Aussen heiss, innen frisch: Hier kühlt nicht die Klimaanlage

An heissen Tagen hilft Erfindungsreichtum weiter. Für angenehme Temperaturen im Haus sorgen in diesen Beispielen nicht stromfressende Klimaanlagen, sondern die Architektur selbst.

    • 1.
      Persische Windfänger – seit Jahrhunderten bewährt
      Im persischen Raum zieren schon seit Jahrhunderten massive Windtürme die Hausdächer – sogenannte «Badgirs». Lüftungskanäle führen in mehrere Richtungen durch das Haus und ermöglichen eine gesteuerte Luftzirkulation. Die Windfänger können schon kleine Luftbewegungen nutzen, um das Gebäude zu lüften.
      Erleuchtete Windtürme Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Colourbox

    • 2.
      Jali – die kühlende zweite Haut
      Die Jalis sind traditionelle indische Bauelemente, die als Fenster, Balkongeländer oder Raumteiler eingesetzt wurden. Sie lassen durch ihre filigranen Muster ein Minimum an Licht durch, das zur mystischen Stimmung im Innern beiträgt. Moderne Architekten nutzen sie als zweite Wand um das Gebäude. So erfüllen sie eine isolierende Funktion.
      Licht- und Luftdurchlässige wand mit filigranem Muster. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Colourbox

    • 3.
      Grüne Dächer – mehr davon bitte!
      Sieht toll aus und gibt es auch in der Schweiz immer mehr. Begrünte Dächer halten unsere Häuser kühl. Je mehr Biomasse, desto kühler. Aber: Grün ist nicht gleich Grün. Damit die Verdunstungskühlung ihre Wirkung entfalten kann, braucht es durstige Pflanzen. Trockenheitsliebende Pflanzen sind zwar einfacher in der Pflege, kühlen aber nicht sehr nachhaltig.
    • 4.
      Yachtschal – hier stimmen Design und Temperatur
      So hielten schon die alten Perser ihre Lebensmittel frisch: Bereits 500 vor unserer Zeit errichteten sie diese kuppelartigen Kühlräume. Von aussen ist das Design schlicht. Für die Isolation sorgen zwei Meter dicke Wände. Zudem wird spezieller Mörtel verwendet, der wärmeabweisend wirkt. Guter Nebeneffekt: Dank den Yachtschal gibt es in den Sommermonaten persische Eiscreme.
    • 5.
      Die Veranda – des Hausbewohners beste Freundin
      Die Veranda ist nicht spektakulär, aber sie funktioniert. Halb offen und überdacht spendet sie Schatten und kann auch bei Regen benutzt werden. Etymologisch ist es komplizierter: Vermutlich stammt der Begriff Veranda aus dem indischen Sprachraum. Er könnte seinen Ursprung jedoch auch in Portugal oder Spanien haben und von Ostindienfahrern nach Indien gebracht worden sein. Veranden sind heute von Australien über Südafrika bis in den Süden der USA anzutreffen.
    • 6.
      Stufenbrunnen – hypnotisch kühl
      Stufenbrunnen sind Indiens Lösung für die Wassermassen, die der jährliche Monsun bringt. Die tief gelegenen Brunnen sammeln das lebenswichtige Wasser und sind manchmal auch Orte religiöser Verehrung. Der Baustil begünstigt kühle Temperaturen im Schatten der Stufenwände. Teilweise befinden sich darin auch Sitzecken, in denen sich die Besucher in der kühlen Atmosphäre ausruhen können.

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