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Gesellschaft & Religion Der Kampf der Schweizerinnen für ein Menschenrecht

Die Schweizer Frauen dürfen erst seit 1971 an die Urne. Der Weg dahin war lang und steinig. Der Blick ins SRF-Archiv zeigt eindrücklich, wie sich Männer immer wieder gegen die Einführung des Stimmrechts wehren und die Schweiz zu einer Insel machen. Und wie die Frauen am Schluss siegen.

  • 1. Stimmen zur Frage des Frauenstimmrechts

    Die Schweizer Frauenorganisationen kämpften fast ein Jahrhundert lang für das Stimm- und Wahlrecht der Frauen. Die Schweiz wurde in dieser Zeit zur Insel, denn ein Land nach dem anderen führte das Frauenstimmrecht ein. Beispiele? Finnland 1906, Deutschland 1918, Türkei 1934, Frankreich 1945, Pakistan 1956, Iran 1963.

  • 2. Plakate gegen und für das Frauenstimmrecht

    Die Gegner befürchteten, die stimmberechtigte Frau würde ihre Mutterrolle vernachlässigen und ihre Weiblichkeit verlieren. Andere wollten die Frauen fürsorglicherweise vor dem schmutzigen Geschäft der Politik bewahren. Oder sie mutmassten, Frauen seien naturgemäss nicht in der Lage, die männliche Institution des Staates zu verstehen.

  • 3. Das Ideal der Schweizer Frau

    Noch 1971 lebte der überwiegende Teil der Frauen nach einem traditionellen Rollenbild. Das hiess Ehe, Kinder und eine Existenz als Hausfrau. Die Berufswahl galt häufig als nebensächlich. Die meistgewählten Berufe der Nachkriegsjahre für Frauen waren Kaufmännische Angestellte, Coiffeuse und Verkäuferin.

  • 4. Prominente männliche Stimmen, und die ersten Parlamentarierinnen

    Am 7. Februar 1971 war die Zeit dann endlich reif. Die Männer stimmten mit einer Zweidrittels-Mehrheit dem Frauenstimmrecht zu. Noch im Herbst des gleichen Jahres nahmen die ersten Parlamentarierinnen Einsitz in Bern, es waren damals 12 Nationalrätinnen und eine Ständerätin. Im Oktober 2015 gab es einen Frauenrekord: 64 Frauen wurden in den Nationalrat gewählt, so viele wie noch nie.

  • 5. Der noch längere Weg im Kanton Appenzell

    Die Frauen im Kanton Appenzell Innerrhoden mussten noch länger warten, bis sie zu vollwertigen Staatsbürgerinnen wurden. Dreimal hatten sich die Männer in der Landsgemeinde gegen das kantonale Frauenstimmrecht entschieden. 1990 hatten die Frauen genug und klagten. Das Bundesgericht zwang die Innerrhoder, den Frauen das Stimmrecht auch auf kantonaler Ebene zuzugestehen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Fiona Stifter , Illnau
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Lässig zusammengestellt und spannend zu sehen, wie wir ja-so-fortschrittlichen Schweizer vor fünfzig Jahren noch ganz anders tickten.
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  • Kommentar von Daniel Fuchs , Lausanne
    Hier das Video einer Frau die gegen das Wahlrecht für Frauen argumentiert (englisch und im Amerikanischen Kontext) https://www.youtube.com/watch?v=OMjiY-5BdBE Man muss damit ja nicht einvertanden sein ... aber ganz von der Hand zu weisen ist die Argumentation auch nicht ...
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  • Kommentar von Arnold Weiss , Luzern
    Anhand dieses geschichtlichen Beispiels sieht man anschaulich, dass auch unsere Direkte Demokratie durchaus Schwächen hat. Das Volk kann ganz "legal" über Grundrechte anderer bestimmen und sich in Verfassungsfragen bewusst widersprechen. Ich sage damit nicht, dass die Direkte Demokratie ein schlechtes System ist, ganz und gar nicht! Aber wir Schweizer sollten mit unserer Selbstverliebtheit aufhören, sie als einzig wahre Form der Demokratie zu betrachten. Es gibt auch andere legitime Demokratien.
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    1. Antwort von Daniel Fuchs , Lausanne
      Ich gehöre durchaus zu denjenigen die finden, dass alle paar Jahre mal wählen gehen eigentlich nicht ausreicht um ein politisches System Demokratie zu nennen. Mit selbstverliebtheit hat das nichts zu tun. Aber zu einer "echten" Demokratie gehört halt auch dass man damit verantwortungsvoll umgeht... Leider vermisse ich dies in den letzen Jahren immer öfter.
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    2. Antwort von Arnold Weiss , Luzern
      @Daniel Fuchs Sie bringen durchaus legitime Argumente. Trotzdem können die Menschen, die nur alle paar Jahre wählen können, immerhin frei und ohne Wahlbetrug ihre politischen Vertreter wählen, die dann ihrerseits frei stimmen können. Klar, auch dieses System ist nicht perfekt. Trotzdem ist es bestimmt keine Diktatur, wie oft behauptet wird. In vielen Diktaturen kämpfen die Leute dafür, überhaupt frei stimmen zu können.
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    3. Antwort von Daniel Fuchs , Lausanne
      @Arnold Weiss: Nun ja .. das Wort Diktatur habe ich ja auch nicht verwendet. Ich glaube jedoch dass ein "indirekte" Demokratie mit der unseren in keinster weise vergleichbar ist, da bei uns das Volk sofort reagiern kann wenn Ihm etwas nicht passt und nicht erst bei der nächsten Wahl, wenn die meisten den Stein des Anstosses schon wieder vergessen haben. Auch die Zusammensetzung der Regierung die bei uns auf Kompromiss statt Polarisierung ausgerichtet ist unterscheidet uns von anderen Ländern.
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