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Ausgezeichnete Mini-Unternehmen von Schweizer Schülerinnen und Schülern
Aus Kultur-Aktualität vom 28.04.2021.
abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
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Schweizer Schulprojekt Erst 18 – und bereits für eine Firma verantwortlich

Der Verein «Young Enterprise Switzerland» will junge Menschen fit machen für die Wirtschaft. Ein Erfolgsprojekt?

Seit einigen Jahren steht ein ungewöhnliches Fach auf Schweizer Stundenplänen: Unternehmensgründung. Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 20 Jahren sollen während eines Jahres ein Mini-Unternehmen führen. Betreut werden sie dabei von einer Lehrperson und einem «Wirtschaftspaten», einem unternehmerischen Berater.

200 Mini-Unternehmen im vergangenen Jahr

Die Idee des sogenannten «Company Programme» stammt vom Verein «Young Enterprise Switzerland». Das Ziel ist, dass junge Menschen ihr unternehmerisches Potential entdecken. Allein im vergangenen Jahr wurden 200 Mini-Unternehmen an Schweizer Schulen gegründet.

Young Enterprise Switzerland (YES)

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Die unabhängige Non-Profit Organisation YES hat es sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsvollem wirtschaftlichem Handeln zu bewegen.

Jährlich begleitet der Verein im Rahmen des «Company Programme» 200 Mini-Unternehmen, die im Rahmen eines Schulprojekts entstehen. Unter den Mini-Unternehmen wählt eine Jury einmal im Jahr die besten aus.

Die Gewinner von 2020/2021 wurden am 28. April bekannt gegeben (siehe Top 22). Das im Artikel beschriebene Unternehmen «Schoggiläbe» hat es nicht in diese engste Auswahl geschafft.

«Eine grosse Verantwortung»

Ein aktuelles Beispiel ist das Unternehmen «Schoggiläbe». Sieben Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wohlen gründeten im vergangenen Oktober ein Label, das vegane Schokolade produziert und verkauft.

Eine grosse Herausforderung, sagt Sarah Noman, die Chief Marketing Officer (CMO) des Mini-Unternehmens ist: «Wir sind alle noch Gymnasiasten, alle um die 18 Jahre alt – und müssen ein richtiges Startup gründen.» Laufend müsste sich das Team um die Bestellungen kümmern, sicherstellen, dass alles auch produziert werden kann und gleichzeitig auf den sozialen Medien präsent sein. «Das ist eine grosse Verantwortung», sagt Sarah Noman.

Praxis statt Theorie

Genau darum gehe es, sagt sagt Johanna Lauber, Sprecherin von «Young Enterprise Switzerland». Schülerinnen und Schüler sollen durch Erfahrungen lernen, was es heisst, ein Unternehmen zu führen.

Legende: Johanna Lauber ist Alumni des «Company Programme» und heute Sprecherin von YES. Young Enterprise Switzerland

Johanna Lauber hat selbst vor zehn Jahren an dem «Company Programme» teilgenommen und mit Schulkollegen eine Firma gegründet, die Bonbons mir Red-Bull-Geschmack herstellt. Selbstständigkeit, Eigeninitiative und Teamarbeit habe sie dadurch gelernt. Erfahrungen fürs Leben: «Egal, wo man später arbeitet, ob in einem Grosskonzern, in einem Startup oder in einem selbst gegründeten Unternehmen: Unternehmergeist kann man immer gebrauchen.»

Startpunkt für Business-Karrieren

In einigen Fällen führen die Schul-Projekte zu erfolgreichen Business-Karrieren. Rund drei der 200 Mini-Unternehmen, die jährlich in Schweizer Schulen gegründet werden, leben weiter. Auch gründen viele Abgänger später neue Firmen.

Wie etwa Nicholas Hänny. In einem Unternehmer-Podcast erzählt er von seinen Erfahrungen: «Das war eine Chance, wirklich ein Unternehmen aus dem Boden zu stampfen. Zu sehen, was gehört alles dazu: Verkauf, Marketing, Buchhaltung, HR.» Er selbst sei Personalchef gewesen. In einem Mini-Unternehmen keine besonders grosse Aufgabe. Aber: «Das hat mir den Kick gegeben, Lust gemacht auf mehr.»

So gründete Nicholas Hänny mit Kollegen die erfolgreiche Firma NIKIN. Ein nachhaltiges Kleider-Label mit Sitz in Lenzburg, das für jedes verkaufte Produkt einen Baum pflanzt. 

Erster Schritt in die Wirtschaft

Und wo sieht sich Sarah Noman, CMO des veganen Schokaleden-Labels «Schoggiläbe» nach der Matura, in fünf Jahren? «Ich werde definitiv studieren. Was genau, weiss ich noch nicht. Es könnte Rechtswissenschaften sein, aber es könnte auch etwas in Richtung Wirtschaft sein. Wenn ich diese beiden Sachen zusammenbringen könnte, wäre das natürlich auch cool.»

Radio SRF 2 Kultur, Kultur aktuell, 28.04.2021, 17:10 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Aaron Dettwiler  (Aaron1984)
    Das sind doch mal interessante Ideen. Weg vom abarbeiten eines vorgekauten Lebensentwurf hin zu eigenen Ideen.
  • Kommentar von Adrian Müller  (Andymüller)
    Ich habe auch mit 20 jahren mein erstes geschäft eröffnet. Sicher ich habe jahrelang 7 tage die woche zwischen 19 und 21 stunden gearbeitet (ferien habe ich mir schon geleistet). Aber mit 40 habe ich mich vorläufig zur ruhe gesetzt. Nur ab und zu mal ein paar stunden pro tag was arbeiten seit dem. Sicher es kann sein das ich wieder einmal ein geschäft aufmache.
  • Kommentar von Urs Ziegler  (Urs Ziegler)
    Naja, man muss ja nicht gleich alle Fehler in der Praxis machen. Ein bisschen Theorie ist da ganz nützlich. Da kann ich nur ein Werk von Rolf Dubs empfehlen "Die Gründung einer Unternehmung". Das Standard-Werk stammt aus 1988 ist wohl etwas veraltet, aber ich denke, dass es alle wesentlichen Themen verständlich aufzeigt. Dann muss man sich halt noch mit den aktuellen "digitalen Geschäftsmodellen" beschäftigen, ..., dann kann (fast) nichts mehr schiefgehen. :-)