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Nach Rückzug der Hauptzeugin Vergewaltigungsanklage gegen Harvey Weinstein fallen gelassen

Die Schauspielerin Jessica Mann wirft Harvey Weinstein Vergewaltigung vor. Nach drei Prozessen möchte sie jedoch nicht erneut aussagen – die Belastung sei zu hoch. Der Ex-Filmproduzent bleibt derweil in Haft.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat eine Vergewaltigungsanklage gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein fallen gelassen.

Die Schauspielerin Jessica Mann hatte dem 74-Jährigen vorgeworfen, sie 2013 in einem New Yorker Hotelzimmer vergewaltigt zu haben. Nachdem sie sich nun aus dem Verfahren zurückzog, entschied die Staatsanwaltschaft, die Anklage nicht weiter zu verfolgen.

pPerson mit Bart und Brille in einem Anzug.
Legende: Über 80 Frauen haben Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Ihm drohen insgesamt 36 Jahre Haft. Imago/UPI Photo

In einem Brief an das Gericht erklärte die 40-jährige Mann, sie könne «es nicht mehr ertragen, das durchzumachen». Sie habe bereits in drei Verfahren emotional belastende Aussagen gegen Weinstein gemacht – jedoch ohne endgültiges Urteil. Letztlich habe ihr der Fall mehr geschadet als genutzt.

Die Anklage gegen Weinstein wegen mutmasslicher Vergewaltigung zieht sich bereits seit Jahren hin. Ein erster Prozess 2020, in dem Mann ausgesagt hatte, endete mit einer Verurteilung Weinsteins – das Urteil wurde später jedoch aus verfahrenstechnischen Gründen aufgehoben. Zwei anschliessende Neuauflagen des Verfahrens scheiterten, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten.

Verfahren laufen weiter

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, sie respektiere Manns Wunsch, insbesondere angesichts der emotionalen Belastung und der weiteren Verurteilungen gegen den Ex-Filmmogul. So ändert die fallengelassene Anklage etwa nichts an Weinsteins derzeitiger rechtlicher Situation. Er bleibt weiterhin in Haft: In New York wurde Harvey Weinstein bereits wegen sexueller Nötigung der Produktionsassistentin Miriam Haley verurteilt, in Kalifornien wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung einer italienischen Schauspielerin.

Im September soll in New York das Strafmass für die Verurteilung im Fall Haley festgelegt werden. Die Staatsanwaltschaft fordert 20 Jahre Haft. Danach müsste Weinstein noch die bereits verhängte 16-jährige Haftstrafe in Kalifornien absitzen.

Harvey Weinstein war einer der mächtigsten Filmproduzenten Hollywoods, bevor 2017 zahlreiche Vorwürfe sexueller Gewalt gegen ihn öffentlich wurden. Die Enthüllungen rund um seine Person lösten die weltweite #MeToo-Bewegung aus. Bis heute bestreitet Weinstein alle Vorwürfe gegen ihn und legte gegen die Gerichtsurteile Berufung ein. Weinsteins Anwälte erklärten, die Anklage hätte nie erhoben werden dürfen.

Radio SRF 1, 26.6.2026, 5:00 Uhr. ; 

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