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Gesellschaft & Religion Problem Ökumene: «Katholische Kirche hat unchristliche Gesetze»

«Tieftraurig und enttäuscht» ist der katholische Priester und Mönch Willi Anderau nach dem Gottesdienst von letzter Woche. In Dübendorf hätte es eine konfessionsübergreifende Eucharistie geben sollen. Sie wurde aber von mehreren Seiten verhindert.

Ein Priester steht an einem Pult und liest etwas vor.
Legende: Pater Willi Anderau (stehend) am 29. Juni in Dübendorf – eine Abendmahlfeier konnte er nicht durchführen. Keystone

Für Laien klingt es unspektakulär: Das Abendmahl zusammen feiern, über die Konfessionsgrenzen hinweg, gemeinsam mit Reformierten und Orthodoxen. Das war die Idee einer Eucharistiefeier, die die ökumenische Tischgemeinschaft Symbolon am Samstag in Dübendorf geplant hatte. Doch daraus wurde nichts – denn eine solche Eucharistiefeier ist bei den Katholiken und bei den Orthodoxen verboten.

Priester nur als Gäste zugegen

Der orthodoxe Priester durfte deshalb gar nicht erst zum Gottesdienst in Dübendorf kommen. Die beiden katholischen Priester waren zugegen. Sie sprachen aber den Abendmahlstext nicht mit und sie teilten keine Kommunion aus. Dies, nachdem die katholische Kirche das streng verboten hatte.

Gläubige hatten Tränen in den Augen

Die beiden katholischen Priester fügten sich, um die aktuellen Verhandlungen um die Pfarrei-Initiative nicht zu belasten. Diese Initiative will, dass die katholische Kirche ihr Regelwerk anpasst. Dies betrifft unter anderem auch die Vorgaben für ökumenische Gottesdienste.

«Einige Gläubige hatten Tränen in den Augen», sagt der katholische Priester Willi Anderau gegenüber Radio SRF 2 Kultur. Er kann die strenge Haltung der katholischen Kirche in solchen Fällen nicht nachvollziehen. Für ihn ist ein solches Verbot der Eucharistiefeier ein «Machtspiel». Das strenge Regelwerk spiegle nicht, was in der katholischen Kirche gelebt werde.

8 Kommentare

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  • Kommentar von HvM, Zürich
    Ich finde es bedenklich, wenn Frau Hardegger den Unterschied zwischen dem Abendmahl und der Eucharistie als Spitzfindigkeit bezeichnet. Jede Konfession und Religion hat ihre Regeln. Lasst der katholischen Kirche also auch die ihrigen. Es regt sich niemand auf, wenn z.B. buddhistische Mönche (teilweise) zölibatär leben oder wenn sich die russisch-orthodoxe Kirche gegen Abtreibung ausspricht.
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  • Kommentar von Th.Ysus, Kt. Zürich
    ..nachdem die katholische Kirche das streng verboten hatte. Wie sagte schon Chesterton? "Immer wieder hiess es, die katholische Kirche gehe vor den Hund. Und immer war es der Hund, der starb."
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  • Kommentar von Hans Knecht, Tornby
    Der Titel «Katholische Kirche hat unchristliche Gesetze» wirkt provokativ. Jeder Christ weis, dass das christlichste Gesetz die Nächstenliebe ist. Und damit ist man bereits bei der Gretchenfrage; was ist Nächstenliebe? Die Bibel liefert da gute Antworten. Durch diese aber erscheint der Text hier in einem anderen Licht.
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