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Filosofix: Das Gedankenexperiment «Grossvaterparadox»
Aus Filosofix vom 18.12.2017.
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Experiment Grossvaterparadox Sind Zeitreisen in die Vergangenheit überhaupt denkbar?

Zeitreisen sind ein alter Menschheitstraum. Einige moderne Physiker halten sie sogar für möglich. Aber Vorsicht: Es lauern überall Widersprüche und Paradoxien, wie das berüchtigte «Grossvaterparadox». Ein Gedankenexperiment für Scharfsinnige.

Wer würde nicht ab und an gerne an der Uhr drehen, Entscheidungen rückgängig machen oder in die Zukunft schauen. Diese urmenschliche Sehnsucht nach Zeitreisen findet heute Ausdruck in Science-Fiction und Fantasy.

Und seit Albert Einstein gibt es auch Physiker, die Zeitreisen prinzipiell für möglich halten. Doch bei vielen Philosophen rebelliert der logische Verstand. Zeitreisen führen nämlich unweigerlich zu Paradoxien, etwa dem berüchtigten «Grossvaterparadox».

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Das Grossvaterparadox

Stellen Sie sich vor, Sie reisen mit Ihrer Zeitmaschine in die Vergangenheit und treffen da Ihren Grossvater in jungen Jahren. Dieser erschrickt über den Anblick Ihrer Zeitmaschine und fällt vor ein fahrendes Auto. Nun schwebt er in Lebensgefahr.

Die Frage ist: Was passiert, wenn er stirbt? Kann er überhaupt sterben? Denn das würde ja heissen, dass Sie nie geboren worden wären, nicht in die Vergangenheit hätten reisen können und Ihr Grossvater also auch nicht durch diesen Unfall hätte sterben können.

Das selbstkonsistente Universum

Es gibt zwei Lösungen für dieses «Grossvaterparadox». Die erste basiert auf der Idee eines «selbstkonsistenten Universums» und besagt: Zeitreisen in die Vergangenheit sind zwar möglich, aber es können in der Vergangenheit keine Handlungen vollzogen werden, welche die Zukunft dahingehend verändern, dass die Zeitreise verunmöglicht wird. Konkret heisst das: Den Grossvater treffen geht, ihn töten aber nicht.

Zeitreisen dank Paralleluniversen?

Die zweite Lösung greift auf die Annahme von Paralleluniversen zurück und behauptet: Die Welt, in die Sie mit der Zeitmaschine zurückreisen, ist streng genommen eine andere Welt als diejenige, aus der Sie kommen – allein schon durch Ihre Anwesenheit.

Sie reisen also in eine «Parallelwelt», die noch keine fixe Zukunft hat, und können diese daher beeinflussen, wie Sie möchten. Ihren Grossvater können Sie aber dennoch nicht töten, denn die Person, die Sie in der Vergangenheit treffen, ist streng genommen nicht Ihr echter Grossvater, sondern lediglich ein äusserlich identischer Zwilling in einer Parallelwelt.

Die Zeit selbst ist ein Rätsel

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Der Mord am eigenen Grossvater scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Zeitreisen stellen also nicht nur eine physikalische, sondern auch eine logische Herausforderung dar. Das mag an der Zeit selbst liegen, die uns viele Rätsel aufgibt, etwa dasjenige nach einem möglichen Anfang der Zeit, mitsamt der Frage, was denn «davor» war.

Der spätantike Philosoph Augustinus brachte die unscheinbare Rätselhaftigkeit der Zeit wohl am treffendsten zum Ausdruck, als er meinte: «Was also ist die Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, weiss ich es, wenn ich es aber einem Fragenden erklären sollte, weiss ich es nicht.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Winiger  (wiin)
    Zu diesem Thema empfehle ich das Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" von Stephen Hawking. Hawking beherrscht es, komplexe physikalische Zusammenhänge verständlich zu erklären. Gemäss aktuellem Stand der Wissenschaft ist das Grossvaterparadoxon falsch formuliert, da Zeitreisen in die Vergangenheit nicht möglich sind ;)
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  • Kommentar von Robi Mühlebach  (Verito)
    Eine alternative Zeitlinie ist noch kein Paralleluniversum, bitte bleiben Sie präzise, ansonsten entsteht noch mehr Verwirrung. Natürlich ist es theoretisch möglich den Grossvater zu töten (und somit eine neue Zeitlinie zu erschaffen), doch auf welcher Zeitlinie wird man zurückreisen (!), jene die man verlassen hat, oder die neue, die man erschaffen hat?
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