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Spirituelle Wege: Tessin (2/2)
Aus Sternstunde Religion vom 03.10.2021.
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Ashram im Tessin Wo Christoph Blochers Göttibub sein Glück ohne Geld fand

Als Jugendlicher brach Krishna Chandra nach Indien auf. Heute führt er einen Ashram im Tessin. Zu Besuch bei einem Bescheidenen.

Früher hiess er mit bürgerlichem Namen Andreas Wolf. Heute nennt er sich Krishna Chandra. Aufgewachsen ist er in Zollikon an der Zürcher Goldküste. Sein Götti ist alt Bundesrat Christoph Blocher.

Krishna Chandra ist inspiriert von der indischen Religiosität. Mit einer kleinen Gemeinschaft lebt er in einem Ashram im Centovalli.

Das Meditationszentrum ist nur zu Fuss zu erreichen. Der Empfang ist herzlich. Die Augen von Krishna Chandra leuchten. Strahlendes Lachen über das ganze Gesicht. Hat er hier oben in den Bergen die Erleuchtung gefunden?

Legende: «Werde wesentlich»: Krishna Chandra (r.) empfängt Sternstunde-Redaktor Norbert Bischofberger (l.) im Ashram auf einer Tessiner Alp. SRF

Wenn nicht mehr zählt, was man geleistet hat

Der Weg ist das Ziel – ein Bild für das Leben. Krishna Chandra sagt: «Im Lauf des Lebens geht der Mensch hinein in sein Wesen, in seine eigene Wahrheit, wird wesentlich.» Und er fragt: «Wer bin ich, wenn alles Zeitweilige wegfällt, wenn nicht mehr zählt, was ich geleistet habe, was ich bei den Menschen gelte?»

«Werde wesentlich»: Die Aufforderung steht bereits am Eingang zum Ashram. Dieser Weg nach Innen unterscheide sich grundlegend von der gängigen Sicht vieler Menschen, die im Leben etwas erreichen, viel erleben, haben und besitzen wollten. Für Chandra ist das Leben ein Übungsweg im Loslassen.

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Spirituelle Wege – Zentralschweiz (1/2)
Aus Sternstunde Religion vom 26.09.2021.
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Das Leben – ein «bequemes Elend»?

Krishna Chandra spricht gerne vom «bequemen Elend». Damit meint er ein Leben, das aus Warten bis zum Tod besteht, gefüllt mit äusserlichen Annehmlichkeiten, ein «Sein zum Tod». Und er fügt hinzu: «Was wir praktizieren, basiert auf alten Sanskrit-Texten aus den Veden.» In der alten vedischen Kultur gehe es darum, die ewige, tiefste Bestimmung des Menschen zu finden.

Eine Zeit lang gehört Andreas Wolf der Internationalen Gesellschaft für Krishna Bewusstsein ISKCON an. Dort erhält er seinen Namen Krishna Chandra. Auch davon befreit er sich und sagt im Rückblick: «Institutionelle Spiritualität kann wertvoll sein. Irgendwann muss man aber in die ganze Freiheit entlassen werden.»

Chandra gründet einen eigenen Ashram, erst im Schächental im Urnerland, dann im Centovalli im Tessin. Seit bald 15 Jahren lebt er hier mit einer Gemeinschaft von etwa zehn Frauen und Männern. Ein ehemaliger Bewohner des Monte Verità hatte die Alp einst gekauft und hier eine gewaltfreie Zone eingerichtet. Als Veganer wollte er Tieren keine Gewalt antun.

Legende: Krishna Chandra lebt in bescheidenen Verhältnissen. Die Gemeinschaft verfügt über eine eigene Quelle und baut ihre Nahrungsmittel selber an. SRF

Autarkes Leben in den Bergen

Die Gemeinschaft verfügt über eine eigene Quelle, eigenen Solarstrom, baut Nahrungsmittel an und kocht und heizt mit Holz. Krishna Chandra gibt jedes Jahr in der Deutschschweiz einen veganen Kochkurs und bezahlt so seine Krankenkasse.

«Im letzten Winter waren wir eingeschneit. Es ist manchmal eiskalt. Wir duschen bei Minustemperaturen praktisch draussen», erzählt Chandra. Das Leben in der Natur sei nicht nur romantisch, fügt er an. «Aber es schenkt uns Freiheit und das Bewusstsein, uns mit Wesentlichem auseinanderzusetzen.»

Und sein Götti Christoph Blocher? Chandra schmunzelt: «Wir haben seit längerer Zeit keinen direkten Kontakt. Er wollte mal kommen, aber ich weiss nicht, ob ihn sein alter Körper noch hinaufträgt.»

SRF 1, Sternstunde Religion, 3.10.2021, 10:00 Uhr

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Berchtold  (marktold)
    Sehe es genauso wie Herr P. Müller

    Blochers Name ist immer noch gut für eine Überschrift die ihn so etwas von am Rande betrifft.

    Was wohl die Serviertochter macht, welche an Blochers Konfirmation die Gäste im Restaurant des Nachbardorfs bediente, als sich der Kegelverband dort traf.

    Überschrift: Serviertochter macht Rekordtrinkgeld an Blochers Konfirmation.
  • Kommentar von Markus Haller  (Atapaz)
    Schade war die Konstellation nicht umgekehrt: Sein Götti hätte viel von ihm lernen können.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Wie nennt man das heutzutage: click baiting! Der Name Bocher garantiert iele Clicks!
    Wir werden so mit der Zeit die ganze Ver- und Bekanntschaft dieses Herrn kennen lernen.