nur Dr. Kelso und der Spitalanwalt. Letzterer, weil Sam Lloyd, der ihn verkörperte, vor einigen Jahren verstorben ist. Bei Dr. Kelso hingegen steht eine Rückkehr zumindest im Raum, obwohl Darsteller Ken Jenkins seine Schauspielkarriere vor Jahren für beendet erklärte. Voraussetzung sei einzig, dass die Reunion um eine weitere Staffel verlängert wird, sagt Lawrence.
Neue Folgen, alter Rhythmus
Erstaunlich ist, wie schnell sich der alte Rhythmus wieder einstellt. Die Fälle sind moderner – dank durch fragwürdige Tiktok-Diäten bedingten Krankheiten etwa. Doch die Struktur bleibt vertraut.
Streitgespräche klärt man wieder in der Besenkammer. J.D. flüchtet sich in neue Tagträume. Und am Ende steht eine Lektion, die oft ernster ist, als man von einer Comedy-Serie erwarten würde.
Selbst die Song-Einsätze – Tracks von Coldplay oder Paolo Nutini – wirken, als seien sie aus den Nullerjahren herübergerettet worden. Nur Figuren wie der notorisch sexistische Todd müssen heute regelmässig einordnen, dass ihre Sprüche von damals nicht mehr zeitgemäss sind.
Serien-Revivals in der Pipeline
Dass Hollywood alte Serien wiederbelebt, ist nichts Neues. Auffällig ist jedoch, dass statt der Sitcoms aus den 1990ern die Nostalgie-Reserven der Millennials im Fokus stehen. Nach «Scrubs» steht mit der neuen Staffel von «Malcolm mittendrin» (April 2026) bereits das nächste Revival einer 2000er-Kultserie in den Startlöchern.
Der Grund liegt auf der Hand: Serien mit simplem Grundkonzept, die nicht endgültig endeten, lassen sich einfach weitererzählen. Und wenn sowohl vor wie auch hinter der Kamera ein bisschen Magie von früher noch vorhanden ist, spricht wenig dagegen.
Die «Scrubs»-Reunion zeigt: Es kann funktionieren. Wer den Humor von damals mochte, dürfte auch bei den neuen Folgen wieder einiges zu lachen haben.
Nur bei den Fältchen, die man bei den Hauptdarstellenden inzwischen erkennt, fragt man sich: Sind die neu – oder hat man sie früher, als man «Scrubs» vor allem in Röhrenfernseher-Qualität geschaut hat, einfach nie gesehen?
Streamingstart: 25.03.2026 auf Disney+