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5 Tipps für den Velosommer
Aus Kultur Webvideos vom 15.06.2021.
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Fahrradtipps von Fachleuten Fünf Profitipps für den perfekten Velosommer

Auch daran ist Corona schuld: Der Megatrend Velofahren hat die Schweiz erfasst. Hier sind die besten Profitipps für einen bequemen und beschwerdefreien Sommer auf dem Fahrrad – wenn man vor dem Start diesen Details Beachtung schenkt.

1. Tipp: So schmerzt der Hintern nicht

Christian Kryenbühl kennt das Hauptproblem der Velofahrenden bestens: den schmerzenden Hintern. Seit vielen Jahren analysiert der Biomechaniker dieses Problem. Der ideale Sattel steht bei ihm nie zuoberst auf der Liste. Er rät, zuerst die Einstellungen zu kontrollieren. Steht der Sattel horizontal? Das kann bereits Druckspitzen auf das Gesäss nehmen.

Dann kontrolliert Kryenbühl auch die Sattelhöhe. Ein zu hoher Sattel hat meist zur Folge, dass die Fahrerin oder der Fahrer mit dem Becken hin- und herwippt. Das scheuert an den Weichteilen. Den Sattel etwas tiefer stellen, kann darum ebenfalls zu weniger Sitzbeschwerden führen.

Erst wenn das alles nicht fruchtet, soll man sich nach einem anderen Sattel umsehen. Generelle Tipps dazu sind aber schwierig, weil jeder Mensch anders gebaut ist.

Legende: Alles fährt Velo – hier in der Genfer Altstadt. Keystone / SALVATORE DI NOLFI

2. Tipp: So schlafen die Hände nicht ein

Das zweite Problem, das Kryenbühl immer wieder antrifft: eingeschlafene Hände. Die Lösung ist oft ganz einfach: Hände und Arme in einer geraden Linie halten. Wer die Handgelenke zu stark abknickt, erhöht den Druck auf die Nerven im Handgelenk. Genau das kann zu den eingeschlafenen Händen führen.

3. Tipp: So bleibt man lange leistungsfähig

Die Ernährungswissenschafterin Joëlle Flück staunt immer wieder, wie viele Kalorien Genussvelofahrende unterwegs zu sich nehmen – und das meist in Form von Energieriegeln und Sportgetränken. Diese sind jedoch für Leistungssportlerinnen und -sportler entwickelt worden, die möglichst viele Kalorien in möglichst komprimierter Form zu sich nehmen müssen, um leistungsfähig zu bleiben. Wer eine bis zwei Stunden in entspanntem Tempo unterwegs ist, soll sich mit Wasser und natürlichen Nahrungsmitteln wie Banane oder kleinen Sandwiches verpflegen.

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«Einstein» an der Tour de Suisse
Aus Einstein vom 10.06.2021.
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4. Tipp: So bringt man sich in Topform

Wer trotz regelmässigem Training auf der Hausrunde nicht schneller wird oder immer wieder an der 100 Kilometer-Tour scheitert, dem empfiehlt der Sportwissenschaftler Beat Müller das polarisierte Training. Denn wer «immer mit Jus fährt, mit Druck auf den Pedalen», trainiert weder seine Ausdauerleistung noch seine Schnelligkeit ideal, so Müller. Sondern beides nur ein bisschen.

Die Lösung: Entweder richtig schnell oder dann gemütlich trainieren. Müller empfiehlt, ein- bis maximal zweimal pro Woche schnell zu fahren. Hat man Zeit für noch mehr Trainings, soll man sie gemütlich fahren.

5. Tipp: So rollt das Rad fast von allein

Wer noch immer glaubt, dass mehr Luft im Reifen schneller macht, für den hat der Sportwissenschaftler Lucas Schmid eindrückliche Zahlen bereit: Auf einer Weltcupstrecke der Mountainbiker bringt einer tiefer Luftdruck bis eineinhalb Minuten Zeitgewinn gegenüber einem hart gepumpten Pneu. Er erklärt das so: «Mit viel Luft im Reifen wird das Rad bei Hindernissen jeweils angehoben. Das erhöht den Rollwiderstand. Mit wenig Druck rollt das Rad sanft über das Hindernis hinweg.»

Schmids Rollwiderstandsmessungen haben unter anderem dem Schweizer Mountainbike-Crack Nino Schurter geholfen, Weltmeister zu werden. Schmid rät zu rund 1,5 bis 1,7 Bar Luftdruck in einem modernen Mountainbike-Reifen. Und für Rennradreifen hat er folgenden Tipp: Das Körpergewicht geteilt durch 20, dann plus 1, das ergibt einen modernen, tiefen Luftdruck für Reifen mit einer Breite von 25 und mehr Millimetern.

Sendung: SRF 1, Einstein, 10.6.2021, 21:05 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Haber  (Martinowitsch)
    Die Druckempfehlungen beziehen sich jedoch auf das Profil von Cross-Country Strecken und steiferen Karkassen. Auf einer gewöhnlichen MTB-Tour mit unterschiedlichen Streckenprofilen (Waldautobahn, Asphalt, kleine Trails vielleicht) wird man mit 1.7 Bar Luftdruck oder gar weniger nicht sonderlich glücklich werden.
    1. Antwort von Michael Scherrer  (Michael)
      Richtig erkannt!
      Vor allem ermöglicht der tiefe Druck zusammen mit einem Tubless Reifen einen optimalen Grip im steilen Gelände. Das mit dem höheren Rollwiderstand bei höherem Druck halte ich für nicht plausibel, zumal erfahrene Biker das Vorderrad kurz entlasten, wenn es über ein Hinderniss geht. Also, schaut auf dem Reifen nach, welcher Druckbereich empfohlen wird und nehmt die Mitte davon. Das wichtigste: regelmässig nachpumpen! Tschüss, muss auf‘s Velo
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    6. Gaaaanz wichtg: wer von HINTEN kommt - egal ob Strasse, Weg..., , macht sich entsprechend den vor ihm/ihr gehenden, fahrenden Menschen "laut, hörbar bemerkbar"(klingeln, rufen, hupen...)!! Höflichkeit, korrektes Verhalten, damit sich niemand erschreckt vor plötlich "von hinten" auftauchenden Velo-Bike-FahrernInnen und damit es zu keinen Überraschungs-Zusammentössen kommt!!
  • Kommentar von Urs Ziegler  (Urs Ziegler)
    Danke für die Tips. Ich habe wirklich laut heraus gelacht, als ich das mit dem Druck in den Reifen gelesen habe. Mach ich seit Jahren falsch. Ich pumpe die Reifen immer stark auf, das kann ich ja dann sein in Zukunft wirklich lassen.