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Promi-Hochzeit im Verborgenen «Damit stellt Taylor Swift ihre Macht zur Schau»

Am vergangenen Freitag gaben sich Taylor Swift und Travis Kelce das Ja-Wort – unter strengster Geheimhaltung und dennoch medienwirksam.

Was macht die Mischung aus Inszenierung und Geheimniskrämerei so reizvoll? Die Amerikanistin Katharina Gerund ordnet das Phänomen ein.

Katharina Gerund

Professorin am Englischen Seminar der Universität Zürich

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Katharina Gerund ist Professorin am Englischen Seminar der Universität Zürich. Sie forscht zur amerikanischen Populärkultur, der US-Militärkultur sowie im Bereich der Gender Studies.

Bild: Universität Zürich

Wer maximale Privatsphäre will, heiratet normalerweise im Verborgenen. Warum wählten Taylor Swift und Travis Kelce stattdessen an einen der prominentesten Veranstaltungsorte New Yorks?

Wenn Taylor Swift in Midtown Manhattan heiratet, stellt sie ihre Macht zur Schau. Sie kann diesen Ort für sich beanspruchen, umgestalten und ihn absichern lassen. Und sie schafft es sogar noch, uns allen vorzuenthalten, was dort genau passiert.

Es entsteht ein sehr wirksames Spiel mit der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Das ist ganz sicher auch als eine Art medialer Machtdemonstration und gezielte Lenkung der medialen Aufmerksamkeit zu lesen.

Trotz aller Geheimhaltung gelangten Informationen an die Öffentlichkeit. Sind solche Leaks Teil der Inszenierung?

Vollständig verhindern lassen sich Leaks nie. Gleichzeitig entsteht durch die Mischung aus Kontrolle und Durchlässigkeit ein sehr wirksames Spiel mit der öffentlichen Aufmerksamkeit. Weil nur wenige Informationen und keine Bilder in Umlauf sind, wird spekuliert: Wie sah das Brautkleid aus? Was hat sich das Brautpaar versprochen? Werden Fotos erscheinen? Gibt es eine Dokumentation?

Diese Informationslücken verlängern die öffentliche Debatte. Nicht jedes Leak ist geplant, die Dynamik wird aber offensichtlich in Kauf genommen.

Beschreibungen zufolge glich der Festsaal einem märchenhaften Garten mit Pastelltönen und Blumen. Passt das zu Swifts Bildwelt?

Auf jeden Fall. Naturmotive, Pastellfarben und florale Elemente prägen ihre Ästhetik seit Jahren. Wer an die Eras Tour denkt, erkennt viele dieser Motive wieder.

Zwar kennen wir bislang nur Beschreibungen, doch eine solche Kulisse würde sich nahtlos in die visuelle Welt einfügen, die Swift über Jahre aufgebaut hat.

Die Gäste erhielten bestickte Stofftaschentücher mit einer Songzeile. Welche Funktion hat ein solches Geschenk?

Es verweist zunächst auf die starke Selbstbezüglichkeit des sogenannten «Taylorverse»: Taylor Swift erzählt immer wieder ihre eigene Geschichte.

Gleichzeitig erfüllt das Geschenk eine zentrale Funktion ihrer Fankultur: Es ist ein materielles Andenken an einen exklusiven Moment und an das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Dieses gemeinsame Erleben steht auch im Zentrum ihrer Konzerte.

Dient das Bilderverbot letztlich dazu, die Veröffentlichung später vollständig zu kontrollieren?

Das Bilderverbot ist eine radikale Entscheidung. Ich fände es jedoch noch radikaler, wenn die Öffentlichkeit offizielle Bilder der Hochzeit nie zu Gesicht bekäme. Das halte ich aber für sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt kuratierte Aufnahmen sehen werden.

Dieses Vorgehen sichert dem Ereignis eine deutlich längere Aufmerksamkeit.

So wird die Spannung aufrechterhalten und viele Fragen rund um die Hochzeit bleiben vorerst unbeantwortet. Dieses Vorgehen sichert dem Ereignis eine deutlich längere Aufmerksamkeit. Aus kommunikativer Sicht ist das eine sehr kluge Strategie.

Das Gespräch führte Henriette Bornkamm.

Radio SRF 4 News, 3.7.2026, 7:26 Uhr ; 

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