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Rosmarie Quadranti zur aktuellen Lage der Schweizer Kulturschaffenden
Aus Kultur-Aktualität vom 13.03.2020.
abspielen. Laufzeit 04:01 Minuten.
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Corona-Krisensitzung des BAK «Der Kulturbereich ist viel zu wenig abgesichert»

Abgesagte Auftritte, fehlende Gagen: Wegen der Corona-Epidemie steht die gesamte Kulturbranche vor einer grossen Herausforderung. Aus diesem Grund haben sich gestern verschiedene Verbände aus der Kulturbranche mit dem Bundesamt für Kultur und der Pro Helvetia getroffen. Die Forderung: es braucht jetzt eine schnelle Unterstützung.

Rosmarie Quadranti

Rosmarie Quadranti

Präsidentin Verein CULTURA

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Rosmarie Quadranti ist Präsidentin des «Verein CULTURA», des Dachverbands für die Interessenverbände der Schweizer Kulturinstitutionen.

SRF: Was sind die wichtigsten Anliegen, die sie vorbringen konnten?

Rosmarie Quadranti: Es ging um das gemeinsame Ziel, die vielfältige Schweizer Kulturlandschaft, die Orte an denen Kultur stattfindet und die Arbeitsplätze auch im Bereich der Kultur zu erhalten.

Mit welchen Massnahmen will man das erreichen?

Die Arbeitslosenversicherung greift im Kulturbereich momentan nicht. Man sollte ermöglichen, dass eine Arbeitslosenversicherung auch für Selbstständigerwerbende gilt und Kurzarbeit möglich ist. Aber im Moment ist schnelle Hilfe im Sinne einer Notfallkasse das Wichtigste, damit existenziell bedrohte Kulturschaffende und Betriebe nicht Konkurs gehen.

Gab es Signale vonseiten des BAK der Pro Helvetia, dass sie auf ihre Anliegen eingehen möchten?

Wir konnten unsere Anliegen vorbringen. Aber wir möchten auch direkt eingebunden sein, bei der Lösungssuche und bei der Umsetzung, direkt in den Arbeitsgruppen. Und dieses Signal hatten wir auch erhalten. Die Verbände wissen am besten, wo der Schuh drückt. Und es braucht diese Hilfe momentan wirklich, damit wir nach dieser Pandemie nicht vor einem Scherbenhaufen im Kulturbereich stehen.

Kann man abschätzen, was auf die Kulturschaffenden in den nächsten Wochen oder Monaten zukommt?

Nein. Deshalb ist es wichtig, dass man im Gespräch bleibt. Ein Beispiel: Wenn eine Künstlerin ein Engagement hat, das abgesagt wird, dann hat das weitreichende Konsequenzen. Jetzt ist die Zeit, in der die Auftritte wären, also das Haupteinkommen vieler Kulturschaffender erarbeitet würde. Ohne diese Auftritte heisst das: ein Grossteil des Jahreseinkommens ist weg. Deshalb braucht es eine schnelle Hilfe.

Wir merken jetzt, dass der ganze Kulturbereich viel zu wenig abgesichert ist. Wenn das so weitergeht, verlieren wir einen Teil der kulturellen Vielfalt. Deshalb müssen wir auch langfristig denken: falls es wieder zu solchen Krisen kommt, braucht es zukünftig eine bessere Absicherung. Dieses Problem müssen wir lösen.

Das Gespräch führte Vanda Dürring.

Kultur aktuell, 13.3.2020, 6.50 Uhr, Radio SRF 2 Kultur;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Wyss  (chriwy)
    Es hat zu viel Kultur die nicht gefragt ist. Kultur ist nur die richtige Kultur, die vom Volk getragen wird und nicht subventioniert werden muss. Vieles ist Unsinn und ist auch nicht lebensnotwendig und deshalb nicht unterstützungswürdig.
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    1. Antwort von Fabian Engeler  (Fabian Engeler)
      Das ist ihre Meinung un hat wenig mit der aktuellen Krise zu tun. Künstler*innen & Kulturschaffende, die momentan in der Krise stecken, finanzieren sich ihren Lebensunterhalt mit Kultur. Ich würde behaupten, wenn man sich den Lebensunterhalt selbst finanzieren kann, ist diese Kultur weder Unsinn und schon gar nicht "nicht lebensnotwendig".
      Alle Einnahmen, die nun wegen der Krise wegfallen sind essentiell und unterstützungswürdig. Sonst könnten Sie nie mehr ins Kino, Theater oder an ein Konzert.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Und auch da gilt der Spruch: spare in der Zeit, dann hast du in der Not.
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    1. Antwort von Fabian Engeler  (Fabian Engeler)
      Stellen Sie sich vor, es gibt Menschen, die zu wenig verdienen, um ordentlich zu sparen. Ganz zu schweigen, dass immer mal wieder unvorgesehen Ausgaben auftauchen können, die das Gesparte schrumpfen.
      Und wenn der Grossteil der Einnahmen über einen realtiv kurzen Zeitraum reinkommt, der wiederum auch viele Folgeaufträge für Kulturschaffende mit sich bringt, ist das Problem leider nicht mit einer kleinen Bauernweisheit gelöst.
  • Kommentar von Neil Muster  (neilmuster)
    Man sollte sich vermehrt zu jusristischen Personen (GmbH, AG) zusammenschliessen, de diese einen Anschluss an eine PK sowie ALV erfordern. Oder dann das Gesetz für Selbständige ändern. Denn wird brauchen kreative, innovative Kleinunternehmer (egal ob Kunst oder Technik).
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