Popstar Taylor Swift und Football-Profi Travis Kelce haben sich im weltberühmten Madison Square Garden in New York das Ja-Wort gegeben – und feierten mit rund 1000 Gästen eine riesige Party. Der Rummel um die Hochzeit war gewaltig, ebenso die Geheimnistuerei im Vorfeld und um die Bilder der Hochzeit, welche immer noch nicht öffentlich gemacht wurden. Warum schaute die ganze Welt nach Manhattan? Die Kulturforscherin Elisabeth Bronfen ordnet das Phänomen ein.
SRF News: Können Sie sich dieses riesige Interesse und dieses fast sehnsüchtige Warten auf die Bilder der Hochzeit nachvollziehen?
Elisabeth Bronfen: Wir dürfen nicht vergessen: Taylor Swift ist im Moment wahrscheinlich die bedeutendste populäre Sängerin unserer Zeit. Und wenn die heiratet, nachdem sie das gross vorher angekündigt hat und wir auch die Fotos des Verlobungsrings und die Umarmung in dem Rosengarten gesehen haben, ist ja völlig klar, dass, wenn dieses Versprechen jetzt eingelöst wird, alle Welt darauf schaut.
Die beiden haben ein Stadion gemietet. Es sollen rund 1000 Leute mit ihnen mitgefeiert haben. War ein solcher Gigantismus erwartbar?
Sie haben den Madison Square Garden gemietet – mitten im Herzen von Manhattan. Viel zentraler kann man nicht heiraten in der Stadt, auf die ohnehin alle schauen. Und dadurch, dass der Ort abgeschirmt wurde und die Leute dennoch bestimmte Autos herein- und herausfahren gesehen haben, wurde das Geheimnis noch gesteigert.
Wenn das ‹All American Singer Girl› den ‹All American Football Player› heiratet, ist das viel grandioser als irgendetwas, was es in den letzten Monaten an Hochzeiten gab.
Sie hat ja auch jegliche Kameras an der Hochzeit verboten. Damit behält sie die absolute Kontrolle über die Bilder, die es demnächst von dieser Hochzeit geben wird. Das ist ein grandioser Akt der Selbstinszenierung, der Selbstvermarktung, und gleichzeitig aber auch das, wofür sie berühmt ist: dass sie sehr genau kontrolliert, was man über sie sagt.
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Bild 1 von 8. Popstar Taylor Swift hat den US-amerikanischen Footballspieler Travis Kelce geheiratet. Bildquelle: AP Photo/Ryan Murphy.
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Bild 2 von 8. Zahlreiche Fahrzeuge, darunter viele dunkle Limousinen, wurden in einen ansonsten von der Polizei abgesperrten Bereich rund um die Arena vorgelassen. Bildquelle: Photo by Charles Sykes/Invision/AP.
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Bild 3 von 8. Hier kommt man nicht mehr durch: Die Polizei sperrt das Gebiet rund um den Madison Square Garden ab. Bildquelle: AP Photo / Ryan Murphy.
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Bild 4 von 8. Immer wieder trafen Lastwagen am Madison Square Garden ein. Bildquelle: Keystone/EPA/OLGA FEDOROVA.
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Bild 5 von 8. Die New Yorker Polizei steht vor dem Madison Square Garden mit einem Grossaufgebot zum Einsatz bereit ... Bildquelle: EPA / OLGA FEDOROVA.
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Bild 6 von 8. ... und schwitzt. Seit Donnerstag herrscht über der US-Ostküste eine Hitzeglocke und beschert der Region Temperaturen von teils über 40 Grad. Bildquelle: EPA / OLGA FEDOROVA.
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Bild 7 von 8. Ein Livestreamer hat sich vor der weltberühmten Mehrzweckhalle im Zentrum von New York ein Plätzchen gesucht und bereitet sich auf die möglicherweise bevorstehende Hochzeitsfeier vor. Bildquelle: AP Photo / Ryan Murphy.
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Bild 8 von 8. Die Swifties – die Fans von Taylor Swift – konnten die Hochzeit kaum erwarten. Bildquelle: REUTERS / Brendan McDermid.
Sehen Sie Ähnlichkeiten zu anderen grossen amerikanischen Hochzeiten, etwa der von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Lauren Sánchez?
Das Besondere an Hochzeiten von Berühmtheiten in Amerika ist, dass die Ehe innerhalb des amerikanischen Selbstverständnisses absolut zentral ist. Die Ehe ist nicht nur eines der Sakramente der protestantischen Kultur – sie ist eben auch das, was das Bündnis der Amerikaner mit der Nation noch einmal besiegelt. Wenn das «All American Singer Girl» den «All American Football Player» heiratet – und das noch dazu am Vorabend der 250-Jahr-Feier –, ist das viel grandioser als irgendetwas, was es in den letzten Monaten an Hochzeiten gab.
Taylor Swift und ihr Ehemann inszenieren sich als ganz prototypische amerikanische Helden.
Die Hochzeit also am Vorabend des grossen Feiertags in den USA – was sagt das über das Selbstverständnis von Taylor Swift und Travis Kelce aus?
Dass sich Taylor Swift und ihr Ehemann diesen Tag ausgesucht haben, zeigt einerseits, wie sehr sie sich wirklich als ganz prototypische amerikanische Helden inszenieren. Ich würde aber auch sagen: Damit überbieten Sie Donald Trump, der an eben diesem 4. Juli sozusagen auch seine Feier hat. Sie haben den grossen Feiertag eingeläutet.
Das Gespräch führte Biljana Gogic.