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Eine Schweizer Idee: Der «Race for Water»-Katamaran inspiziert das Meer, um es sauberer zu machen.
Aus Kultur-Aktualität vom 12.12.2019.
abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
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«Race for Water» gegen Plastik Schweizer Projekt auf den Weltmeeren

Ein tonnenschwerer Katamaran einer Schweizer Stiftung tuckert über das Meer. Und klärt auf, wieviel Plastik darin schwimmt.

«Versuchen Sie nicht so zu gehen, sonst brechen sie die Solarpanel», sagt Kapitän Jean-Marc Normant und zeigt, wie man über die blauen Panel spaziert. Barfuss und vorsichtig. Die Sonne scheint, Normant trägt Shorts und Polo Shirt.

Der Kapitän blickt vom glitzernden Solar-Deck aufs Meer und auf die Hongkonger Skyline. Der futuristische Katamaran sieht aus, als wäre er von einem anderen Planeten gelandet.

Ein Mann steht auf Solarpanels auf einem Katamaran.
Legende: An Bord im Hongkonger Hafen: Kapitän Jean-Marc Normant steht auf den Solarpanels des Katamarans. SRF

«Ja, es ist ein seltsames Schiff», sagt er. «Es gleicht eher einem Raumschiff als einem Boot.» Der französische Kapitän war früher mit Segelschiffen unterwegs. Wie ist es für ihn mit einem Solarboot zu fahren? «Der grösste Unterschied ist wohl, dass dieses Schiff sehr langsam fährt», sagt Normant. «Es wiegt 120 Tonnen, hat aber nur 120 PS. Das heisst, auf eine Tonne kommt nur ein PS. Das ist kein besonders gutes Verhältnis.»

Langsam, aber sicher

Mit vier Knoten tuckert das Schiff übers Meer. Das entspricht gerade Mal sieben Stundenkilometern. Auf hoher See sorgt dies deshalb immer wieder für Aufsehen. Vor allem Fischerboote würden oft Funkkontakt aufnehmen, und fragen, ob alles okay sei.

«In Samoa hatten sie sogar Angst vor uns. Die Fischer riefen die Polizei, und diese fuhr mit einem kleinen Boot zu uns in die Bucht, um herauszufinden wer wir sind – dann sahen sie, dass wir nicht vom Mars kommen», erzählt Normant und lacht.

Fünf Jahre unterwegs

Die Expedition des Katamarans rund um die Welt hat einen ernsten Hintergrund. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Schweizer Unternehmer Marco Simeoni.

Vor fünf Jahren began die erste Expedition, damals noch mit einem Segelschiff. Das Ziel: Herauszufinden, wie stark die Ozeane von Plastikabfällen verschmutzt sind.

Ein Mann im Cockpit eines Schiffs.
Legende: Umweltschonend unterwegs: Der «Race for Water»-Katamaran kann fünf Tage ohne Sonne fahren. SRF

«Nach dieser ersten Odyssee, mussten wir darüber reden, was wir gesehen hatten», sagt Normant. «Es ist eine Katastrophe: Plastik überall. An den entferntesten Orten, am schlimmsten war es auf den Osterinseln, mitten im Pazifik. Da wird Plastik von der ganzen Welt angeschwemmt.

«Plastik im Meer ist wie ein Krebs»

Deshalb stach «Race for Water» 2017 erneut ins Meer. Der Solar-Katamaran ist während fünf Jahren unterwegs. Die Mission dieses Mal: Die Welt über die Plastikabfälle im Meer aufklären.

Ein Ufo-artiger Katamaran mit Solarpanels auf seiner Oberfläche.
Legende: Unterwegs, um aufzuklärenden: der «Race for Water»-Katamaran. Race For Water

«Wenn der Ozean krank wird, werden wir alle krank», sagt Normant. «Der Plastik im Meer ist wie ein Krebs, der sich ausbreitet. Wenn wir nichts unternehmen, haben wir im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer.»
Die Stiftung «Race for Water» wirbt auch für Lösungen. So hat sie eine Anlage entwickeln lassen, mit der aus Plastikabfällen Energie gewonnen wird.

Um mit gutem Beispiel voranzugehen, ist das Schiff selbst umweltschonend unterwegs. Der grösste Teil seiner Energie stammt von den Solarzellen. Sie machen eine Fläche von 500 Quadratmetern aus. Zusätzliche Energie liefern ein Kite-Segel und Wasserstoff-Brennzellen.

«Damit können wir fünf Tage ohne Sonne fahren», sagt Normant. Den Generator, den sie wegen der Versicherung installiert haben, mussten sie bisher nie verwenden.

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