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WEF-Dokumentarfilm Kritischer Blick hinter die Kulissen des WEF

Die Mächtigen der Welt versammeln sich auch in diesem Jahr am World Economic Forum in Davos. Ein Filmteam hat den WEF-Gründer Klaus Schwab begleitet und wirft einen kritischen Blick auf das Forum.

Die Welt ist in Aufruhr: Klimakrise. Australien brennt. Handelskrieg zwischen USA und China. Populistische Politiker, die gnadenlos ihre Macht ausweiten. Am WEF in Davos debattieren die Mächtigen bald wieder über den Zustand der Welt.

Klaus Schwab hat einem Filmteam ab 2018 erstmals gestattet, ihn und seine Gäste zu begleiten. Zwei Jahre lang hat Regisseur Markus Vetter das Geschehen um den WEF-Patron filmisch festgehalten.

Worum geht es dem WEF wirklich?

«Im ersten Treffen mit ihm sass ich plötzlich einem Mann gegenüber, der voller Leidenschaft gesagt hat, er wollte damals die Mächtigen versammeln und mit ihnen über Ethik sprechen. Und ob man so die Welt verändern kann», schildert Filmemacher Vetter.

Aktivisten sehen das aber ganz anders. Dass sich Trump und die Wirtschaftselite am WEF treffen, beweist ihnen, dass es nicht um Ethik, sondern ums Geschäft geht.

Zum Beispiel Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan. Sie hat im Film eine prominente Rolle und sieht das Ganze kritisch. «Diese Elitetruppe, die jedes Jahr nach Davos kommt, sie sind ein wesentlicher Teil des Problems. Sie erschaffen keinen Traum, sie haben einen Albtraum erschaffen. Es ist wie eine Blase, die alle jene umschliesst, die es gewohnt sind, Macht zu haben.» Gefährlich sei, dass das WEF bloss suggeriere, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, sagt Jennifer Morgan im Film.

Schwab will alle ins Boot holen

«Das Forum» zeigt, wie Supermanager mit Populisten dealen. Schwabs Credo ist es, auch die Umstrittenen ins Boot zu holen. «Wenn Sie jetzt Pfarrer in einer Kirche wären, dann möchten sie doch auch, dass die Sünder am Sonntag in die Kirche kommen. Oder würden Sie die Sünder aussperren aus der Kirche? Wahrscheinlich im Gegenteil», fragt der WEF-Gründer im Film.

Eine Jugendliche hält ein Mikrofon, neben ihr sind weitere Mikrofone
Legende: Greta Thunberg will nicht mit Klaus Schwab zusammenarbeiten und findet, dieser sei untätig. GBF/ Philipp Künzli

Greta gibt Schwab einen Korb

Der Film zeigt auch den Idealisten Klaus Schwab. Bei Greta Thunbergs Besuch letztes Jahr in Davos will Schwab mit ihr gemeinsam die Mächtigen verpflichten. Doch die schwedische Klimaaktivistin gibt ihm einen Korb und lässt ihn wissen: «Ihre Untätigkeit ist inakzeptabel und unverzeihlich. Mit besten Wünschen, Greta.»

Der Film wertet nicht. Er wirft einen unvoreingenommenen Blick hinter die Kulissen des WEF. Gerade das macht ihn so stark.

Sendung: Tagesschau, 15.1.2020, SRF1, 19.30 Uhr

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Melinda Por  (Melinda Por)
    Guten Tag. Wo kann man sich den Dokumentarfilm noch ansehen? Danke, Melinda Por
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von SRF Kultur (SRF)
      @Melinda Por: Der Film ist leider nicht mehr online zu sehen, da wir ihn aus rechtlichen Gründen nur 7 Tage lang als On-Demand-Angebot zu Verfügung stellen konnten.
  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Herr Schwab spricht von seinem Einsatz für eine soziale Marktwirtschaft. Ok - das war einmal so, Herr Schwab. Damals, 2005, als Frau Merkel das erste Mal zur Bundeskanzlerin gewählt wurde, sprach sie sich für den Schutz eben dieser sozialen Marktwirtschaft ab, in der Arbeit ein hohes Gut sei und Arbeitnehmer auch Mitsprache haben sollen in den Betrieben. Das hat sich seither geändert. Heute haben wir die "freie" Marktwirtschaft - ohne Mitsprache, ohne Grenzen, ohne Skrupel.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Herr Schwab soll uns doch mal sagen, was genau sich auf der Welt verbessert hat, seit die Reichen und Mächtigen in Davos das Stelldichein haben. Reden, reden und gleichzeitig untereinander Geschäfte einfädeln. Sehen und gesehen werden. Wäre interessant mal eine Stellungnahme von Herr Schwab über Erfolge zu hören. Meiner Meinung nach kann das WEF abgesetzt werden, da es ausser horrenden Kosten für Steuerzahler nichts bringt.
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    1. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      In der Welt ist sehr vieles besser geworden: Weniger Kriege, weniger Armut, weniger Kindersterblichkeit, mehr Bildung, mehr Freizeit. Über solche Themen wurde natürlich auch am WEF geredet.