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Christfluencer
Aus 100 Sekunden Wissen vom 25.01.2021.
abspielen. Laufzeit 02:49 Minuten.
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«Christfluencer» Influencer im Namen Gottes

Ihre Videos wirken wie moderne Lifestyle-Tipps, aber der Inhalt ist erzkonservativ: «Christfluencer» verbreiten ihren Glauben über Social Media.

Die klassischen Influencerinnen sind uns schon länger bekannt: Sie lancieren Mode- oder Fitnesstrends, filmen sich und ihr Leben und vermarkten alles auf ihren Social-Media-Profilen.

Nun gibt es eine neue Spezies. Sie nennen sich «Christfluencer» und stammen aus der christlichen Szene.

YouTube als Sprachrohr für Gott

In den USA sind Christfluencerinnen schon lange aktiv. In poppigen Videos, locker flockig gesprochen, oft mit Musik unterlegt, reden sie über Gott und die Welt. Sie vermitteln das Evangelium so, wie sie es verstehen.

Darf eine gute Christin unverheiratet Sex haben? Pornos gucken? Christfluencer haben die Antwort. Sie leben streng bibeltreu – und nutzen YouTube, Instagram und Co., um ihre Ansichten mit der Welt zu teilen.

Seit ein paar Jahren sind Christfluencer auch in Deutschland digital unterwegs. Eine der bekanntesten ist Li Marie alias Lisa Repert mit ihrem eigenen YouTube-Kanal.

Ihr Slogan lautet: «Living the Christian Livestyle». Li Marie ist bei einer evangelischen Freikirche aktiv. Zusammen mit ihrem Ehemann predigt sie gegen Sex vor der Ehe. Sie mag Homosexuelle nicht und lehnt Abtreibung ab.

Junge für christliche Inhalte begeistern

Auf eine Christfluencerin setzten auch die Evangelischen Landeskirchen in Deutschland. «Jana glaubt» hiess das Projekt. Die Medizinstudentin Jana Highholder sollte auf ihrem YouTube-Kanal, Link öffnet in einem neuen Fenster junge Menschen für Gott und ihre Kirche begeistern.

Doch die junge Frau begann, ein sehr konservatives Frauenbild zu vertreten. Daraufhin hagelte es Kritik.

Die Kirche beendete die Zusammenarbeit und auf dem neu lancierten Kanal gibt es nun (neben anderen) das lesbische Pastorinnen-Paar Ellen und Steffi Radtke in «Anders amen, Link öffnet in einem neuen Fenster» zu sehen. Die deutsche Evangelische Kirche redet dort jetzt von «Sinnfluencern».

Auch in der Schweiz setzen Kirchen auf soziale Medien. Urbn.k, Link öffnet in einem neuen Fenster ist das jüngste Projekt, getragen von der römisch-katholischen Kirche der Stadt Zürich. Urban, offen, solidarisch und bunt soll der Fokus sein. Ob sich die Gastgeberinnen – zwei Frauen und ein Mann – als Christfluencer oder als Sinnfluencer etablieren, wird sich zeigen.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, 100 Sekunden Wissen, 25.01.2021, 06:54 Uhr;

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Remo Maurer  (RmoMa)
    Liebes srf
    es ist erschreckend, wie einseitig und stereotypisiert sie ihre Meinung zu evangelischen Freikirchen kundtun. Anstelle darzulegen gegen was die Evangelikalen sind, sollten sie sich auch damit befassen FÜR was sie sind...
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  • Kommentar von Marco Tschopp  (elmac)
    Religion hat viel Vergangenheit und nur wenig Zukunft.
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    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Dafür das die meisten Religionen schon seit hunderten von Jahren existieren sind Sie sehr lebendig und dies wird sich auch nicht so schnell ändern.
  • Kommentar von Yves Juillard  (Yves Juillard)
    Jedem das Seine... YouTube ist für Jede/n und Alle da. Was damit umgesetzt wird ist ein grosser Haufen an Kreativität.
    Die Religion wird dadurch nicht mächtiger, es verschiebt sich bloss die Betrachtung je nach Generation.
    YouTube gehört Heute dazu wie früher die Zeitung im Briefkasten.
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