Bekannter Zeichner gestorben Adieu, Raymond Burki

Lange Zeit hat er das politische Geschehen mit seinem Stift kommentiert. Nun ist Raymond Burki gestorben. Der Westschweizer Karikaturist und Illustrator wurde 67 Jahre alt.

Der Karikaturist Raymond Burki posiert vor seinen Zeichnungen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mit seinem Stift und etwas Farbe war er politisch aktiv: der Waadtländer Karikaturist Raymond Burki. Keystone

  • Der Westschweizer Karikaturist Raymond Burki ist mit 67 Jahren gestorben.
  • Der Waadtländer prägte die Tageszeitung «24 heures» rund 40 Jahre lang mit seinen Polit-Karikaturen.
  • Der damalige «24 heures»-Chefredakor entdeckte den 26-jährigen Burki und holte ihn in die Redaktion. Burki blieb bis zu seiner Pension bei der Zeitung.
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"Best of Bürki"

2:08 min, aus Tagesschau am Mittag vom 23.12.2008

Burki war ein Original in der Westschweiz. Nach einer Lehre als Foto-Retoucheur zeichnete er 38 Jahre lang bissige Karikaturen für die Tageszeitung «24 heures». Über 8000 Karikaturen von Burki ratterten durch die Druckmaschinen der Westschweizer Zeitung. Sein Markenzeichen: keine Sprechblasen.

Sujets: Ogi, Calmy-Rey Couchepin

So kamen seine Lieblingssujets – Adolf Ogi, Otto Stich, Micheline Calmy-Rey und Pascal Couchepin («es war fast zu einfach, mit solch einer Nase») oder Ruth Dreifuss («sie hatte lustige Kleider an») – ganz ohne Sätze aus.

Berühmter Karikaturist geht in Pension

4:01 min, aus Schweiz aktuell vom 30.7.2014

Burkis Reich war das einzige Raucherbüro der Westschweizer Tageszeitung. Hin und wieder brauchte er ein paar Zigaretten für die zündende Idee.

«Schön wär’s wenn man gleich die geniale Idee hätte! Ich setzte mich hin und überlege lange. Irgendwann passiert’s dann, und ich beginne zu zeichnen», sagte er in einem Interview mit SRF.

Über das Militär lachen, über Muslime aber nicht

Dabei musste Burki seine Arbeitsweise hin und wieder anpassen. Denn bis zum Schluss gab es Tabus. Und diese änderten sich.

«Früher durfte man die Armee nicht zu sehr kritisieren. Heute darf man auf Ueli Maurer herumhacken. Dafür darf man aber kaum noch Muslime oder Israelis zeichnen. Da gibt’s schnell Probleme. Die islamische Religion versteht diesen Humor nicht», sagte Burki einst.

Mit 26 das Vertrauen des Chefredaktors

Mit dem Cherfredaktor von «24 heures», Thierry Meyer, hatte Burki selten schwierige Auseinandersetzungen. Nur ab und zu wurde eine Karikatur abgelehnt. Etwa wenn sich ein Nazikreuz in seine Zeichnung geschlichen hat.

Burkis erste Karikatur erschien 1976 in der «Tribune Le Matin» und erregte die Aufmerksamkeit von Marcel Pasche, dem damaligen Chefredaktor von «24 heures». Er stellte den talentierten 26-Jährigen ein, der bis zum Schluss blieb. 2014 trat Burki in den Ruhestand.

Sendung: Kultur-Nachrichten, Radio SRF 2 Kultur, 29.12.16, 16.30 Uhr