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Julia Onken: Warum es ein Problem ist, wenn die Frau dem Mann gefallen will
Aus Kultur Extras vom 27.02.2020.
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Julia Onken über starke Frauen «Schluss mit dem Schwesternstreit!»

Frauen sollen stark sein, selbstbewusst, sich wehren, sich durchsetzen: Das klingt oft einfacher, als es ist.

Die Psychologin Julia Onken beschäftigt sich seit Jahren mit dem Selbstbewusstsein von Frauen: Wie kann es gelingen? Indem man bedingungslos an sich glaubt, sagt sie – und sich Verbündete sucht.

Julia Onken

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Julia Onken ist diplomierte Psychologin und Psychotherapeutin, Autorin und Leiterin des Frauenseminars Bodensee. Ihr Buch «Mit dem Herzen der Löwin» (Verlag C.H. Beck 2018) beschäftigt sich mit dem Selbstbewusstsein von Frauen.

SRF: Früher mussten Frauen oft hinter ihren Männern zurückstehen. Was hat sich geändert?

Julia Onken: Frauen sind sich immer mehr bewusst: «In mir steckt wahnsinnig viel und das, was in mir steckt, will ich zur Blüte bringen.»

Aber die Umsetzung ist oft schwierig, die Gesellschaft ist noch nicht so weit. Es ist zum Beispiel noch lange nicht allen klar, dass wir eine hervorragende Kinderbetreuung brauchen. Sonst bleiben die Frauen auf der Strecke. Wenn es uns nicht gelingt, den Alltagsservice neu einzuteilen, dann wird alles beim Alten bleiben.

Frauen müssen bei sich selbst anfangen.

Frauen müssen sich aber auch selber aus dem Schatten von Männern heraus bewegen. Sie können nicht erwarten, dass das von aussen kommt – sie müssen bei sich selbst anfangen.

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Hausmänner: Noch immer Exoten
Aus Kulturplatz vom 26.02.2020.
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Was müssen Frauen bei sich selbst besonders fördern?

Die Treue zu sich selbst. Sie müssen lernen, dem, was sie empfinden, Beachtung zu schenken. Sich selbst und den eigenen Wünschen treu zu bleiben. Sich also weniger an ein Aussen anzupassen, sondern sich an sich selbst orientieren.

Was braucht es, um sich selbst treu zu bleiben?

Es braucht eine grosse Portion Reflexion, absolute Ehrlichkeit mit sich selber – und gute Freundinnen, mit denen man offen über alles reden kann: auch über Ängste und grössenwahnsinnige Ideen. Man muss sich ganz gezielt Leute aussuchen, die an einem interessiert sind und an einen glauben.

Die Miesmacher muss man meiden.

Das Zweite ist: Man muss sich fernhalten von denen, die selber nichts auf die Reihe bringen, die aber immer an etwas herumknabbern und negativ sind. Mit denen redet man meinetwegen übers Wetter oder über Belanglosigkeiten, aber sicher nicht über das, was einem am wichtigsten ist.

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Aus dem Archiv: Schawinski im Gespräch mit Julia Onken
Aus Schawinski vom 20.06.2016.
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Wie können sich Frauen selbst ermächtigen?

Frauen ermächtigen heisst, auch an andere Frauen zu glauben. Schluss mit dem Schwesternstreit! Schluss mit diesem kritischen Blick, der immer den Mangel der anderen Frau in den Fokus nimmt: Darin sind wir Weltmeister.

Ohne Hilfe im Haushalt wäre es nicht möglich gewesen.

Man sollte sich bewusst davon freimachen und sagen: Ich werde mich zukünftig an der Fülle orientieren, die Frauen zu bieten haben. Mich interessiert nicht die Rocklänge einer Frau oder ob sie lange Wimpern hat. Mich interessiert, was sie zu sagen hat. Das ist für mich das Wichtige. Das gibt ein Gefühl von «Wir miteinander».

Sie sind eine erfolgreiche Frau: Psychologin, Buchautorin und Leiterin des Frauenseminars Bodensee. Wie konnten Sie sich persönlich durchsetzen?

Ich konnte immer das umsetzen, was mich interessiert hat – und zwar leidenschaftlich und mit meiner ganzen Energie. Aber ich hatte eine Hilfe, die mir im Haushalt beigestanden ist. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen.

Wie hätte ich sonst auf Lese-Tournée gehen können, wenn ich noch hätte für den Haushalt sorgen müssen? Die Kinder hätte ich nicht mitnehmen können.

Und ich hatte bereits seit Kindheit ein Grundkapital: meine Mutter. Sie interessierte sich für mich. Sie wollte alles wissen, was ich denke. Sie liess mir zukommen: «Du bist ein wahnsinnig interessantes Kind.» Das hat mich immer getragen. Das war ein Boden, durch den ich nicht knallen konnte.

Das Gespräch führte Sandra Steffan.

Sendung: SRF 1, Kulturplatz, 19.2.20, 22:25 Uhr

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Künstlerinnen treten aus dem Schatten ihrer Männer
Aus Kulturplatz vom 19.02.2020.
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24 Kommentare

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  • Kommentar von Hubertus Wach  (H. Wach)
    Über Frauen und Männer in der aktuellen Gesellschaft. Es hat sich zunehmend durchgesetzt, dass Frauen zu Männern GLEICHWERTIG sind aber in der vergleichenden Verhaltensforschung ANDERSARTIG. Das hat im Wesentlichen mit der Evolutionstheorie EVOLUTION/MUTATION – SELEKTION – WETTBEWERB zu tun. Nicht nur bei Menschen! Beispiele: Starke Weibchen suchen sich stets die stärksten Männchen. Es gilt die Rangordnung. Männer lieben den Krieg - Frauen lieben die Krieger, usw.
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  • Kommentar von Adrian Müller  (Adrian Müller)
    Der Feminismus maskiert sich als Bewegung für die Frauenrechte, sei aber gegen die Frauen gerichtet, Frauen werden gegen die Ehe und die Mutterschaft aufgehetzt, es wird ihnen eingeredet, Karriere wäre wichtiger als die traditionelle Mutterrolle und die von der Elite kontrollierten Medien verbreiten diese Lügenbotschaft. Nur, was für eine Karriere soll das sein?
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  • Kommentar von Adrian Müller  (Adrian Müller)
    Der Feminismus hat Frauen glauben gemacht, dass Männer eine böse Macht sind, gegen die man kämpfen muss. Er erreichte dieses Ziel, indem er die traditionellen weiblichen Tugenden als von Männern auferlegt und daher als etwas darstellte, das man ablehnen sollte. Der Feminismus eine Anti-Frauen-Ideologie. Er argumentiert, dass weibliche Tugenden schlecht sind und dass der richtige Weg für Frauen darin besteht, gegen Männer zu kämpfen, um sich die traditionellen Domänen der Männer anzueignen.
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    1. Antwort von ely berger  (bärn)
      Was sind denn die traditionellen weiblichen Tugenden? Dem Mann von morgens bis abends zu dienen, zu lieben ... und jederzeit für ein Nümmerchen zur Verfügung zu stehen? So wie noch fast in 2/3 der Welt nichts mehr und nichts weniger zu sein als der Besitz des Mannes? Vielleicht können Sie Ihren Geist ein bisschen öffnen und den ganzen Text mal wirklich lesen. Da steht KEIN einziges Wort von Kampf. Sich selber lernen wertzuschätzen ist nicht gegen jemand. Sie sollten das dringend lernen.
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    2. Antwort von ely berger  (bärn)
      Was sind denn die traditionellen weiblichen Tugenden? Dem Mann von morgens bis abends zu dienen, zu lieben ... und jederzeit für ein Nümmerchen zur Verfügung zu stehen? So wie noch fast in 2/3 der Welt nichts mehr und nichts weniger zu sein als der Besitz des Mannes? Vielleicht können Sie Ihren Geist ein bisschen öffnen und den ganzen Text mal wirklich lesen. Da steht KEIN einziges Wort von Kampf. Sich selber lernen wertzuschätzen ist nicht gegen jemand. Sie sollten das dringend lernen.
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    3. Antwort von Adrian Müller  (Adrian Müller)
      Ely berger
      Nun was sie lernen sollten, sich einmal die Realität vor Augen führen.
      Wie viele psychische und physische Opfer werden seit Jahren bei den Scheidungen produziert?
      Da ist nicht nur Kampf sondern da wird vor allem Hass gesät.
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