James Van Der Beek ist mit 48 Jahren «friedlich eingeschlafen», wie seine Familie auf Instagram mitteilte. Im November 2024 hatte der sechsfache Vater eine Darmkrebserkrankung öffentlich gemacht.
Unter dem Beitrag gedenken diverse Hollywood-Stars dem US-Schauspieler, darunter Sängerin Lana Del Rey, Schauspielerin Hilary Swank oder auch Schauspielkollegin Selma Blair, die in einem separaten Beitrag ihre Gedanken an Van Der Beek teilt.
«Wir haben zur gleichen Zeit in dieser Stadt angefangen. Ich habe dich immer sehr bewundert und geschätzt. Und das umso mehr, als ich deine Frau kennenlernte und deine bedingungslose Liebe zu deiner wachsenden Familie sah, die mich mit Dankbarkeit dafür überschüttete, dass es dich gibt», schreibt Blair unter anderem.
Auch für viele Millennials war James Van Der Beek weit mehr als nur ein Schauspieler und Teenie-Schwarm.
Von 1998 bis 2003 spielte er Dawson Leery in der «Coming-of-Age»-Kultserie «Dawson’s Creek». Darin verkörperte er einen sensiblen, reflektierten und oft mit sich selbst beschäftigten Teenie. So wurde Van Der Beek für pubertierende Millenials zur Projektionsfläche eigener Unsicherheiten, Sehnsüchte und Gefühle.
«Es ist, als würde ich [durch seinen Tod] einen Teil meiner Kindheit verlieren», schreibt beispielsweise die X-Userin «broadwaybabyto».
«Als würde man einen Schulfreund verlieren», schreibt DanielleCo13449».
In den Kommentarspalten von SRF findet man neben hunderten Beileidsbekundungen ebenso Kommentare wie «R.I.P., er war immer mein Liebling bei Dawson’s Creek! War auch später bei Filmen ein super Schauspieler!» von Userin «Inlovewithdiversity» oder «Ich habe jede Folge geschaut von Dawson’s Creek…» von Userin «Doris Gilli».
So wurde Van der Beek in «Dawson's Creek» für viele auch zu einem Sinnbild der 90er-Jahre und der damals grassierenden, nach Freiheit schreienden US-High-School-Teenie-Popkultur. Wie diese Fotoreihe von ihm eindrücklich unterstreicht:
Das Intro von «Dawson’s Creek» selbst könnte den träumerischen Schmuse-Vibe der 90er nicht besser widerspiegeln.
Van der Beek verkörperte in «Dawson’s Creek» aber nicht nur den verträumten Teenie, sondern ebenso eine neue Form von Männlichkeit: verletzlich, tränenreich, intellektuell. Leery weinte, zweifelte, fühlte sich oftmals zurückgewiesen – und zeigte das offen. Und das mit heutigem Blick teils zu theatralisch und pathetisch: Eine Heulszene aus «Dawson’s Creek» – das Gesicht verzerrt, die Tränen dramatisch – war so ikonisch, dass sie noch Jahre nach dem Ender der Serie millionenfach als GIF im Internet zirkulierte.
Wodurch James Van der Beek vermutlich unfreiwillig auch zu einem frühen Teil der Internet-Memekultur wurde.
Van Der Beek hatte wegen der so prägenden Rolle in «Dawson’s Creek» zeitweise Schwierigkeiten, aus dem Schatten der Serie herauszutreten. Doch schliesslich begann er, sich selbstironisch und humorvoll zu parodieren – etwa in Serien wie «Don’t Trust the B---- in Apartment 23».
Oder in Keshas Musikvideo zu «Blow», das ihn in einem Laserwaffenduell mit der Sängerin in einem Nachtclub sowie mit toten Einhörnern zeigte.
Für die Millennial-Kultur steht James Van der Beek damit exemplarisch für eine Generation zwischen Ernst und Ironie.