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«Wir»: Fotografien vom Frauenstreik
Aus Kultur-Aktualität vom 12.06.2020.
abspielen. Laufzeit 04:54 Minuten.
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Bildband «Wir» Der Frauenstreik aus Frauenperspektive

Wenn Frauen Frauen fotografieren: Ein neuer Bildband sorgt dafür, dass die Erinnerung an den Frauenstreik vom 14. Juni 2019 nicht verblasst.

Wild, ausgelassen, laut, kampfeslustig und farblich mehrheitlich in Lila getaucht: So war die Stimmung vor einem Jahr beim zweiten landesweiten Frauenstreik. Frauen, ob jung, alt oder in der Lebensmitte, zogen durch die Strassen – mit Plakaten, Bannern und mit Sprüchen wie «Yes, we care», «Ich koche vor Wut» oder «Team Vaginas».

Eien Frau in Helvetiakostüm, mit Frauenstreik-Banner, steht lachend vor dem Bundeshaus.
Legende: Wirkt ohne Worte: Helvetia vor dem Bundeshaus. Monika Flueckiger

Ein Fest der Frauen

Die Aufnahmen dieses Frauenstreiks sind jetzt in einem Fotoband erschienen. Das Buch trägt den Titel «Wir». Schlägt man es auf, taucht man wieder ein in diese Stimmung von damals.

«Es war ja auch ein Fest der Frauen», sagt Yoshiko Kusano, die Herausgeberin des Buches. «Ich wollte, dass das in Erinnerung bleibt.» Viele der Forderungen seien heutzutage dringlicher denn je.

Buchhinweis

Yoshiko Kusano, Francesca Palazzi, Caroline Minjolle (Hrsg.): Wir. Fotografinnen am Frauen*Streik. Christoph Merian Verlag, 2020.

Verpasste Gelegenheit

Daran will «Wir» erinnern. Denn auch wenn der Frauenstreik in diesem Jahr ausbleibe, dürfe man nicht aufhören, an den Forderungen festzuhalten. Die Fotografin hatte vor dem Streik über 30 Mitstreiterinnen versammelt, um das Ereignis aus Frauenperspektive in den Bildern festzuhalten.

Eine Gruppe Mädchen in Superheldinnen-Kostümen springt in die Luft.
Legende: Die Heldinnen am Rande des Geschehens in Bern: Die Motive der Fotografinnen sind individuell. Karin Scheidegger

Yoshiko Kusano findet das mutlos und publizierte mit den anderen Frauen eine Auswahl der Bilder. Dass sie sich vor einem Jahr als Kollektiv versammelt hatten, hatte unter anderem den Effekt, dass sie ihre Aufmerksamkeit auch auf kleinere Geschichten richten konnten.

Bier, Bratwurst, Busen

Die über 30 Fotografinnen dokumentierten den Frauenstreik nicht nur an den Hotspots in Bern und Zürich, sondern auch in den Dörfern und an kleineren Anlässen. Kusano fiel dabei dabei auf, dass je nach Region die Frauen mal brav, dann wieder offenherzig und auch provokant protestiert hätten.

Eien Frau trägt zwei Vogelkäfige auf ihren Brüsten und ein Schild "My Body My Rules" am Hals.
Legende: «My Body, My Rules» fordert diese Teilnehmerin in Zürich. Caroline Minjolle

In der Romandie hätten viele junge Frauen oben ohne demonstriert, sagt Kusano. «Da geht es viel um Körperlichkeiten.» Bei den gewerkschaftlichen Frauen habe es wieder ganz anders ausgesehen: «Ich war ja in der Vallée de Joux bei den Uhrenarbeiterinnen, bei denen war das ein ganz anderer Anlass war mit Bratwurst und Bier.»

Gerade diese Vielfalt der Protestaktionen fängt das Buch ein, und man fragt sich als Betrachterin unweigerlich: Gibt es eigentlich den weiblichen Blick auf den Frauenstreik? Eine schwierige Frage, sagt Kusano, weil es hier ja um Dokumentarfotografie gehe. «Aber das Gegenüber nimmt immer wahr, von wem es fotografiert wird.»

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur AKtualität, 12.6.2020, 6:50 Uhr;

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