«Star Trek Beyond»: Bruchlandung der Logik

50 Jahre «Star Trek». Das sind über 700 TV-Episoden, 13 Kinofilme und eine weltweite Fangemeinde. Die Ansprüche an «Star Trek Beyond» sind so unermesslich wie das Universum selbst. Den «Fast and Furious»-Regisseur Justin Lin ans Steuer der Jubiläums-Folge zu setzen, ist ein Abenteuer für sich.

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Im Kino: «Star Trek Beyond»

Captain Kirk ist gelangweilt. Seit fünf Jahren tourt er mit seiner Mannschaft durch die Weiten des Weltalls, stets auf der Suche nach fremden Lebensformen und neuen Planeten. Die Crew der Enterprise hat sich mittlerweile zu einem eigenen gesellschaftlichen Mikrokosmos entwickelt. Zwischenmenschliche Reibereien, Liebeleien und der tägliche Blick in den Kleiderschrank auf die immer gleichen Uniformen bestimmen den Alltag. Plötzlich wird die friedliche Routine gebrochen. Ein Rettungseinsatz entpuppt sich als Falle und zwingt das Raumschiff zur Notlandung auf einem feindlichen Planeten. Der Schurke namens Krall hat es auf die Crew abgesehen und nimmt fast die gesamte Mannschaft in Gefangenschaft. Jetzt liegt es an Kirk und Co. seine Schützlinge zu befreien.

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      Das stärkste Zitat
      Mann mit Pistole Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Catpain Kirk sehnt sich nach Action. Paramount

      Inmitten seiner Alltagsroutine philosophiert Captain Kirk melancholisch über den Sinn seiner Arbeit:

      «Wenn das Universum unendlich ist, streben wir dann nicht etwas Unerreichbares an?»

    • 2.
      Der Schauspieler
      Anton Yelchin Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Der verstorbene Schauspieler Anton Yelchin. Keystone

      Starker russischer Akzent und eine liebenswerte Naivität zeichnen den Charakter des emsigen Navigators Pavel Chekov aus. Schaut man sich «Star Trek Beyond» an, bekommt Chekov diesmal eine ganz besondere Bedeutung. Denn es ist die letzte Rolle des 27-jährigen Schauspielers Anton Yelchin. Noch vor dem Kinostart stirbt der US-Amerikaner mit russischen Wurzeln bei einem tragischen Autounfall. J.J. Abrams, der Produzent von «Star Trek Beyond», kündigte an, dass die Rolle des Chekovs, in der geplanten Fortsetzung, nicht neu besetzt wird.

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      Fakten, die man wissen sollte.
      Mann mit Frau Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Mr. Sulu (John Cho). Das erste Outing im «Star Trek»-Universum. Paramount

      Das erste Outing im «Star Trek»-Universum, gibt es jetzt, 50 Jahre seit Bestehen der Enterprise. Das Crew-Mitglied Mr. Sulu ist schwul. Damit ehrt der Film den Schauspieler George Takei. Der 79-Jährige verkörperte in der ersten TV-Folge und in sechs Spielfilmen den Steuermann der Sternenflotte. George Takei lebt seine Homosexualität offen aus und setzt sich aktiv für die Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Paare ein. Das Film-Outing von Mr. Sulu zeigt «Star Trek Beyond» so beiläufig und dezent, dass es kaum auffällt. Damit setzt der Film ein sanftes, aber starkes Zeichen, dass Homosexualität selbstverständlich zum Leben gehört.

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      Das Urteil
      Drei Leute Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Menschen und Ausserirdische kooperieren friedlich zusammen. Spock (Zachary Quinto), Jaylah (Sofia Boutella) und Bones... Paramount

      Regisseur Justin Lin hat es nicht leicht. Weil Regisseur J.J. Abrams im Jahr 2009 mit dem Neustart der «Star Trek»-Reihe, sowohl die kritische Fangemeinde als auch Neueinsteiger begeistern konnte, liegt die Messlatte für den dritten Teil des Reboots enorm hoch. Justin Lin, bekannt für das «Fast and Furious»-Auto-Action-Spektakel und weniger bekannt für die Entwicklung intergalaktisch-komplexer Charaktere, bekommt immerhin Unterstützung von zwei Fachleuten: J.J. Abrams als Produzent und Schauspieler Simon Pegg als Ko-Drehbuchautor. Der Brite spielte in den letzten beiden Folgen den Supermaschinisten Scotty.

      Man ahnt, dass die liebenswerten Reibereien in der Enterprise-Familie aus seiner Feder stammen. Gerade von den neckischen Nebengeschichten lebt der Film. Der Fokus liegt auf Zerstörung, Pathos und Prügeleien. «Star Trek Beyond» versucht ein lustiger Action-Kracher mit Retrocharme zu sein und wirkt dabei unentschlossen und vor allem unlogisch. Beim Showdown im All werden die Bösewichte mit derbem «Beastie Boys»-Hip-Hop in die Flucht geschlagen. Das ist definitiv ein gelungener Gag. Nur wie war das mit Schall im luftleeren Raum?

      Man könnte meinen, dass die Combo aus Justin Lin, J.J. Abrams und Simon Pegg zum 50. Jubiläum das perfekte Weltraumabenteuer auf die Leinwand zaubert. Wäre da nicht dieses Sprichwort: Zu viele Köche verderben…In diesem Fall ergab es eine durchschnittliche Action-Suppe.

Kinostart: 21.07.2016