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Gesellschaft & Religion «Muslime werden als Fremdkörper betrachtet»

Rassismus hat heute mehr mit Kultur und Religion zu tun als mit Rasse. Gängige Vorwürfe wie «Muslime können sich nicht integrieren», bezeichnet die Historikerin Yasemin Shooman deshalb als antimuslimischen Rassismus.

Eine verschleierte Frau steht am Ufer des Genfer Sees und schaut auf eine Karte. Ein Paar beobachtet sie dabei.
Legende: Rassismus hat heute vor allem mit Kultur und Religion zu tun, findet Historikerin Yasemin Shooman. Keystone

Yasemin Shooman, sie erforschen antimuslimischen Rassismus. Kann man da wirklich von Rassismus sprechen? Schliesslich ist Muslim-Sein keine «Rasse», keine Ethnizität oder Hautfarbe.

Yasemin Shooman: Es gab eine Verschiebung des Begriffs, ein Rassismus ohne Rassen sozusagen. Rassismus wird nicht mehr biologistisch begründet, sondern viel stärker mit Kultur und Religion. Die Religion wird sozusagen «ethnisiert». Wer ein bestimmtes Aussehen hat oder einen bestimmten Namen, wird als Muslim identifiziert und hat dann bestimmte Eigenschaften. Diese Identität ist nicht frei gewählt, man kann sie nicht ablegen. Sie wird von aussen zugeschrieben – das ist Rassismus.

Welche Eigenschaften werden dem Islam und damit auch den Muslimen zugeschrieben?

Der Islam gilt als eine nicht-weisse, nicht-europäische Religion. Islam und Westen scheinen sich auszuschliessen. Deswegen werden auch muslimische Kinder, die hier aufgewachsen sind, als Fremdkörper betrachtet. Sie könnten sich nicht integrieren, weil sie eben Muslime sind. Früher wurden Integrationsprobleme mit der Fremdheit der Kultur erklärt, so wurden auch Gastarbeiter aus Italien oder Spanien ausgegrenzt. Es fand dann aber eine Verschiebung statt. Die Migranten aus Südeuropa stiegen auf, sie waren ja Europäer und Christen. Die Muslime hingegen wurden stigmatisiert.

Geht es da eigentlich noch um Religion?

Es werden Dominanzkonflikte verhandelt. Muslime werden öffentlich sichtbar, sie wollen am Alltag teilhaben. Paradoxerweise stösst genau die geforderte Partizipation auf Abwehr. Es geht also viel eher um Inklusion und Exklusion.

Bei der Integration gibt es jedoch Probleme, zum Beispiel auch mit Gewalt.

Bei sozialen Konflikten stellt sich die Frage: Wie erklärt man sich die? Wenn eine bestimmte Gruppe zum Beispiel stark von Arbeitslosigkeit oder Gewalt betroffen ist, habe ich zwei Möglichkeiten, das zu erklären. Entweder sage ich, das liegt an ihnen selbst, an ihrer Kultur, an ihrer Religion – so trägt die Gesamtgesellschaft keine Verantwortung mehr. Oder aber ich sage: Da muss sich an der Gesellschaft etwas ändern, denn alle sind für diese Probleme mitverantwortlich. So muss ich auch mich selbst kritisch betrachten.

Was kann man denn gegen den Rassismus tun?

Man kann bei sich selbst ansetzen. Bewertet man Gruppen, die man als fremd bezeichnet, nach gleichen Massstäben wie die eigene Gruppe? Bei einem muslimischen Straftäter wird schneller gedacht: Das hat vielleicht etwas mit seinem Muslim-Sein zu tun als mit seiner Herkunft. Er wird zum typischen Vertreter seiner Gruppe. Straftäter der eigenen Gruppe werden aber eher als Abweichung der Norm betrachtet. Hier muss man genauer hinschauen.

Zur Person

Yasemin Shooman ist Historikerin und leitet die Akademieprogramme des Jüdischen Museums in Berlin. Sie erforscht antimuslimischen Rassismus, dazu hat sie ein Buch geschrieben:
»... weil ihre Kultur so ist«. Narrative des antimuslimischen Rassismus (transcript Verlag, 2014).

135 Kommentare

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  • Kommentar von riad salamon, Köln
    Ich sage nur,die Zukunft gehört dem Islam auf diese Welt. Egal was ihr macht Juden Christ ,wird der. Islam besiegt Die Führer und Politiker in eurem Land wissen das,aber ihr habt keine Ahnung. Mach es die weiter,die Muslime Zahl in EU steigt und steigt. Danke
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      riad salamon Die Zukunft auf dieser Welt gehört dem Islam.So wie ich mir die Welt vorstelle,sollte sie eigentlich niemandem gehören,da alle Menschen nicht für immer und ewig auf dieser Welt leben können,wir alle sind vergänglich und haben ein Gastrecht die für alle Menschen gilt,auf diesem Planeten.Was trägt der Islam zum Frieden bei,ohne Gewalt?Da Alla für Frieden steht,wie dies von der Islamglaubensgemeinschaft erklärt wird. Damit es möglich sein wird, unter verschiedenen Gläubigen zu leben.
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    2. Antwort von bart wakker, zürich
      Don't feed the trolls.
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  • Kommentar von Uwe Gattermann, Seka, Buengkhan
    Meine Frau, Thai, hat 12 Jahre in DE gelebt und hatte nie Schwierigkeiten, sich dort zurecht zu finden. Ihre Landsleute sind dort eher dafür bekannt, sich zu integrieren, keine Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen und nicht kriminell zu sein. Es liegt, wie bekannt, an der Ideologie Islam. Übriges: Nicht minder pseudo-"wissenschaftlich" dieser Rassismus ohne Rasse. Auch sozialistische Ideologie.
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Frage an die Islamische Gesellschaft oder Moslime:Was glaubt Ihr betreffend diesem Terror,der jetzt in unserer Welt so brutal zu schlägt und anders Gläubige Köpft und zum Terror aufruft.Was meint Ihr,ist dies nicht ein Missbrauch von Alla dem allmächtigen,der doch für eine friedliche Religion steht.Wird der Missbrauch von Alla benutzt,um diesen Terror zu rechtfertigen und um Menschen zu manipulieren.Was glaubt ihr was man dagegen tun könnte? Könnt ihr mithelfen,um den Friedenserhalt zu stärken
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