Ein junger Mann sitzt in einer Wohnung, er zittert vor Angst. Vor ihm steht im schwarzen Anzug Samuel L. Jackson in der Rolle des Gangsters Jules. Er wird den verängstigten Jungen am Ende dieser Szene in «Pulp Fiction» erschiessen.
Doch zuerst – ganz in der Manier von Quentin Tarantinos Filmen – wird über Banales geredet, etwa die Burger auf dem Tisch. «Ach das sind Burger?», fragt Jackson in seiner Gangsterrolle. «Wahrlich der Grundstein eines jeden nahrhaften Frühstücks.»
Ein Blockbuster nach dem anderen
Die Rolle des philosophierenden und doch eiskalten Killers schrieb Tarantino explizit für Samuel L. Jackson, wie er später einmal verriet. Sie brachte dem afroamerikanischen Schauspieler eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller ein – und den internationalen Durchbruch.
45 Jahre alt war Jackson damals. Seither hat er in unzähligen Blockbustern mitgespielt. Man erinnert sich gerne an «Die Hard with A Vengeance» an der Seite von Bruce Willis, den Gangsterfilm «Jackie Brown» mit Robert DeNiro und dem schrägen Thriller «Snakes on a Plane», wo er gegen Schlangen in einem Flugzeug kämpft.
Mit der Rolle eines Jedi Meisters in «Star Wars Episode 1» war Samuel L. Jackson 1997 dann endgültig im Hollywood-Olymp angekommen. Es sei ein langer Weg dorthin gewesen, sagt er heute, als gern gesehener Gast in Talkshows.
Stark durch Liebe
Samuel Leroy Jackson – so sein voller Name – wuchs in den 1950er-Jahren im Südstaat Tennessee in der Stadt Chattanooga auf. Vor allem bei seinen Grosseltern, die er sehr liebte.
Seine Mutter musste arbeiten, sein Vater war Alkoholiker. Von Anfang an war Samuel L. Jackson mit der Rassentrennung konfrontiert.
Er sei bis zum College nie mit weissen Kindern zur Schule gegangen und wuchs komplett in einer schwarzen Gemeinschaft auf. Diese habe ihm so viel Liebe gegeben, dass er stark genug geworden sei, um sich später auch in einer Welt der Weissen zu behaupten, sagt er.
Wütend und wuchtig
Als Student setzte sich Jackson in den 1970er-Jahren auch politisch für Afroamerikaner ein und war Mitglied bei der Black-Power-Organisation. Dieses politische Engagement hat er bis heute nicht verloren.
Er kritisiert mit wütenden Tweets die Politik von Donald Trump oder ruft im Zuge der «Black Lives Matter»-Bewegung Promis in Hollywood auf, Stellung gegen die Polizeigewalt an Schwarzen zu beziehen.
70 ist das neue 50
Mit 70 Jahren ist Jackson – laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der einflussreichste Schauspieler Hollywoods – noch nicht müde sich neben- und auch auf der Leinwand zu engagieren. Auch in der nächsten millionenschweren Comicverfilmung aus dem Hause Marvel, die 2019 in die Kinos kommt, spielt er den Geheimdienstler Nick Fury.
«70 Jahre alt – wie fühlt sich das an?», fragte die berühmte Talkmasterin Ellen DeGeneres ihn kürzlich. «Wie 50», sagte Jackson. Er lege nun häufiger Mittagsschläfchen ein, um fit zu bleiben. Und das sei, so Jackson, überhaupt nicht schlimm. Es erinnere ihn vielmehr an seine geliebten Grosseltern.