Allein seine sonore, leicht brüchige Stimme zieht rein. Wenn David Attenborough in einer seiner ungezählten frühen Tierdokumentationen ankündigt, dass das Leben der Maulwürfe spannender sei als mancher Krimi, dann will man wissen, wieso – und bleibt dran.
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Bild 1 von 7. An der Seite der Tiere: Sir David Attenborough bei einem Besuch im Zoo von Melbourne mit einer Lord-Howe-Stabheuschrecke. (2012). Bildquelle: Keystone/EPA/JOE CASTRO.
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Bild 2 von 7. Hier sehen wir Attenborough mit einem Atlasspinner, einem der grössten Nachtfalter der Welt. (2008). Bildquelle: Keystone/EPA/ANDY RAIN.
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Bild 3 von 7. In früheren Jahren begab er sich auf Tuchfühlung mit einem Steinadler …. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Miles Barton/PBS.
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Bild 4 von 7. … posierte 1982 mit einem Orang-Utan-Weibchen und ihrem Baby im Londoner Zoo …. Bildquelle: Getty Images/mirror/Mirrorpix.
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Bild 5 von 7. … und schmuste im Jahr 1956 mit einem sechs Wochen alten Bärenjungen. Bildquelle: Getty Images/Arthur Greated/Daily Mirror/Mirrorpix.
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Bild 6 von 7. Zu seinem 100. Geburtstag ehrt die englische Stadt Morecambe David Attenborough mit einem Sandporträt des Künstlerkollektivs Sand In Your Eye …. Bildquelle: Getty Images/Anthony Devlin.
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Bild 7 von 7. … und die Stadt Bristol verewigt ihn auf einem Wandgemälde von HazardOne – eine der Top 5 weiblichen Graffiti-Künstlerinnen im Vereinigten Königreich. Bildquelle: IMAGO / ZUMA Press.
Attenborough hält immer, was er verspricht. So auch in seinem jüngsten Film «Ocean with David Attenborough», in dem er eine Gesamtschau der Meere in Aussicht stellt: deren verborgene Wunderwelten. Aber auch die erschreckenden Spuren menschlicher Zerstörung. Attenboroughs Warnung ist klar und scharf: Wenn wir jetzt nichts tun gegen Klimawandel, Überfischung und Verschmutzung der Meere, ist das menschliche Leben bald zu Ende.
Zeitfenster
Attenborough aber hat Hoffnung. Auch das zeigt er in seinem Film. Das Meer erholt sich schneller als gedacht. Wenige Jahre reichen und verloren geglaubte Riffe schillern wieder in leuchtenden Farben. Fischpopulationen, die in Ruhe gelassen werden, erholen sich überraschend schnell.
Das alles zeigen Meeresforschungen, denen Attenborough in seinem Film, neben vielem anderem, auf der Spur ist. Aber trotz verhaltenem Optimismus ist er ernsthaft besorgt. Der jetzt 100‑jährige Attenborough sagt deutlich: Für die Rettung der Meere und des Planeten wird das Zeitfenster rasend schnell kleiner.
Ruhestand scheint für Attenborough ein Fremdwort zu sein. Seine Arbeit als Naturfilmer beschreibt er als das grossartigste Geschenk, das ihm das Leben machen konnte. Das unterstreichen unzählige Auszeichnungen für seine Arbeit als Vermittler zwischen Mensch und Umwelt.
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Bild 1 von 4. Der berühmte Naturfilmer lässt sich regelmässig mit den Royals und Stars sehen: 2025 neben dem britischen König Charles III. anlässlich der Filmpremiere von «Ocean with David Attenborough» in London. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Alastair Grant.
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Bild 2 von 4. David Beckham zeigt sich neben David Attenborough bei den Wimbledon-Meisterschaften 2024. Bildquelle: Keystone/EPA/TOLGA AKMEN.
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Bild 3 von 4. 2020 ist der Naturfilmer zu Gast beim britischen Prinzen William und Prinzessin Catherine und deren Familie in den Gärten des Kensington Palace. Bildquelle: Keystone/EPA/KENSINGTON PALACE HANDOUT.
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Bild 4 von 4. Königin Elizabeth II. in lockerer Atmosphäre mit Sir David Attenborough bei einer Veranstaltung im Buckingham Palace in London. (2016). Bildquelle: IMAGO / i Images.
Hinzu kommen etliche Verdienstorden und die Ernennung zum Sir durch Queen Elizabeth II. 1985. Damals erlebte Attenborough nur einen von vielen Höhepunkten in seinem Leben. Eben war sein Naturepos «The Living Planet» erschienen – und begeisterte weltweit.
Fakten & Faszination
Als Kind sammelte Attenborough mit grosser Begeisterung Fossilien. Später studierte er Naturwissenschaften und fand danach in der aufstrebenden British Broadcasting Corporation (BBC) einen lebenslangen Arbeitgeber. Für die BBC entwickelte Attenborough das Genre Naturdokumentation grundlegend weiter.
Attenborough hat es geschafft, Wissenschaft populär zu machen, ohne sie zu vereinfachen. Er verbindet Fakten mit Faszination. Allerdings: David Attenborough und mit ihm die BBC waren in ihren frühen Zeiten nicht unumstritten. Viele Tierszenen waren minutiös inszeniert – unter Einsatz enormer finanzieller Mittel und nicht immer zum Wohl der Tiere. Kritisiert wurde auch, dass die BBC die Wunder der Natur präsentiere, dabei aber ausblende, welchen Schaden der Mensch anrichtet.
«Blue Planet»
Das änderte sich 2001, als Attenborough die Serie «Blue Planet» lancierte – gedreht an über 200 Orten der Welt. Mit ihr ergab sich eine überzeugende Gesamtperspektive auf den Globus. Zum ersten Mal gezeigt werden auch die geschundenen Seiten des Planeten. Seither gilt Attenborough als unbeirrbarer Warner. Mit seiner gewaltigen Reputation setzt er sich medienwirksam für die Rettung des «Planet Earth» ein.
Längst ist Attenborough omnipräsent. Im Fernsehen, auf Instagram, auf Youtube. Mit seinen Filmen erreicht der jetzt Hundertjährige ein Millionenpublikum – und das über alle Generationen hinweg. Seine Botschaft ist und bleibt aktuell wie nie: Wer die Natur versteht, wird sie auch schützen wollen.