Kinder und Neue Medien: Wenn Handy und Co. zur Familie gehören

Tablets, Spielkonsolen, Smartphones: Neue Medien sind aus dem Kinderalltag nicht mehr wegzudenken. Einerseits bieten sie Wissen und Unterhaltung. Andererseits stellen sie Eltern und Lehrkräfte vor neue Probleme: Kinder konsumieren diese Dienste unbeschwert und grenzenlos. Wann jedoch ist es zuviel?

Zwei Kinder mit Tablets auf Sofa Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kinder und Jugendliche bewegen sich heute selbstverständlich im Netz. colourbox

Eine unangenehme Situation: Man sitzt am Tisch, beim Mittagessen – und ständig wandert der Blick des Sprösslings schräg unter die Tischplatte. Kein Wunder, denn dort hält er das Smartphone und unterhält sich mit seinen Freunden, er chattet.

Zusatzinhalt überspringen

Diskutieren Sie mit

Jugendliche und Neue Medien – diesem Thema widmet sich SRF 2 Kultur am 14.11. in einem Schwerpunkt. Sie sind eingeladen, sich an der Debatte zu beteiligen: Unser Live-Gast, Pädagogin Anja Nowacki, beantwortet Fragen, die aus Elternsicht Jugendliche und ihr Umgang mit Neuen Medien betreffen. Schicken Sie uns ihre Fragen über das Kontaktformular.

Während hier noch ein resolutes «Nicht während des Essens!» möglich ist, wird es schon schwieriger, wenn während der Hausaufgaben konstant im Internet nach Infos gesucht wird – und nach mehr. Oder im eigenen Zimmer – da entziehen sich Jugendliche der elterlichen Kontrolle gänzlich. Wie viel Medienzeit soll sein? Ab wann ist das Online-Sein zu viel?

Kinder sind sich keiner Gefahren bewusst

Eine eindeutige Antwort darauf zu finden gestaltet sich schwierig, denn Eltern und Erziehungsberechtigte sind meist weniger vertraut im Umgang mit Neuen Medien als die Kinder selber. Kinder und Jugendliche bewegen sich heute selbstverständlich im Netz. Sie machen keine bewusste Unterscheidung zwischen Online- und Offline-Zeit. Den rasanten Entwicklungen neuer Technologien stehen sie offen und lernbereit gegenüber. Für sie gibt es einen Begriff: Digital Natives.

Auch die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Bereits heute besitzen 93 Prozent der 13-jährigen Knaben ein Handy, bei Mädchen der gleichen Altersgruppe sind es sogar 97 Prozent.

Anders als Erwachsene hingegen sind sich Kinder im Internet keiner Gefahren bewusst. Dabei kommen sie im Chat oder durch Social Media-Websites wie Facebook mit Menschen in Kontakt, die schlechte Absichten haben. Pädophilie und Pornographie sind da die Stichworte.

Den Kindern Medienkompetenz beibringen

Die Pädagogen sind sich einig: Es liegt in der Verantwortung der Eltern und der Erziehungsberechtigten, den Kindern Medienkompetenz beizubringen. Als Teil der Erziehung sollen sie den Kindern beibringen, den Informationen im Web mit einer gesunden Portion Misstrauen zu begegnen.

Denn nicht alles, was dort geschrieben steht, ist auch wörtlich so gemeint. Und: Die Jugendlichen sollen lernen, die eigene Motivation, zum Beispiel bei geposteten Bildern im Web, zu hinterfragen. Möchte ich wirklich, dass mein Nachbar von schräg gegenüber weiss, was für Piercings ich besitze? Wenn die Antwort Nein ist, sollte das Foto nirgends auftauchen.

Auch die Schulen sind gefordert, wenn es um Medienkompetenz geht. Denn das Smartphone ist eine beliebte Aufgabenhilfe, der Chat im Klassenverbund eine praktische Austauschplattform nicht nur für mathematische Probleme. Dabei darf jedoch nicht vergessen gehen: Neue Medien wie Smartphone, Tablet und Internet bieten Kindern und Jugendlichen auch tolle Möglichkeiten – freien Zugang zu Informationen und den engen Austausch mit Gleichaltrigen, um nur einige zu nennen. Allen Gefahren zum Trotz.

Sendungen zu diesem Artikel