Zum Inhalt springen

Header

Video
«Citoyen Nobel»
Aus Kultur-Clips vom 27.01.2020.
abspielen
Inhalt

Schweizer Dokfilm «Citoyen Nobel»: Was den Grosspapi der Klimajugend antreibt

Stéphane Goëls Dokumentation lebt stark vom Charisma und Enthusiasmus ihres Schweizer Protagonisten: Jacques Dubochet.

Was tun, wenn das eigene Wort plötzlich an Gewicht gewinnt? Dieser Frage geht Stéphane Goëls Doku «Cityoen Nobel» nach, die am letzten Freitag in Solothurn Premiere feierte.

Für seinen Film begleitete Goël während 18 Monaten den Waadtländer Biophysiker Jacques Dubochet, der im Dezember 2017 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.

Der damals 75-jährige Wissenschaftler war ausserhalb seines Fachgebiets weitgehend unbekannt, als er die prestigeträchtigste aller Auszeichnungen erhielt.

Jacques Dubochet nimmt in Stockholm den Nobelpreis für Chemie entgegen.
Legende: Im Dezember 2017 nahm Jacques Dubochet in Stockholm den Nobelpreis für Chemie entgegen. Agora Films

Der gute Mensch von nebenan

Goël muss sich während der Dreharbeiten wohl mehr als einmal gekniffen haben, weil er sein Glück kaum fassen konnte. Denn Jacques Dubochet ist der Traum-Protagonist eines jeden Dokumentarfilmers.

Als Zuschauer sieht man dem Romand dabei zu, wie er die Chancen des plötzlichen Ruhms einordnet. Und nach einer Möglichkeit sucht, seinen erhöhten Bekanntheitsgrad für einen guten Zweck einzusetzen.

Dabei ist Dubochet durchgehend charismatisch und eloquent, ohne jemals den Eindruck aufkommen zu lassen, sich selbst allzu ernst zu nehmen.

Auf Sinnsuche nach dem Nobelpreis

Seine neue Berufung findet er, als die Bewegung der Klima-Jugend zum Nachrichten-Thema wird. Dubochet, selbst Umwelt-Aktivist erster Stunde, ist begeistert vom Elan der nachkommenden Generation und solidarisiert sich mit dieser.

Jacques Dubochet unterhält sich während einer Demonstration mit jungen Klima-Aktivistinnen.
Legende: Der Enthusiasmus der jungen Klima-Aktivistinnen hat Jacques Dubochet überwältigt. Agora Films

In einer besonders berührenden Szene sehen wir, wie Dubochet an einer Demonstration in Lausanne teilnimmt. Im Rahmen derer er zu einer Gruppe von Jugendlichen begeistert sagt: «Wenn ihr mal so alt seid wie ich, könnt ihr euren Kindern sagen: Ich war dabei!»

Konventionell, aber unterhaltsam

Regisseur Stéphane Goël hat mit «Citoyen Nobel» – vorsichtig formuliert – erst gar nicht versucht, den Dokumentarfilm neu zu erfinden. Dank seines sympathischen Protagonisten bleibt der konventionell gestaltete Film aber jederzeit unterhaltsam.

Sodass man nach anderthalb Stunden den Kinosaal mit dem Wunsch verlässt, noch mehr Zeit mit Jacques Dubochet zu verbringen.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kontext, 27.1.2020, 9 Uhr

Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Es wurden noch keine Kommentare erfasst. Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Mehr aus Solothurner FilmtageLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen