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Nawal al-Saadawi gestorben
Aus Kultur-Aktualität vom 22.03.2021.
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Mit 89 Jahren Ägyptische Frauenrechtlerin Nawal al-Saadawi gestorben

Die berühmte ägyptische Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Nawal al-Saadawi ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Al-Saadawi galt als «Grossmutter der ägyptischen Frauenbewegung» und war in ihrer Heimat bekannt dafür, Kontroversen auszulösen. Sie kämpfte gegen die Unterdrückung von Frauen und weibliche Genitalverstümmelung, von der sie nach eigenen Angaben selber betroffen und traumatisiert war.

Mehrere ihrer Bücher wurden in Ägypten und anderen arabischen Ländern verboten, da sie sich mit Tabu-Themen wie Sex und Frauenrechten befassten.

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Aus Archiv: Nawal al-Saadawi im Gerspräch
Aus Rundschau vom 13.01.1993.
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Kritik am Kopftuch

In einem Gespräch mit dem «Spiegel» im Jahr 2012 forderte al-Saadawi säkulare Gesetze.

Religionen wie das Christentum und der Islam mit ihren patriarchalen Strukturen dienten schlicht dem Zweck, Frauen zu kontrollieren und für die Interessen der Männer auszunutzen, argumentierte sie.

«In islamischen Ländern zeigt sich die Unterdrückung an materiellen Dingen wie etwa dem Kopftuch», so al-Saadawi, «im Westen ist sie eher psychologischer Art.»

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Aus Archiv: Nawal al-Saadawi im Gespräch
Aus Tagesschau vom 13.11.1992.
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Anwärterin auf den Literaturnobelpreis

Die Autorin und Ärztin hatte eigenen Aussagen nach auch Morddrohungen erhalten. Islamisten warfen ihr vor, vom Glauben abgefallen zu sein.

Vor 20 Jahren versuchten sie sogar, eine Zwangsscheidung von al-Saadawis Ehemann zu erwirken. Ein Gericht lehnte den Antrag jedoch aus formalen Gründen ab.

Von der 1931 geborenen Schriftstellerin sind in deutscher Sprache unter anderem das Buch «Ich spucke auf euch. Bericht einer Frau am Punkt Null» (1994) und «Fundamentalismus gegen Frauen» (2002) erschienen.

Al-Saadawi wurde auch als Anwärterin auf den Literaturnobelpreis gehandelt.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur AKtualität, 22.3.2021, 07:00 Uhr;

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