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Legende: Video Ist viel Abfall sogar gut für die Umwelt? abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus SRF Kultur vom 14.02.2019.
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Positive Ökobilanz dank Abfall «Zero Waste» ist in der Schweiz nicht sinnvoll

Obwohl Herr und Frau Schweizer sehr viel wegwerfen, ist unser Müll umweltfreundlich. Wie kann das sein?

Je mehr die Bewohner eines Landes wegwerfen, desto kleiner ist die Umweltbelastung durch den Abfall. Zu diesem überraschenden Ergebnis kamen Forscher der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Es kommt nicht darauf an, wie viel Abfall anfällt, sondern wie dieser verwertet wird.

Die Schweiz unter der Müll-Weltspitze

Die Schweizer gehören weltweit zu den grössten Müllproduzenten: 2017 waren es mehr als 700 Kilogramm pro Person.

Etwa die Hälfte der Siedlungsabfälle, also des gewöhnlichen Hauskehrichts und Abfälle aus kleinen Unternehmen, werden recycelt. Die andere Hälfte wird verbrannt. Deponiert werden Siedlungsabfälle in der Schweiz seit 2000 nicht mehr.

Reiche Länder leisten sich umweltfreundliche Abfallwirtschaft

Die Forscher berechneten mit einer Ökobilanz den Umwelteinfluss des Mülls und fanden Erstaunliches: Je mehr Abfall ein Land produziert, desto weniger schädigt dieser die Umwelt.

Der Grund: Die Länder mit der grössten Abfall-Produktion sind wohlhabend. Reiche Länder können sich eine moderne und umweltfreundliche Abfallwirtschaft leisten. Die Schweiz ist ein gutes Beispiel dafür.

Recyceln, verbrennen oder deponieren?

Recycling ist die umweltschonendste Abfallverwertung. Es ersetzt Rohstoffe, deren Gewinnung umweltbelastend sein kann. Nach dem Recycling ist auch die Verbrennung eine sinnvolle Verwertung.

Die Abwärme kann effizient genutzt werden, um etwa ganze Wohnquartiere zu beheizen. Diese beiden Methoden sind jedoch sehr teuer.

Die unökologischere und günstigere Lösung ist die Deponie. Katastrophal und noch billiger sind «wilde» Müllhalden. Bei diesen können Giftstoffe ungehindert ins Grundwasser fliessen. Solche gibt es vor allem noch in flächengrossen Ländern wie Kanada und den USA und in armen Ländern.

«Zero Waste» bringt nichts

Der grösste Anteil der Siedlungsabfälle sind Verpackungen. Diese landen zwar im Müll, erfüllen aber auch einen Zweck: Sie schützen die Waren.

Dadurch gibt es etwa weniger Ausschuss im Handel. Lebensmittel sind länger haltbar – es gibt weniger «Food Waste». Der Umweltnutzen der Verpackung ist somit grösser als deren Schaden.

Wegen der bereits sehr fortschrittlichen Müllverwertung in der Schweiz nütze es nichts, «Zero Waste» zu proklamieren. Das steht im Bericht der HSR.

Das Problem ist der Konsum

Wo wir uns umwelttechnisch aber noch massiv verbessern können, ist der Konsum – etwa einer Schale Erdbeeren. Die Produktion der süssen Früchte verursacht viel grösseren Umweltschaden als die Entsorgung der Schale.

Die Produktion verbraucht Wasser und Energie. Herbizide und Pestizide werden eingesetzt. Kommen die Erdbeeren aus dem Ausland, gibt es zusätzliche Emissionen und Energieverbrauch durch den Transport.

Der Müll, der in der Schweiz anfällt, ist also nicht das Hauptproblem. Rainer Bunge, Professor für Umwelttechnik, fasst es so zusammen: «Der Müll, die Abgase, die Abwässer, die wir in den Erzeugerländern hinterlassen, wo wir unsere Produkte kaufen – das ist unser Schandfleck.»

9 Kommentare

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  • Kommentar von andrea bubb  (andr)
    Ich bin maximal verwirrt nach der Lektüre dieses Artikels! Was bitte ist überraschend daran, dass ein sehr reiches Land seinen Müll besser verwertet als weniger reiche Länder? Wie rechtfertigt das die Schlussfolgerung, dass im Falle einer guten Abfallverwertung mehr Abfall besser sein soll für die Umwelt als weniger Abfall? Und wie ist es möglich den Abfall vom Konsum, bzw. vom Konsumverhalten zu trennen? Aus meiner Sicht ein schlechter Artikel mit höchst fragwürdigen Aussagen! Oje!
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  • Kommentar von Priska Gätzi  (PIKA)
    Ich kann kaum fassen, dass so eine Studie veröffentlicht wird. Man kann sich die Welt auch mit solch unnützen Studien schönreden. Wie kann eine Hochschule zur Aussage gelangen "Je mehr die Bewohner eines Landes wegwerfen, desto kleiner ist die Umweltbelastung durch den Abfall."
    Da fällt es mir ernsthaft schwer, nett zu bleiben.
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Die Hauptsache wird im Artikel korrekt wiedergegeben: Die Verpackung ist im Normalfall nicht das Hauptproblem, sondern man sollte sich darauf konzentrieren, den Konsum selbst zu drosseln, das schont die Umwelt weit mehr als die Reduktion von Verpackungen. Die Aussage "unser Müll ist umweltfreundlich" ist irreführend. Wo Müll vermieden werden kann, sollte man das auch tun - eben z.B. durch Vermeidung von unnötigem Konsum. Manche Verpackungen sind auch unnötig und folglich nicht umweltfreundlich.
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