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Grosses Forschungsprojekt soll verbrannte Notre Dame untersuchen
Aus Kultur-Aktualität vom 30.01.2020.
abspielen. Laufzeit 03:50 Minuten.
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Nach dem Brand von Notre-Dame Bei aller Tragik ist es eine Chance für die Wissenschaft

Dass die Kathedrale Notre-Dame in Paris, ein UNESCO-Welterbe, brannte und dabei schwere Schäden erlitt, bedeutet für die Wissenschaft auch eine Chance.

Über 100 Forscherinnen und Forscher und 25 Labors werden sich sechs Jahre lang mit den Trümmern der weltberühmten Pariser Kathedrale beschäftigen. Martine Regert ist molekulare Archäologin am CEPAM in Nizza, dem Zentrum fürs Studium der historischen Kulturen, und Co-Projektleiterin des grossen Notre-Dame-Forschungsvorhabens.

«Der Brand hat das Baudenkmal stark verändert», sagt Regert. «Aber er hat auch ein Geschichtsbuch aufgeschlagen, das uns erlaubt, an Teile und Materialien des Bauwerks heranzukommen, die man sonst nicht genau untersuchen konnte.»

Wertvolle Trümmer

Metalle, Steine und die Zimmermannsarbeiten etwa können nun besser erforscht werden. «Das Holz hätten wir natürlich lieber intakt gehabt», sagt Regert.

Doch auch das beschädigte Holz erlaube es, die Konstruktionstechnik zu untersuchen oder Erkenntnisse über das Klima zu gewinnen. Das Holz stammt zu einem grossen Teil noch aus dem Hoch-Mittelalter.

Umfassende Analyse

Das Forschungsprojekt umfasst mehrere Fachbereiche: Das Mauerwerk, Materialien wie Holz, Metall oder Glas werden untersucht. Die originale Akustik soll rekonstruiert werden, auch anthropologische Recherchen werden durchgeführt. Digitale Datensammlungen werden alle Veränderungen der Kathedrale dokumentieren.

Das Altar in der Notre-Dame steht in Trümmern.
Legende: Nicht nur Trümmer, sondern wertvolles Forschungsmaterial: das verbrannte Baumaterial der Notre-Dame. Keystone / PHILIPPE LOPEZ

Auf Martine Regert und den Co-Projektleiter Philipp Dillmann kommt ein grosser Koordinationsaufwand zu. «Die Forschungseinheiten funktionieren autonom, tauschten sich aber ständig aus», sagt Regert. «Auch mit dem Kulturministerium, dessen archäologische Dienste ebenfalls mitarbeiten.»

Ein breit angelegtes Vorhaben also. Einen genauen Fokus könne sie nur schwer formulieren. «Manche Erkenntnisse werden in die Restaurierung einfliessen. Andere werden uns Auskunft über die Bautechnik der Kathedrale geben, übers Klima und die Herkunft der Materialien», sagt Regert.

«So können wir die Handels- und Nachschubwege von Paris rekonstruieren. Oder die Wiederverwendung von Materialien bei früheren Restaurierungen untersuchen.»

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Einen gemeinsamen Nenner sieht die Archäologin Martine Regert jedoch. «Es geht darum, die Wissenschaften voranzubringen, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen, und gleichzeitig den Blick auf die Zukunft zu richten», sagt sie. Mit dieser Kathedrale habe man eine sehr schöne Dialektik zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

«Wir erforschen die historischen Techniken und Beziehungen zur Umwelt, und stellen Fragen zum Zustand und der Veränderung des Gebäudes», sagt die Forscherin. «Immer mit Blick auf seine Geschichte. Damit diese trotz des Brandes weitergeht.»

Auf sechs Jahre ist das Notre-Dame-Forschungsprojekt angelegt. Der Wiederaufbau soll in kürzerer Zeit erfolgen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    100 Forscher untersuchen 6 Jahre lang die Trümmer der Notre-Dame. Es kommt fast ein Bisschen so rüber, als der Brand ein Glücksfall war. Ich glaube es ist eher Ablenkung eines peinlichen Unfalls und der Tatsache, dass die Notre-Dame nicht, wie von Macron angekündigt, in 5 Jahren wieder aufgebaut werden kann.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Weder NotreDame, noch Paris, noch das Hexagon ist ein Startup, wie Macron es so gerne heraufbeschwören möchte. Marienkirchen erfreuen und erfreuten sich in männerlastigen Religion(en) schon immer mächtigen Zulaufs. Das hält ja Keine aus, dieses himmlische Triumvirat. Wenn dann die Madonnen noch schwarz sind wie in Einsiedeln das lieben die Menschen. Es gibt eine wunderbare Darstellung einer leicht irritierten schwangeren Madonna, ich liebe die Madonna dell Parto von Piero della Francesca.
  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Schon bemerkenswert, wie man den mit vielen grossmundigen Geldmittel-Zusagen gleich am Tag nach dem Brand beschlossenen sofortigen Wiederaufbau nun Jahre dauernde "Forschungsprojekte" für deren Aufschiebung vorschiebt. Der wahre Grund sind die fehlenden Mittel, denn die meisten dieser Geld-Zusagen haben als Luftschlösser herausgestellt, mit denen sich viele dieser prominenten Damen und Herren ins wie üblich unverbindliche mediale Gutlicht gestellt haben.
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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Selbst diese Geschickte ist noch auf 17 Umwegen mit dem Klima verbunden.... mein Gott!
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Müller, vom Klima sind wir, unabhängig des Hypes, abhängig und auf Wohl und Verderben verbunden. Zudem dieser Brand, war und ist lokal und mitwelttechnisch eine kleinere Katastrophe, Blei, Russ u.v.a.m.... Ganz zu Schweigen, die Gefahren, die das Gebäude selbst für alle, die da zu tun haben, so parat haben wird..... Unabhängig von allen anderen Werten und Verlusten.