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«Clubhouse»-App: Was hat es damit auf sich?
Aus Kultur-Aktualität vom 21.01.2021.
abspielen. Laufzeit 03:17 Minuten.
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Hype um «Clubhouse»-App Willkommen im digitalen Country Club

Mit Prominenz wie Oprah Winfrey in einem Chat quatschen: Die App «Clubhouse» soll es möglich machen. Doch ist der Hype um die App wirklich berechtigt?

Während der Pandemie sehnen sich viele nach gemeinsamem Austausch. Die neue App «Clubhouse» bietet eine weitere Plattform dafür.

In sogenannten Clubs oder Chaträumen sollen sich neben Leuten aus Wirtschaft, Politik und aus der Medienbranche auch Prominente tummeln: so der US-Rapper Drake oder die Moderatorin Oprah Winfrey.

Dass vor allem von US-Grössen die Rede ist, erstaunt nicht, dort gibt es die App seit mehr als einem halben Jahr. Nun ist der Hype auch in Europa angekommen.

Diese Verzögerung sei wohl ein Zufall, meint SRF Digitalredaktor Guido Berger: «Die Leute haben anfangs Jahr mehr Lust, etwas Neues auszuprobieren», so Berger.

Wie im echten Klub: Members only

«Clubhouse» kostet kein Geld. Doch mitmachen dürfen nicht alle. Einerseits ist die App nur fürs iPhone verfügbar, andererseits braucht es auch eine Einladung von einem bereits aktiven Mitglied. Auf Ebay werden Einladungen für rund 60 Schweizer Franken versteigert.

Den Vorwurf, die App sei elitär, weist Digitalredaktor Guido Berger zurück. Zwar liesse der Name der App Bilder an ein exklusiven amerikanischen Country-Club wachwerden. Tatsache sei aber, so Berger: «Die App wird im Moment in kleinem Rahmen getestet, später sollen dann möglichst viele Leute reingelassen werden.»

Daten – der Preis für den Einlass

Wer auf «Clubhouse» einen Freund einladen will, muss der App den Zugriff auf das eigene Adressbuch erlauben. Damit kommen die Betreiber an wertvolle Daten. Sie erfahren, wer wen kennt.

Laut Berger ist das aber auch nichts Besonderes, dies passiere auch bei anderen sozialen Netzwerken. «Die Daten sind der Eintrittspreis, den man bezahlt.»

Hatespeech und Fake News haben freie Bahn

Während Plattformen wie WhatsApp oder Twitter ihre Inhalte auf unpassende Aussagen überprüfen, verzichtet Clubhouse auf jegliche Art von Moderation oder Zensur. Bei der App handelt es sich um Audios in Echtzeit. Die App steht deshalb in Kritik, zum Tummelplatz von rassistischen oder sexistischen Inhalten zu werden.

Noch wirkt die App aber eher planlos, meint auch Online Produzentin bei SRF 3, Ranja Kamal. Sie hat sich bei Clubhaus in ein Gespräch mit dem deutschen Moderator Thomas Gottschalk reingeschaltet, der über die Amtseinführung von Joe Biden sprach.

Ihr Fazit: Spannend, weil man die Leute etwas privater kennenlernt und den Austausch zwischen Stars und Fan beobachten könne. Die grosse Begeisterung bleibt bei Kamal jedoch aus. Trotzdem ist die App im Moment auf der Rangliste der Gratisapps auf Platz 5.

Sendung: Radio SRF 2, Kultur-Aktualität, 21.1.2021, 17:34 Uhr.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Keller  (xedos2000)
    "die App wird im kleinen Ramen getestet..."
    "Rangliste auf Platz 5...."
    ja was denn nun?
    und sowieso, nur vom Apple Store verfügbar, ist also doch "Elitär"
    Die Idee der App finde ich gut. Würde aber nie sowas installieren und das ganze Adressbuch freigeben. wer sowas macht ohne Einverständnis der betroffenen Leute...
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  • Kommentar von Jakob Meier  (Astronautovic77)
    Ich verstehe den Nutzen dieser App immer noch nicht.
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    1. Antwort von Martin Tanner  (mikado5034)
      Der Zweck besteht für die Betreiber wohl wiedermal im Abfischen persönlicher Daten - what else?
      Für die Nutzer besteht er schätzungsweise darin, sich als Elite in einer geschlossenen Gesellschaft fühlen zu können, schliesslich kann nicht jeder rein, also kein Jekami, wie bei FB und anderen Massenplattformen.
      Echt ermüdend, aber wer's braucht, werde glücklich damit!