«The Man from U.N.C.L.E.»: Ballern zum Soundtrack der 60er

Das Bild im Vordergrund, die Musik im Hintergrund – so geht das beim Film. Meistens. Es gibt Regisseure, für die beides auf gleicher Augenhöhe fungiert: Guy Ritchie zum Beispiel. In seinem neuesten Werk «The Man from U.N.C.L.E.» beweist der Brite, dass Musik eine eigene Geschichte erzählen kann.

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Filmstart dieser Woche: «The Man from U.N.C.L.E»

Die britische Agenten-Action-Komödie spielt zu Beginn der 60er-Jahre, zur Zeit des Kalten Krieges. Das Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion ist im vollen Gange.

In «The Man from U.N.C.L.E.» müssen zwei Agenten einen Test mit Atomwaffen verhindern: der russische Spion Illya (Armie Hammer) und der amerikanische Geheimdienstler Solo (Henry Cavill). Die beiden sind es gewohnt, alleine unterwegs zu sein. Und deshalb gar nicht begeistert, einen Partner an ihrer Seite zu haben.

Im Spionage-Film von Regisseur Guy Ritchie spielen die beiden Agenten nur die zweite Geige. Die erste übernimmt der Soundtrack. Er liefert den Flair der 60er. Zusammen mit den modischen Kostümen entsteht ein Gesamtkunstwerk auf der Leinwand.

    • Ein Mann und eine Frau sitzen auf einer Couch. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Der Charmeur und die Femme Fatale. Warner Brothers

      Das stärkste Zitat

      «Wie haben Sie die Einladung zu meiner Party erhalten?» – «Ich habe sie gestohlen.» – «Sie sind also ein Dieb. Ich hoffe, Sie tragen eine Maske.» – «Manchmal, aber niemals wenn ich Dinge stehle.» Das sagt Victoria Vinciguerra, die Anführerin einer kriminellen Organisation, zum Agenten Solo.

    • Ein Mann schaut direkt in die Kamera. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Der britische Regisseur Guy Ritchie. Warner Brothers

      Der Regisseur

      Guy Ritchie kehrt zu seinen Anfängen zurück. Dem «Sherlock Holmes»-Regisseur gelang bereits mit seinem ersten Spielfilm «Lock, Stock and Two Barrels» (1998) der internationale Durchbruch. Zwei Jahre später drehte er mit den Hollywood-Grössen Brad Pitt und Benicio Del Toro die Krimi-Komödie «Snatch.». Beide Filme erinnern wegen des Soundtracks und der Dialogszenen an Werke des amerikanischen Regisseurs Quentin Tarantino, etwa «Pulp Fiction» (1994) oder «Jackie Brown» (1997). Mit seinem neusten Film «The Man from U.N.C.L.E.» greift er wieder auf sein Lieblingsrezept zurück und gibt dem Film mit seinem grandiosen Soundtrack aus den 60ern die richtige Würze.

    • Zwei Männer und eine Frau prosten mit einem Glass in der Hand. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Die Protagonisten der TV-Serie aus den 1960er Jahren. Warner Brothers

      Fakten, die man wissen sollte

      Die Agenten-Komödie «The Man from U.N.C.L.E.» basiert auf der gleichnamigen TV-Serie (1964–1968). Für die Agenten-Serie flogen die Produzenten den Erfinder von James Bond, Ian Fleming, nach New York ein. Sie planten eine Pilotfolge mit dem Titel «Ian Fleming’s Solo». Fleming wollte, dass sich die Serie um den Protagonisten «Solo» dreht. Aufgrund unvorhergesehener Probleme und Ian Flemings Gesundheit verzichteten sie aber auf eine längerfristige Zusammenarbeit. Dazu kam, dass die Bond-Produzenten jene der TV-Serie verklagten. Grund: Der Bond-Film «Goldfinger» kam zu dieser Zeit in die Kinos und hatte einen Bösewicht mit dem Namen «Solo». Daraufhin wurde der Namen der TV-Serie auf «The Man from U.N.C.L.E.» geändert.

    • Eine Frau und zwei Männer stehen auf einer Terrasse. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Die zwei Agenten sind auf die Hilfe der schönen Gaby angewiesen. Warner Brothers

      Das Urteil

      «The Man from U.N.C.L.E.» ist eine grossartige Krimi-Komödie. Sie versteht es, die Musik bei Prügelszenen und Verfolgungsjagden als erzählerisches Element einzubinden und – zusammen mit der Mode der 60er-Jahre – ein Kunstwerk aus Bild und Musik zu schaffen. Der Zuschauer kann sich in seinem Kinosessel zurücklehnen und darf geniessen.

Kinostart: 13.08.2015