Zum Inhalt springen
Inhalt

Film & Serien «The Nice Guys»: Gosling und Crowe glänzen als Gänschen und Krähe

In Hollywood ist Image alles: Ryan Gosling verkauft sich gerne als netter Typ, Russell Crowe lieber als Raubein. In der Buddy-Komödie «The Nice Guys» spielen sie gekonnt mit diesem Kontrast, der schon in ihren Namen steckt: Gosling gibt das zarte Gänschen, während Crowe die dunkle Krähe markiert.

Legende: Video Im Kino: «The Nice Guys» abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 01.06.2016.

Der Zarte und der Harte: Holland March (Ryan «das Gänschen» Gosling) und Jackson Healy (Russell «die Krähe» Crowe) sind Privatdetektive im Los Angeles der 1970er-Jahre. Abgesehen von ihrer Profession haben die beiden so gut wie nichts gemein. March ist ein charmanter Tollpatsch, Healy ein bierbäuchiger Knochenbrecher. Als sie der Zufall zur Zusammenarbeit zwingt, laufen die zwei unverhofft zur Höchstform auf: Das zankende Antihelden-Duo kommt einer Multi-Milliarden-Dollar-Verschwörung im Porno-Milieu auf die Spur.

  • 1. Das ehrlichste Zitat

    Ryan Gosling sitzt neben seiner Filmtochter in einem Diner, einem typisch amerikanischen Restaurant.
    Legende: Liebenswert tollpatschig: Ryan Gosling als überforderter Privatdetektiv und Familienvater. Ascot Elite

    «Du bist der schlechteste Detektiv der Welt!» Holly March (Jungschauspielerin Angourie Rice) sagt ihrem Papa unverblümt, was sie von seinen beruflichen Fähigkeiten hält. Dieser ergänzt ohne zu zögern: «Der allerschlechteste!»

  • 2. Der Regisseur

    Regisseur Shane Black (links) und Ryan Gosling (rechts) im Smoking.
    Legende: Filmemacher Shane Black neben seinem «Nice Guy» Ryan Gosling auf dem roten Teppich in Cannes. Keystone

    Shane Black hat vor 30 Jahren als Drehbuchautor von «Lethal Weapon» Filmgeschichte geschrieben. Der Kassenschlager mit Mel Gibson und Danny Glover prägte ein damals junges Genre: die Buddy-Action-Komödie. In der Folge war er in Hollywood einer der bestbezahlten Autoren. Für das Skript von «The Long Kiss Goodnight» verdiente der Fan saftiger Groschenromane vier Millionen Dollar – damals ein Rekord. Ende der 1990er-Jahre zog sich der Amerikaner aus dem Filmbusiness zurück und kämpfte mit dem Alkohol. 2005 dann sein Comeback – als Autor und Regisseur von «Kiss Kiss Bang Bang». Die neue Doppelrolle scheint Black zu liegen: «Iron Man 3» spielte vor drei Jahren 1,2 Milliarden Dollar ein. «The Nice Guys» ist sein dritter Film nach eigenem Skript. Und das nächste Shane Black-Projekt ist bereits in Planung: ein Remake des Science-Fiction-Schockers «Predator».

  • 3. Fakten, die man wissen sollte

    Ryan Gosling wird von Russell Crowe brüsk weggeschubst.
    Legende: Ryan Gosling bezieht in «The Nice Guys» viel Prügel von Schauspiel-Kollege Russell Crowe. Ascot Elite

    In den Vereinigten Staaten ist «The Nice Guys» bereits angelaufen und ging gegen «The Angry Birds Movie» baden. Die topbesetzte Detektiv-Komödie spielte am Startwochenende mit mediokren 11,2 Millionen Dollar fast 27 Millionen weniger ein als der animalische Animationsfilm. Als Russell Crowe davon erfuhr, schrieb er Ryan Gosling eine kämpferische SMS: «Ich bin eine Krähe (a crowe), du ein Gänschen (a gosling). Damit gehören wir zu den wütendsten Vögeln (the angriest birds), die ich kenne.» Vom ungebrochenen Humor zeugt auch ein Youtube-Video, in dem Produzent Joel Silver seine zwei Stars zum Social-Media-Dienst verdonnert: «Twittert mehr, ihr nichtsnutzigen Tölpel!», Link öffnet in einem neuen Fenster

  • 4. Das Urteil

    Ryan Gosling völlig zerzaust am Boden: mit einer Filmrolle in der Hand und einer Zigarette im Mund.
    Legende: Gezeichnete Figur, ausgezeichnete Performance: Schnüffler Holland, gespielt von Ryan Gosling. Ascot Elite

    Shane Black wird mit «The Nice Guys» seinem Ruf als Meister der Buddy-Action-Komödie gerecht. So witzig wie in diesem Film waren «Gänschen-Klein» Gosling und «Krawall-Krähe» Crowe auf der Leinwand noch nie. Untermalt wird ihr Spiel der markanten Gegensätze von einem stimmigen Soundtrack: Songs von den Bee Gees, Kiss und Al Green katapultieren einen direkt in die 1970er-Jahre zurück. Nur die Story ist nicht ganz so groovy. Vielleicht weil das Drehbuch schon 15 Jahre auf dem Buckel hat und x-mal umgeschrieben wurde. In der ersten Fassung spielte die Handlung noch im Jahr 2001, dann sollte eine TV-Serie daraus entstehen, bis Black die bunten 70er ins Spiel brachte. Das Ergebnis ist eine Zeitreise, die zwar kein grosses Kino bietet, aber fast zwei Stunden lang bestens unterhält: Dank Gosling und Crowe, die als komische Käuze den Vogel abschiessen.

Kinostart: 2.6.2016

Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Es wurden noch keine Kommentare erfasst. Schreiben Sie den ersten Kommentar.