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Film & Serien #OscarsSoWhite – Nun zieht die Academy Konsequenzen

Die Reaktionen auf die einseitigen Oscar-Nominierungen waren heftig: Hollywood-Stars wie Spike Lee und George Clooney übten Kritik oder kündigten gar an, der Oscar-Gala am 28. Februar aus Protest fernzubleiben. Nun hat die Oscar-Academy reagiert – sie kündigte «historische Massnahmen» an.

Dunkle Silhouetten von Oscar-Statuetten.
Legende: Mangelnde Gleichberechtigung: Die Oscar-Nominierungen sorgten für einen Sturm der Entrüstung. reuters

Die Kritik an der Oscar-Academy war heftig – und sie zog in den letzten Tagen immer weitere Kreise: Zahlreiche Hollywood-Grössen kündigten an, der Oscar-Gala am 28. Februar aus Protest fernzubleiben. Auf Twitter entbrannte unter dem Hashtag #OscarsSoWhite, Link öffnet in einem neuen Fenster ein Sturm der Entrüstung.

Grund für den Ärger war die einseitige Auswahl der diesjährigen Oscar-Anwärter: Nach 2015 hatte die Film-Akademie auch dieses Jahr Afroamerikaner in den vier Schauspielkategorien völlig übergangen.

Eine Frau an einem Rednerpult
Legende: Akademie-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs kündigt mehr Vielfalt an. Reuters

Mehr Frauen, mehr Minderheiten

Nun sah sich die Oscar-Academy gezwungen zu reagieren. Am Wochenende kündigte sie an, künftig mehr Vielfalt schaffen zu wollen: Neue Mitgliedsregeln und eine Erweiterung des Vorstands sollen es richten. Mit diesen «historischen Massnahmen» will der Verband mehr Frauen und Minderheiten in die über 6000 Mitglieder starke Organisation aufnehmen.

Konkret setzt sich der Academy-Vorstand zum Ziel, die Zahl von Frauen und Minderheiten bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Ausserdem soll das bisherige lebenslange Stimmrecht auf zehn Jahre beschränkt werden – eine Verlängerung ist nur dann möglich, wenn das Mitglied weiter aktiv im Filmgeschäft tätig ist. Und bei der jährlichen Berufung neuer Mitglieder soll aus einem vielfältigeren Pool mit Augenmerk auf Minderheiten geschöpft werden.

Eine Frau lächelt.
Legende: «Ein guter Schritt»: Regisseurin Ava DuVernay. Keystone

«Ein langer, schwieriger Weg»

Die schwarze US-Regisseurin Ava DuVernay («Selma») begrüsste die Ankündigung der Akademie am Freitag als «einen guten Schritt auf einem langen, schwierigen Weg für farbige Menschen und Frauen». Noch Ende letzter Woche hielt sie sich aus den Diskussionen um «Weisse Oscars» eher heraus, wie sie gegenüber Radio SRF 2 Kultur sagte. Sie warnte zudem davor, den «Hollywood-Zirkus» zu wichtig zu nehmen. Vielmehr sei sie entschlossen, eine einflussreiche Alternative zu schaffen – mit einer eigenen Vertriebsfirma, sie sich ausschliesslich auf afroamerikanische Filme konzentriert.

Eine Reform der Academy-Strukturen ist das eine – Veränderung kann aber auch das Kinopublikum selbst bewirken. Diese Meinung vertrat New York-Kulturkorrespondentin Sacha Verna gegenüber Radio SRF 2 Kultur: Letztlich entscheide die Kinokasse, was produziert wird. Und so lange das Publikum vor allem weisse Filme, weisse Helden und weisse Dramen sehen will, steigt auch der Druck auf die Studiobosse nicht, andere Inhalte zu produzieren.

Abzuwarten bleibt, ob die Stars nun, nach den angekündigten Reformen, ihren Boykott immer noch wahr machen werden. Einer zumindest wird mit Sicherheit fehlen: Spike Lee. Er zieht Basketball der Oscar-Gala vor, wie er der LA Times, Link öffnet in einem neuen Fenster sagte: «I’m going to the Knicks game.»

3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Gupf, Schweiz
    Naja.. man sollte auch beachten, dass nur 13% der Amerikaner schwarz sind. (72% sind weiss) Ausserdem kommen viele Schwarze aus bildungsfernen Schichten, haben es daher schwer Schauspieler zu werden. Das ist zwar ein Problem. Kann und sollte thematisiert werden. Jedoch ist es definitiv nicht die Aufgabe der Oscars dies wiederum zu kompensieren und aktuell weisse Schauspieler zu diskriminieren. Anders gesagt, auch positiver Rassismus ist Rassismus und zwar immer.
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  • Kommentar von Jason Hunter, Bern
    Rassistisch ist, wer überhaupt bemerkt hat, dass keine Afro-Amerikaner nominiert sind. Sorry, aber es gibt nicht soviele (gute) schwarze Schauspieler wie es (gute) Weisse gibt, da ist die Chance darauf ziemlich dünn, seid einfach mal realistisch. Aber die Schauspieler, die in ihrer eigenen dekadenten Welt leben, wollen halt nur schwarzsehen. Als nächstes kommen die Christen, Juden und Atheisten und wollen auch eine gerechte Quote. Political Correctness ist ein Fluch.
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    1. Antwort von Peter Meier, Zürich
      So ein Quatsch. Sie verkennen die Rassenproblematik in den USA völlig - Natürlich fällt es gerade den Afroamerikanern auf, wenn kein Einziger/keine Einzige der ihren nominiert ist. Dazu kommt: Sie haben nur den Eindruck, dass es weniger gute schwarze Schauspieler gibt, weil die meisten (Hollywood-) Filme immer noch von weissen Hauptfiguren dominiert sind. Dafür kann aber natürlich die Academy selbst nicht unbedingt direkt was... dies hängt an den Produzenten und Studios von Hollywood.
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