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Stilikone Iris Apfel wird 100
Aus Kultur-Aktualität vom 27.08.2021.
abspielen. Laufzeit 03:23 Minuten.
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Iris Apfel wird 100 Diese alte Dame hat den Durchblick in Sachen Stil

«Seltener Vogel» ist ihr Übername. «Schräger Vogel» träfe es besser. Am Sonntag feiert die amerikanische Mode-Ikone Iris Apfel ihren 100. Geburtstag.

Die riesigen, runden Brillengläser, die Iris Apfel immer trägt, geben ihrem Gesicht tatsächlich etwas Vogelhaftes. Sie sind zu ihrem Markenzeichen geworden.

Bereits als Kind sei sie von Brillen fasziniert gewesen, sagte sie einmal, und habe angefangen, solche zu sammeln. Als sie dann eine Brille brauchte, war ihr klar: Sie muss gross sein.

Legende: Ihren Augen entgeht nichts: Iris Apfel an der New York Fashion Week 2016. Getty Images / Michael Stewart

Mix aus Muster und Materialien

Wer sie frage, warum sie so grosse Brillengläser brauche, dem antwortet die Betagte wie der Wolf aus «Rotkäppchen»: Sie brauche die grossen Gläser, damit sie ihr Gegenüber besser sehen könne. Den Durchblick hat sie immer noch. Seit Jahren.

Anders als der Wolf aus besagtem Märchen wechselt sie ständig ihre Bekleidung, nie jedoch ihre Identität. Ihr wilder Mix aus Textilien, Mustern und Materialien, aus den verschiedensten Epochen, prägt seit 40 Jahren ihren Stil.

Sie wirkte im Weissen Haus

Iris Apfel erblickt als Iris Barrel in Brooklyn in einem jüdischen Elternhaus das Licht der Welt. Das an den schönen Dingen interessierte Mädchen studiert als junge Frau Kunstgeschichte.

Legende: Waren auch geschäftlich ein Paar: Iris Apfel mit Ehemann Carl Apfel. Getty Images / Michael Loccisano

Gemeinsam mit ihrem Mann Carl, mit dem sie bis zu seinem Tod im Alter von fast 101 Jahren verheiratet war, gründete sie eine Textilfirma. Immer wieder wirkte sie als Innenarchitektin, unter anderem bei verschiedensten Präsidenten im Weissen Haus.

Ausstellung in New York

Ihre Outfits und Accessoires haben es 2005 sogar ins Metropolitan Museum of Art in New York geschafft. Die Ausstellung hiess «Rara Avis», Lateinisch für seltener Vogel. Vor drei Jahren, im zarten Alter von 97 Jahren, hat sie ihren ersten Modelvertrag bekommen.

Noch immer ist sie fit wie ein Turnschuh, wie ein schillernder Sneaker. Klar, dass sie immer wieder gefragt werde, was eigentlich Stil ausmache. Stil sei Haltung, nichts als Haltung. Nicht was man mache, sondern wie man es mache, sagt Iris Apfel gegenüber der «New York Times».

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Stil schlägt Schönheit

Dass es einzig darauf ankomme, hat sie schon in jungen Jahren erfahren. Als sie ein damals angesagtes New Yorker Warenhaus besuchte, habe sie die Besitzerin angesprochen: Sie besitze zwar keine Schönheit, dafür etwas viel Besseres: Stil.

Noch etwas anderes hat Iris Apfel: eine ausserordentliche Mischung aus Nonchalance und Selbstbewusstsein. Oder anders gesagt: Sie pfeift darauf, was andere von ihr denken. Womit wir wieder beim schrägen Vogel wären.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur Aktualität, 27.08.2021, 17:10 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Tolle Frau! Ein Vorbild für‘s Älterwerden, auch wenn nicht jede den Stil tragen kann. Aber sie wagt, sichtbar zu bleiben, auch im hohen Alter.
    1. Antwort von harald keller  (pragmatiker)
      Tolle Frau lese ich oft, ist so ihr Frauenbild? Sollen die Frauen tatsächlich so schrill sein? Setzt das die Frauen nicht unter Druck, weil ja denn viele so sein müssen, weil sie sonst keine tolle Frau wären? Für mich ist sie definitiv ohne Stil - da hat meine Frau den viel besseren Stil - tolle Frau übrigens!
  • Kommentar von Robin Meier  (MeiRo)
    „ ist ihr Übernahme“ - echt jetzt?
    1. Antwort von SRF Kultur (SRF)
      @Robin Meier: Ist korrigiert!
  • Kommentar von Urs Widmer  (pinkpoet)
    Wie unterscheidet Mensch "seltener Vogel" + "schräger Vogel"? Es ist doch im gesellschaftlichen Alltag so, dass ein seltenes Ereignis (weil man's ja z.B. erstmalig sieht) eben gerade als zumindest "schräg" eingestuft wird. Wenn ich's dann x Mal erlebt hab, wird's schon recht normal. Und wenn's dann jemand schafft, immer wieder derart "neu" zu sein - und das bis 100 - dann würd ich das schon als mehr als schräg bezeichnen & viel stärker einen Begriff suchen, der vor allem positiv konotiert ist...